The Host

  • Informationen zum Film
  • The Host

  • Originaltitel:
    Gwoemul
    Genre:
    Horror, Komödie, Drama, Thriller, Sci-Fi
    Produktionsland:
    Südkorea
    Produktionsjahr:
    2006
    Kinostart Österreich:
    30.03.2007
    Kinostart Deutschland:
    29.03.2007
    Kinostart USA:
    10.11.2006
    Verleiher Deutschland:
    MFA
  • Cast & Crew
  • Regie:
    Joon-ho Bong
    Drehbuch:
    Won-jun Ha, Chul-hyun Baek, Joon-ho Bong
    Musik:
    Byung-woo Lee
    Darsteller:
    Dal-su Oh, Kang-ho Song, Hie-bong Byeon, No-shik Park, Hae-il Park, Paul Lazar, Scott Wilson, Doona Bae, David Joseph Anselmo, Philip Hersh, Ah-sung Ko, Martin Lord Cayce, Cristen Cho, Brian Lee, Clinton Morgan, Brian Rhee, Pil-Sung Yim, Je-mun Yun
  • Inhalt
  • Yongsan im Februar 2000: Ein amerikanischer Militär-Mediziner befiehlt seinem asiatischen Assistenten, eine nicht unbeträchtliche Menge an Formaldehyd in den Ausguss zu leeren. Anfängliche Bedenken seitens des Assistenten werden durch die bahnbrechende Argumentationsweise ("Der Han-Fluss ist sehr breit") des Vorgesetzten in Wohlwollen umgewandelt.

    Han, Juni 2002: Zwei Fischer entdecken ein seltsames kleines Tier im Wasser, welches ihnen aber davonschwimmt.

    Seol, Oktober 2006: Ein typischer Herbstnachmittag. Viele Bürger streifen durch den Citizen's Park am Flussufer des Han. Dort betreiben der alte Hie-bong mit seinem Sohn Gang-du einen Kiosk. Beide kümmern sich um Hyun-seo, Gang-dus Tochter. Die Familie besteht desweiteren aus Nam-il, einem ehemaligen radikalen Aktivisten der Studentenbewegungen und Nam-joo, einer erfolgreichen Sportlerin.
    Einige der Passanten bemerken unter der Brücke eine seltsame Kreatur, die sich dort mit einem langen, tentakelartigem Greifschwanz festhängt und sich dann ins Wasser fallen lässt. Zunächst sind die Menschen dem Tier wohl gesonnen und füttern es mit Bierdosen etc. - doch die Freude über den vermeintlichen "Flussdelfin" verflüchtigt sich sogleich, als sich die Kreatur aus dem Wasser erhebt und Jagd auf Menschenfleisch macht. Es entsteht eine Massenpanik bei der Hyun-seo von dem Monster entführt wird und sich schließlich in einem Abwasserkanal wiederfindet. Obwohl alle glauben, sie sei tot, schafft sie es ihren Vater anzurufen, der sich nun, gejagt von Polizei und Militär, mit seiner Familie auf die Suche nach seiner Tochter macht.
  • Filmkritik
  • In Südkorea brach THE HOST mit 13 Millionen verkauften Eintrittskarten (bei rund 48 Mio. Einwohnern) alle Kassenrekorde. Auf Filmfestivals räumte GWOE MUL ebenfalls beachtliche Anerkennung ab- sowohl von Kritikern als auch von Zuschauern, sodass Derek Elley von der "Variety" dem Film bereits jetzt "Kultstatus" voraussagte. Die Rechte für ein Hollywood Remake sind bereits verkauft worden.

    Dennoch sollte man sich im Klaren darüber sein, mit THE HOST keinen reinrassigen Horrorfilm zu sehen. Im Kern handelt es sich nämlich um eine bissige Gesellschaftssatire, die sich lediglich bestimmter Horrorelemente bedient. Damit ist natürlich das grandios animierte und wahrlich furchteinflößende Monster gemeint, welches aus den Tiefen des Flusses entsteigt um der koreanischen Bevölkerung das Fürchten zu lehren. Die ersten 20 Minuten des Films zählen so auch zu den besten - der erste (und in dieser Form leider auch letzte) Angriff des Monsters im Park fesselt seine Zuschauer wie später keine Szene mehr und kann sich dank der perfekten und sehr heterogenen Einbindung von SFX in die Realität bereits jetzt als "Kultszene" bezeichnen. Im weiteren Verlauf nehmen die Übergriffe des Monsters leider ab, rücken sogar in den Hintergrund der Handlung. Regisseur Joon-ho Bong fokussiert seinen Blick auf die Geschichte des Familienvaters, der von Ärzten, Militär und Polizei gesucht wird, seine Tochter finden will. Dabei bedient er sich häufig des Elements "Satire": Vor allem die Amerikaner bekommen ihr Fett weg - ein amerikakritischer Ton zieht sich bereits von Anfang an durch den Film, als der Militärarzt seinem Assistenten doch tatsächlich befiehlt, hundertschaften von gefährlichen Säuren/Basen in den Ausguss zu leeren, weil die Flaschen etwas staubig geworden sind. Derart groteske Elemente finden sich im Laufe des Films immer wieder ein von "Agent Yellow" (als Anspielung auf "Agent Orange" - dem Pflanzengift, das die Amerikaner im Vietnamkrieg versprüht hatten), über einen Mediziner, der Gang-dus Kopf in der Klinik aufbohren und sein Gehirn auf Viren, von denen er weiß, dass es sie gar nicht gibt (= Anspielung auf Massenvernichtungswaffen im Irak), untersuchen will. Das und die Tatsache, dass unsere Protagonisten eigentlich Anti-Helden im engeren Sinne sind, macht THE HOST zu einer oftmals ungewöhnlichen Satire.
    Trotz oder vielleicht auch wegen dieser Mischung aus Horror und Comedy gehen manche Elemente des Films nicht so auf, wie man sich das wünschen würde. Und so sitzt sowohl der Film als auch der Zuschauer etwas zwischen den Stühlen: Einige Szenen wirken zu überladen, andere wiederum reißen bestimmte Aspekte nur an, wieder andere wirken sogar überflüssig. Fakt ist, dass THE HOST in seinen knappen zwei Stunden Laufzeit nicht auf dem Niveau bleibt, das er zu Beginn des Films einschlägt. Langweilig wird's trotzdem nicht, trotzdem, etwas mehr Monsteraction und etwas weniger Gesellschaftskritik hätten den Schauwertfaktor des Films sicherlich noch höher getrieben.
    Übrigens, nach "Taekoesu Yonggari" (1967, "Godzillas Todespranke") und dem nordkoreanischen "Pulgasari" (1985) vom Sohn des damaligen Diktators Il-sung Kim ist THE HOST erst der dritte in Korea produzierte Monsterfilm. Für die Spezialeffekte waren unter anderem das Team des Weta Workshops - die Schöpfer der Kreaturen aus "Der Herr der Ringe" sowie The Orphanage, welche die Spezialeffekte von "Sin City", "Superman Returns" oder "Harry Potter and the goblet of fire" kreierten, verantwortlich.

    Obwohl die Spannungskurve des Films mit fortschreitender Laufzeit etwas abnimmt und er nicht mehr das Niveau des Anfangs erreichen kann, bleibt er vor allem für Fans leicht anspruchsvoller Filmkost definitiv sehenswert!
  • Kurz Kritik
  • Story
    2,5
    Musik:
    3,5
    Unterhaltung:
    3,5
    Anspruch:
    3,0
    Spannung:
    3,0
    Darsteller:
    3,5
    Gesamt:
    3,0
    Verfasst von:
    Eduardo D'Amaro

Kommentare

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User Kritiken

User Kritiken

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Monsterfilme bilden mittlerweile ja schon ein eigenes Subgenre, mit dem ich aber nie so richtig warm wurde. Mein Interesse konnte dafür einfach nicht geweckt werden, sodass ich nur wenige Streifen dieser Art gesehen habe, die mich allesamt nicht begeistern konnten. Mit THE HOST sah ich den ersten Genrebeitrag aus Asien. Ich wusste zwar nicht so recht was da auf mich zukommen würde, da es sich aber 1. für Asien um eine sehr teure Produktion handelt und der Film 2. sehr stark beworben wurde musste ich den Film einfach sehen...

Der Film beginnt schon mal "anders", denn es wird gleich geklärt wie das Monster entsteht und dessen Entwicklung wird dem Zuseher in einem schnellen Zeitraffer näher gebracht. Bei US-Produktionen kann man sich sicher sein, dass die gleiche Sequenz zwar im Film zu sehen sein könnte, allerdings erst als Aufklärungsmoment gegen Ende des Films. Das hat zwar den scheinbar nachhaltigeren Effekt (vor allem weil er eben erst am Schluss zum Einsatz kommt), ist aber mittlerweile Teil des üblichen Hollywoodkonzepts. Dass diese koreanische Produktion anders konstruiert ist halte ich ihr somit zu Gute.
Der Anfang des Films ist wahnsinnig temporeich. Es geht gleich Schlag auf Schlag, sodass man sich nach einem kurzen Kennenlernen mit Familie Park die in diesem Film von der Kamera begleitet wird gleich mitten in der Action befindet. Bekommt man die mutierte Kreatur erstmal zu sehen sieht man auch als ungeübter Filmschauer, dass diese offensichtlich aus dem Computer stammt. Hohe Budget für koreanische Verhältnisse bedeutet eben noch lange nicht, dass man sich in der Hollywoodliga befindet. Allerdings muss ich auch sagen, dass mich ein solch eindeutiger Effekteinsatz selten so wenig gestört hat wie hier. Die Inszenierung stimmt einfach - das Setting, die Darsteller und auch das Monster selbst hat etwas, was die offensichtliche Effektarbeit in den Hintergrund stellt. Nach dem Einstieg wird die Charakterzeichnung der einzelnen Familienmitglieder noch weiter vertieft, vor allem auf Park Gang-Du (gespielt von Kang-ho Song, auch in Sypathy for Mr. Vengeance zu sehen) wird hier näher eingegangen, was durch die tolle Leistung von Kang-ho Song auch sehr gut funktioniert. Und auch wenn die anderen Hauptdarsteller - alle aus der Familie Park - vergleichsweise schwach aussehen bilden sie doch ein Ganzes als Familie, was der Zuseher den ganzen Film über spürt.

Leider lässt der Film nach dem starken Beginn etwas nach. Die in der ersten Hälfte des Films entstehende Charakterzeichnung der ganzen Familie ist noch sehr gut gelungen, allerdings verliert sich das Drehbuch danach in einfallslosen Szenarien. So kommt leider keine kontinuierliche Spannung auf, immer wieder wird man aus der gerade im Aufbau befindlichen Atmosphäre gerissen, was sehr schade ist. Denn bis dahin hat Regisseur Joon-ho Bong mit THE HOST bewiesen, dass ein Monsterfilm genau so ein Actionthriller oder Horrorfilm, aber auch ein Familiendrama mit Witz sein kann - und diese Mischung muss man erst einmal hinbekommen. Aufgrund der grauenhaften Ereignisse wird die Familie auf eine harte Zerreissprobe gestellt, was berührt und aufgrund der Inszenierung aber gleichzeitig amüsiert. Hier hat der Regisseur wirklich gute Arbeit geleistet, die aufgrund des Drehbuchs das bis zum Ende hin immer dünner zu werden scheint leider nicht zur vollen Entfaltung kommt.

THE HOST ist für mich trotz seiner Schwächen absolut empfehlenswert, da hier ein Mix gelungen ist den man nicht alle Tage sieht. Schade nur, dass der Film sein Potential inhaltlich ein wenig verspielt. Dennoch: Ein außergewöhnlicher Monsterfilm, der mir sehr gut gefallen hat.

7,5/10 Dosenbiere

geschrieben am 17.08.2011 um 22:34

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Wertung: 6/10 | Wertungen: 5 | Kritiken: 1