Als das Meer verschwand

  • Informationen zum Film
  • Als das Meer verschwand

  • Originaltitel:
    In My Father's Den
    Genre:
    Drama, Thriller, Mystery
    Produktionsländer:
    UK, Neuseeland
    Produktionsjahr:
    2004
    Kinostart Deutschland:
    30.11.2006
  • Cast & Crew
  • Regie:
    Brad McGann
    Drehbuch:
    Maurice Gee, Brad McGann
    Musik:
    Simon Boswell
    Darsteller:
    Miranda Otto, Emily Barclay, Geoff Dolan, Vicky Haughton, Mabel Wharekawa, Matthew Macfadyen, Colin Moy, Jimmy Keen, Jodie Rimmer, Toby Alexander, Nicholas Hayward, Liam Herbert, Vanessa Riddell, Asher Emanuel, Matthew Chamberlain, Peter Hishon, Saengtip Kirk, Daniel Lucas, Antony Starr, Meredith Black, John Pace, Sian Davis, Josephine Davison, Daniel Ritter, Shannen Hirst, Geraldine Brophy, Anne Chamberlain, Nick Butcher, Dougal Stevenson, Andrew Duffy
  • Inhalt
  • Als Jugendlicher verlässt Paul seine Familie und sein Land. Er macht sich einen Namen als Kriegsphotograph, wird sogar für den Pulitzer Preis nominiert. Ein Bild das ein Mädchen im Kriegsgebiet zeigt, geht um die ganze Welt. Doch in Paul birgt ein Geheimnis. Er ist nicht Grundlos seinem Umfeld entflohen, und aus diesem Trauma des damals Erlebten, verweigert er diese Nominierung. Nach 17 Jahren kehrt Paul heim, da sein Vater plötzlich verstarb. Nicht gerade freundlich wird er empfangen und auch seine Jugendliebe gibt sich sehr zurückhaltend. Als Paul jene alte Hütte im Wald, die sein Elternteil hinterließ, entrümpelt, trifft er auf ein Mädchen Namens Celia. Auch sie benutzt diesen Unterschlupf wie auch sein Vater, um den Alltag zu entfliehen. Schnell freunden sich die Beiden an. Es entsteht über die Literatur ein tiefes Verhältnis, das sicherlich auch mit Pauls Vergangenheit zu tun hat. Als plötzlich das Mädchen wie aus heiterem Himmel spurlos verschwindet, gerät der Heimkehrer in Verdacht etwas Böses im Schilde zu führen. Anrainer und Nachbarn sind sich sicher; Celia widerfuhr was Schlimmes und nur Paul kann der Täter sein. Sein Vorleben hat ihn eingeholt .....

  • Filmkritik
  • Was Regisseur Brad McGann und mit seinem Film ALS DAS MEER VERSCHWAND zeigt ist Kunst. Er besitzt die Fähigkeit wunderschöne stimmungsvolle Atmosphäre einzufangen und in zeitlosen Bildern wiederzugeben. Er setzt seine Szenen unchronologisch auseinander um sie dann in genau richtigen Moment wieder aneinander zu fügen. Das Ergebnis kann sich im wahrsten Sinne des Wortes sehen lassen. Es entstand eine Symbiose aus Gefühlen. Ängste und Leidenschaft, einfach großes Kino. IN MY FATHERS DEN, so der Originaltitel basiert auf einer Novelle des 75 jährigen Neuseeländer Maurice Gee dem es ein Anliegen war, sein Land in seiner Vollkommenheit zu zeigen. Die Natur müsse mit der Geschichte in Einklang leben, nur so könnte ein Film dieser Art funktionieren. Dieses Werk ist, wie auch seine Story selbst, sehr literarisch komponiert. Seine Dialoge sind gewichtig aber einfach, sein Ausdruck ist vielfältig und beeinflussend. Fast könnte man diesen Vergleich ziehen, hier ein gutes Buch zu lesen. Eines das trotz aller Nähe der Charaktere und deren Traditionen unheimliche Härte und Kälte ausstrahlen kann. Eines das auf ein bitteres Leben hinweist das realistischer nicht hätte gezeigt werden können. Für Brad McGann war dieses bereits 2004 entstandene Werk sein Debüt als Regisseur eines abendfüllenden Spielfilmes und er selbst schrieb das das Drehbuch nach seinen Vorstellungen um. ALS DAS MEER VERSCHWAND sucht nicht nach Lösungen. Er erhebt seinen Finger nicht um einen Schuldigen zu suchen, bleibt Antworten, wie das wahre Leben auch, schuldig. Der Film gibt sich objektiv und lässt Spielraum für eigene Gedanken zu. Der Betrachter hat sich sein Bild selbst zu formen und darf, wenn er es für wichtig hält, urteilen.

    Für die Besetzung der Hauptcharaktere wurden frische Gesichter gewählt. Für Matthew Macfadyen der die schwere Rolle des Heimkehrers spielt, war diese Performance sein erster Hauptpart. Erst danach dufte er Schwergewichte wie STOLZ UND VORURTEIL und Quentin Tarantinos GRINDHOUSE übernehmen. Paul müsse ein natürliches etwas sentimentales an sich tragen und insofern war Macfadyen dafür die Idealbesetzung. Die Engländerin Emily Barclay verkörpert ihre Darstellung der Celia mit natürlicher Schönheit. Sie gibt eine zurückhaltende fast eingeschüchterte Bewohnerin einer Kleinstadt rhetorisch und vor allem greifbar wieder. In weiteren Rollen werden Miranda Otto, bekannt als Eowyn in HERR DER RINGE, Colin Moy und Jimmy Keen gezeigt.

    ALS DAS MEER VERSCHWAND ist ein Titel aus einem lyrischen Gedicht der sich wie ein Faden durch den gesamten Film bewegt. Mit dieser Zeile werden verzweigte Teile miteinander verknotet und mit Simon Boswells Kompositionen wunderbar vereint. Einzig die Tatsache das die Geschichte ihre Zeit benötigt um sich zu entwickeln, und die Gesamtlänge von 128 Minuten, vermitteln vereinzelt eine leichte Trägheit die mit Tempowechsel zu kaschieren gewesen wäre. Aber dieser Umstand tut dem positiven Ergebnis keinen Abbruch. Und zu guter letzt gilt die Ausrede, lieber ein gutes Buch zu lesen als ins Kino zu wandern, nicht. Hier lässt sich Beides auf wundersamer Weise kombinieren !

  • Kurz Kritik
  • Story
    4,0
    Musik:
    4,0
    Unterhaltung:
    3,0
    Anspruch:
    4,0
    Spannung:
    3,0
    Darsteller:
    4,0
    Gesamt:
    4,0
    Verfasst von:
    Richard Lammel

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