Irina Palm

  • Informationen zum Film
  • Irina Palm

  • Originaltitel:
    Irina Palm
    Genre:
    Drama
    Produktionsländer:
    Frankreich, UK, Deutschland, Belgien, Luxemburg
    Produktionsjahr:
    2007
    Kinostart Deutschland:
    14.06.2007
  • Cast & Crew
  • Regie:
    Sam Garbarski
    Drehbuch:
    Philippe Blasband, Martin Herron, Sam Garbarski
    Musik:
    Ghinzu, Philippe Malempré
    Darsteller:
    Miki Manojlovic, Jonathan Coyne, Jenny Agutter, Meg Wynn Owen, Hassani Shapi, Marianne Faithfull, Jules Werner, Dorka Gryllus, Peter Sproule, Flip Webster, Simon Anderson, Liam Reilly, Tim Plester, Siobhan Hewlett, Corey Burke, Susan Hitch, Ann Queensberry, June Bailey, Malina Ebert, Doraly Rosen, Ibrahima Sanogo, Steve Kingett, Gill Stoker
  • Inhalt
  • Olly, ein ansonsten aufgeweckter britischer Junge, leidet an einer schweren Krankheit. Nur eine Spezialtherapie außerhalb des Landes könnte vermutlich sein Leben retten. Die anstehende Behandlung kann lediglich in Melbourne stattfinden und die Kosten dafür sind erheblich. Seine Eltern sehen sich durch ihre finanzielle Situation nicht in der Lage diese Reise zu unterstützen. Maggie, Ollys Großmutter, hat den unbedingten Drang zu helfen. Jedoch ist auch ihr Erspartes knapp und ihr Haus ist bereits nicht mehr in ihrem Besitz. Doch die Zeit drängt und dem Knaben bleiben nur noch sechs Wochen. Danach werde er für den Transport zu schwach sein, befürchten die Ärzte. Durch diese Ausweglosigkeit keine Arbeit zu finden, die das erwünschte Geld im kurzen Zeitrahmen einbringt, versucht Maggie ihr Glück im roten Gewerbe. Unter Hostessen gesucht kann sich die ältere Lady wenig darunter vorstellen, und so wird sie bei Miki, einem Etablissementbesitzer, vorstellig. Er vertraut sie eingehend mit der Sachlage. Ab sofort ist sie mit Handanlegen beschäftigt und kann Olly damit womöglich das Leben retten. Moralische Aspekte und der Ekel davor rücken immer mehr in den Hintergrund und Maggie erledigt ihren Job so gut das sie sogar einen Künstlernamen erhält: Irina Palm. Sie wird die beste rechte Hand Englands !

  • Filmkritik
  • Der belgische Regisseur mit deutschen Wurzeln Sam Gabarski war von der Idee begeistert eine politisch unkorrekte Tragikomödie zu drehen. Das Drehbuch dazu verfasste sein langjähriger Freund Phillip Blasband. Aber den Beiden war von Anfang an bewusst das eine Finanzierung für so einen heiklen Stoff schwer zu realisieren ist. Es wurde ein harter Weg und dauerte etliche Jahre bis sich ein englischer Produzent fand, der den Mut besaß diese Produktion abzusegnen. Eine Bedingung, die verlangt das auf Englisch gedreht werden sollte, wurde jedoch geknüpft. Dies bedarf das man das bereits fertige Skript abändern musste und dem Drehbeginn nichts mehr im Wege stand. Der Entschluss Marianne Faithfull für den Hauptpart zu besetzen kam Sam Gabarski während eines Fluges. Er las einen Artikel über Sophie Coppola die Marie Antoinette mit Marianne inszenierte. Sophie schwärmte regelrecht über ihre Professionalität und ihrer Ausdruckskraft. Somit war schnell der wichtigste Teil des Films, die Hauptdarstellerin, gefunden.

    Nicht sehr oft, dennoch hin und wieder ist ausschließlich eine Person für ein Gelingen oder Scheitern verantwortlich. In IRINA PALM verdankt dies dem positiven Umstand das eine schwierige Rolle mit Marianne Faithfull besetzt wurde. Ihr zurückhaltender, ruhiger, fast zerbrechlicher Stil einer doch korpulenten Figur rechtfertigt jeden Applaus. Zu recht bekam sie für ihre Leistung bei der Weltpremiere im Berlinale Palast zwanzig Minuten stehende Ovationen. Diese Darbietung rechtfertigt den überschwänglichen Lob der vorherrschenden Presse die sie als Heldin mit Herz beschreiben. Eine Frau die das Kinopublikum im Sturm erobert. Und diese Loblieder sind nicht zu hoch gegriffen. Während alles rund um ihr bei diesem Projekt einen durchschnittlichen Wert ergibt, sticht sie mit herzergreifender Tragik und erfrischender Komik hervor. Die Regie hält sich dezent im Hintergrund und auch der Score ist im minimalistischen Bereich anzusiedeln. Die weiteren Darsteller, seien sie auch noch so gut gewählt, verblassen in ihrer Gegenwart.

    Das Thema um das es in Irina Palm geht ist einfach aber schwer zu realisieren. In den Staaten könnte diese Geschichte mit Budget nicht so recht funktionieren. Zu prüde würden die Amerikaner auf eine ältere Dame, die ihr Geld mit sexueller Handarbeit verdient, reagieren. Daher ist es nicht all zu überraschend das dieser Film wieder einmal aus dem guten alten Europa kommt. Denn hier können wir über dieses Tabu Thema lachen und gleichzeitig berührend weinen. IRINA PALM versteht es beide Genre zu bedienen. Mit Wortwitz und einer intelligenten Naivität überzeugt dieses Werk mit seiner Geradlinigkeit. Und dabei ist es völlig Irrelevant zu welch Ende er führt.

  • Wertu
  • Story
    3,5
    Musik:
    3,0
    Unterhaltung:
    4,0
    Anspruch:
    3,0
    Darsteller:
    4,5
    Gesamt:
    3,5
    Verfasst von:
    Richard Lammel

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