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Black Book

  • Informationen zum Film
  • Black Book

  • Originaltitel:
    Zwartboek
    Genre:
    Thriller, Krieg, Drama
    Produktionsland:
    Niederlande
    Produktionsjahr:
    2006
    Kinostart Österreich:
    15.08.2007
    Kinostart Deutschland:
    10.05.2007
  • Inhalt
  • Holland, 1944: Rachel Stein (Carice van Houten), eine junge, attraktive Sängerin jüdischer Herkunft, versteckt sich im abgelegenen Haus der Familie Tsjempkema vor den Nazis. Eines Tages wird das Haus durch eine Fliegerbombe zerstört und die Nazis rücken an. Gemeinsam mit Rob (Michel Huisman) will sie in den bereits befreiten Süden des Landes flüchten. Mit Hilfe des Notars Smaal (Dolf de Vries) organisiert sie sich Geld und einen Fluchtweg. Ein Boot soll sie und ihre Familie in Sicherheit bringen. Doch ein deutsches Patrouillenboot entdeckt die Flüchtlinge, die Nazis eröffnen sofort das Feuer auf die wehrlosen Menschen. Alle sterben, nur Rachel kann sich durch einen Sprung ins Wasser retten.

    Auf ihrer Flucht begenet sie Gerben Kuipers (Derek de Lint), einen holländischen Widerstandskämpfer, der ihr Arbeit und Unterkunft anbietet. Rachel färbt ihre Haare blond, nennt sich ab jetzt Ellis und schließt sich dem Widerstand an, um ihre Familie zu rächen. Gemeinsam mit Hans Akkermans (Thom Hoffman) führt sie eine Schmuggelmission aus. Als ihre Tarnung aufzufliegen droht, setzt sie sich kurzerhand ins Zugsabteil des ranghohen SS-Manns Ludwig Müntze (Sebastian Koch) und läßt ihren weiblichen Charme spielen. Es scheint zu funktionieren, ihr Gepäck wird nicht durchsucht und der Schmuggel bleibt unentdeckt. Als die Widerstandskämpfer realisieren, dass Rachel/Ellis ein Naheverhältnis zu Ludwig Müntze aufbauen konnte, wird sie als Spionin eingesetzt. Damit gerät Rachel/Ellis immer mehr zwischen die Fronten, Freund- und Feindbild beginnen sich zu vermischen und bald stellt sich die Frage wem sie noch trauen kann...
  • Filmkritik
  • Nach rund 20 Jahren und einigen Hollywood Blockbustern wie ROBOCOP (1987), BASIC INSTINCT (1992) und STARSHIP TROOPERS (1997) kehrt der niederländische Regisseur Paul Verhoeven mit seinem neuen Film ZWARTBOEK in die Heimat zurück. In filmischer Hinsicht ist es eine gleichsam inhaltliche wie formale Rückkehr zum europäischen Kino. Die Geschichte beruht auf wahren Begebenheiten und spielt zur Zeit der Besetzung Hollands durch die Nazis gegen Ende des zweiten Weltkriegs. Obwohl der Regisseur seinen Film als Thriller beschreibt, bewegt sich ZWARTBOEK deutlich außerhalb enger Genrekorsetts, wie es im Hollywood Mainstreamkino üblich ist. BLACK BOOK, so der internationale Titel des Films, hat zwar einige Spannungsmomente, ist aber dennoch kein durchgängiger Thriller. Es ist eine tragische Geschichte während des zweiten Weltkriegs, aber kein reines Historiendrama. Der Film beinhaltet zwar eine Lovestory, ist jedoch fernab einer Romanze. Letztendlich ist ZWARTBOEK ein Film, mit dem sich der Regisseur ganz offensichtlich auch formal vom amerikanischen Kino verabschiedet hat. Willkommen zu Hause, Paul Verhoeven!

    Die Story des Films wird geradlinig und schnörkellos erzählt, die Handlungsebene steht klar im Mittelpunkt und wird stetig vorangetrieben. Es finden sich kaum Szenen in ZWARTBOEK, die keine handlungstragende Funktion ausüben. Das läßt den Film deutlich temporeicher erscheinen, als er es in Wirklichkeit ist, hat man als Zuseher doch immer das Gefühl, dass "etwas passiert". Mit dieser Herangehensweise erspart sich der Film vordergründige und inhaltsleere Bombastik, nimmt sich allerdings in manchen Szenen die Möglichkeit ein paar Momente länger bei den Emotionen seiner durchwegs gut gezeichneten Hauptfiguren zu verweilen. Insgesamt gesehen funktioniert ZWARTBOEK dramaturgisch sehr gut. Trotz stolzer Laufzeit von 142 Minuten kommen kaum Leerläufe oder Langeweile auf. Leider ist aber klar erkennbar, dass dem Film gegen Ende die Zeit davonläuft. Die Erzählung wird etwas sprunghaft, die Handlung unternimmt zuviele Wendungen in zu kurzer Zeit. Von diesem Manko abgesehen findet der Regisseur eine ausgewogene, dramaturgische Balance. Das läßt ZWARTBOEK, trotz langer Laufzeit, über weite Strecken interessant und spannend bleiben.

    Die schauspielerischen Leistungen sind fast alle auf hohem Niveau. Sebastian Koch, zuletzt im oscargekrönten deutschen Film DAS LEBEN DER ANDEREN zu sehen, stellt den SS-Mann Müntze nicht nur als platten Filmbösewicht dar, sondern versucht mit seiner Darstellung durchaus auch Sympathien für ihn aufkommen zu lassen. Ein wesentlicher Faktor des Drehbuchs ist die Vermeidung von S/W-Malerei bei der Charakterisierung der Figuren. So verkehren sich Helfer zu Verrätern, Feinde zu Verbündeten und Wiederstandskämpfer zu blutgierigen Lynchmobs. Die Darstellung dieser Grauzonen innerhalb der handlungstragenden Figuren gelingt den Akteuren meist auf sehenswerte Art und Weise, wobei Carice van Houten eindeutig das schauspielerische Hightlight des Films ist. Die Rolle einer zwischen die Fronten geratenen Frau bietet ihr ausreichend Gelegenheit ihre darstellerische Bandbreite zu zeigen und genau das macht sie auch mit Bravour.

    Fazit: Trotz kleinerer Schwächen ist ZWARTBOEK ein überaus sehenswerter Film mit interessanten Inhalten, schönen Bildern, tollen DarstellerInnen und einer hervorragenden Inszenierung.
  • Wertungen
  • Story
    4,5
    Musik:
    4,0
    Unterhaltung:
    3,5
    Anspruch:
    4,0
    Spannung:
    3,0
    Darsteller:
    4,5
    Gesamt:
    4,0
    Verfasst von:
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