Der Geköpfte Hahn

  • Informationen zum Film
  • Der Geköpfte Hahn

  • Originaltitel:
    Der geköpfte Hahn
    Genre:
    Drama
    Produktionsländer:
    Deutschland, Österreich, Rumänien, Ungarn
    Produktionsjahr:
    2007
  • Inhalt
  • Ein alter Mann rennt durch die Straßen von Wien, stampfend marschiert er schließlich in den Saal hinein, und erhält den Applaus, der ihm gebührt. Eine Schar von Menschen starren ihn nach vorne gehend an, er schlägt das Buch auf und beginnt seine Erzählung:
    Man springt 60 Jahre in die Vergangenheit, weit weg von Wien, nach Siebenbürgen. Dort leben seit rund 800 Jahren schon die Sachsen Tür an Tür mit Zigeunern, Juden und Rumänen. Und so ist auch die bunte Runde um (den blonden und blauäugigen) Felix gemischt: Da gibt es den Sachsen Hans Adolf, der mit Identitätsproblemen zu kämpfen hat, die adelige Rumänin Alfa Sigrid, die hin und her gerissen ist zwischen Hans und Felix, und die Jüdin Gisela, die seit jeher in Felix verknallt ist. Alle vier haben zu Beginn der 40er nur ein Ziel vor Augen, den Exitus - ein Fest, um das Erwachsen Werden zu feiern. Aber auf den Weg zu diesem großen Ziel liegen derlei Hindernisse wie Liebe, Hass und alle anderen pubertären Gefühlswirren …

  • Filmkritik
  • Radu Gabrea versuchte hier den gleichnamigen Bestsellerroman von Eginald Schlattner in interessanten Bildern auf die große Leinwand zu bannen. Beide Werke haben sich den ethnischen Begebenheiten von diesem Teil von Rumänien verschrieben, stets dabei im Hintergrund „der geköpfte Hahn“ – ein Symbol, das Unglück bedeutet – ,oder doch der „Kopf eines Hahns“ – ein Symbol, das Glück verheißt?

    Die Regie bemüht sich zwar interessante Details herauszuarbeiten, scheitert aber bei dem Versuch kläglich. Viel zu aufdringlich ist u. a. die Farbgestaltung, die gezwungener Maßen den Kontrast zwischen dem Paradies Siebenbürgen – extrem überhellt – und dem zum Untergang verdammten Siebenbürgen – einem Regentag gleich – darstellt. Eine langsame Abstufung wäre ein nettes Detail der Regie, aber Gabrea macht das ungewollt und sprunghaft.

    Auch das eigentlich interessante Thema der Vermengung einzelner Volksgruppen in den 40ern in Rumänien wäre eine neue Idee gewesen, aber leider wird dieses nur zur zweiten Geige degradiert. Stattdessen widmete man sich den Klischees eines 2.Weltkriegsfilms gepaart mit den Gefühlsregungen einer Bande Jugendlicher. Dem Zuseher scheint das Machwerk so, als ob Gabrea sich Beverly Hills 90 210 hernahm und den Hauptdarstellern einfach einige HJ-Uniformen in die Hand drückte. Ebenso, nach dem Seifenoperprinzip, wirken die Hauptdarsteller ausgesucht: Da gäbe es den sympathischen dauergrinsenden Held (Zimmerschied), den ganze 3 Mimikvariationen besitzenden Draufgänger (Moustache), die arrogante Tussi, die das Attribut „leicht zu haben“ auf der Stirn geschrieben hat (Bachleda) und die holde und schüchterne Jungfrau in Nöten (Jacob). Das Spiel dieses Quartetts kann sogar die halbwegs solide Leistung des Regisseurs unterbieten – einziger Lichtblick ist Iona Teodora Jacob, die als einzige aus der Runde wenigstens eine Stunde lang es schafft den Zuseher nicht auf die Nerven zu gehen.

    Die einzigen Puzzlestücke dieser Seifenoper, die eine solide Leistung bringen, sind Musik, Kostüme und Ausstattung. Besonders im Bereich der Ausstattung bietet Siebenbürgen eine sehr schöne Hintergrundslandschaft und ist somit das eigentliche „Highlight“ des Films. Die Musik ist nach einiger Zeit äußerst aufdringlich und schon „bekannt“, aber ist doch solide gemeistert.

    Fazit:
    1,5/5 … Aber während des Filmes findet der Zuschauer eine Gemeinsamkeit mit dem Protagonisten: Beide sehnen sich nach dem Exitus – der filmische ist der Ausgang aus der Jugend, der reale ist der Ausgang aus dem Kino!
  • Wertungen
  • Story
    1,0
    Musik:
    2,0
    Unterhaltung:
    0,5
    Anspruch:
    1,0
    Spannung:
    1,0
    Darsteller:
    1,5
    Gesamt:
    1,5
    Verfasst von:
    Sebastian Klausner
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