Der 25 jährige Regisseur Jakob M. Erwa siedelt seinen Film in seiner Heimatstadt Graz an. Der gebürtige Österreicher zeigt seine verschiedenen Fähigkeiten in variablen Gesichtern. Neben Filmemachen widmet er sich dem Malen und erschaffen von Skulpturen. Zusätzlich ist er Musiker, Komponist und Schauspieler. Er verfasst Drehbücher und arbeitet derzeit an einem Photoband. Das Inszenieren von Kinofilmen stellt also nur eine Facette im Leben des Jakob M. Erwa dar. Die Idee zum Film widerfuhr Jakob als er eines Tages während einer Zugfahrt einem Jungen gegenübersaß. Dessen Worte waren der Grundstein um dieses Werk zu realisieren. “ Ich glaube meine Mama hat mich nicht lieb ! “ Ein Satz der prägt, aus einem Mund eines unschuldigen Kindes. Meine Mama hat mich nicht lieb ! Als das Drehbuch geschrieben war, begannen 2005 die Castings und Proben für die zwei Hauptdarsteller. Authentizität der Darstellung war für den Regisseur die wichtigste Komponente um HEILE WELT glaubhaft vermitteln zu können. Die ersten Drehtage wurden verwendet um Improvisationen mit dem Drehbuch zu vereinen und die daraus hervorgegangenen Dialoge sollen die Echtheit wiederspiegeln.
HEILE WELT wandelt vorerst in den Fußstapfen eines Larry Clarks. Dessen KIDS erinnert aus mehreren Sichtweisen an unsere urbane Geschichte. Ähnlich wie in amerikanischen Parks gesellen sich Jugendliche zu einer Gruppe die unsere Gesellschaft terrorisiert. Sie fühlen sich wie Rebellen gegen eine Mauer von Unverständnis. Sie sind die einzig wahre Einheit und fühlen sich gemeinsam unbesiegbar. Der Jungregisseur zeigt verschiedene Charaktere die zu einander finden um sich wieder zu trennen. Er positioniert Momentaufnahmen aus der heutigen Gesellschaft. Doch dieser geradlinige Clarks Stil genügt Jakob nicht und biegt in eine andere Richtung ab, die sich als wesentlich vielschichtiger darstellt. Aber auch hier finden wir Verwandte wie AMORES PERROS, ELEPHANT oder BABEL. HEILE WELT setzt, genau wie seine großen Brüder, auf Zeitfenster. Es wiederholen sich im Verlaufe des Filmes gewisse Szenen, die aber von einem anderen Blickwinkel erzählt werden. Diesem Umstand ist es zu verdanken das sich Filme wie zum Beispiel KIDS nicht wiederholen. Leider ist aber dieser unchronologische Ablauf auch nicht neu, so das sich mit Fortdauer eine gewisse Langatmigkeit einstellt. Das Interesse geht mit Anbruch der zweiten Hälfte verloren. Der Besucher erhält immer mehr das Gefühl zu wissen was passieren wird. Das “ kenn ich schon “ Gefühl wird lauter und der rettende Anker, etwas unvorhersehbares zu erleben, schwindet. Man kann diesem Werk durchaus einen Sinn anerkennen. Trotzdem bleibt der fahle Beigeschmack so einen Film schon öfter präsentiert bekommen zu haben, haften.
Fazit:
Österreichische Filme gehören gefördert. Jakob M. Erwa hat diesmal zwar noch nicht alles richtig gemacht, ein Talent ist aber klar erkennbar.
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