Das wilde Leben

  • Informationen zum Film
  • Das wilde Leben

  • Originaltitel:
    Das wilde Leben
    Genre:
    Komödie, Drama, Musik, Biographie
    Produktionsland:
    Deutschland
    Produktionsjahr:
    2007
    Kinostart Deutschland:
    01.02.2007
  • Cast & Crew
  • Regie:
    Achim Bornhak
    Drehbuch:
    Dagmar Benke, Claus Peter Hant, Olaf Kraemer, Achim Bornhak, Uschi Obermaier
    Musik:
    Alexander Hacke
    Darsteller:
    Alexander Scheer, Georg Friedrich, David Scheller, Natalia Avelon, Matthias Schweighöfer, Inga Busch, Petra Berndt, Milan Peschel, Michael Falkenhagen, Uschi Obermaier, Oliver Binge, Heike Warmuth, Friederike Kempter, Victor Norén, Klaus Bräuer, Mila da Veela, Martin Koch, Valerie Lasserre, Martin Moeller, Uwagboe Rydl, Jonathan Schuld, Stefan Sieweke, Sebastian Stielke
  • Inhalt
  • Uschi lebt das Leben in freien Zügen. Sie wechselt stets den Partner getreu nach dem Motto; Krawalle und Liebe. Aufgewachsen im ländlichen Bayern sieht der Teenager keine Zukunft in ihrem Leben. Songs aus der eigenen Plattensammlung bieten die einzige Zuflucht aus dem Alptraum. Als es im Elternhaus wieder ein Streit über ihre freizügige Lebensart entsteht, entschließt Uschi das Weite zu suchen. Angekommen in Berlin, trifft sie den jungen Revolutionär Rainer Langhans. Er vermittelt Anfangs jenen Stil der sie aus ihrer kleinen Welt befreit. Mit Ihm wird sie über die Grenzen hinaus bekannt. Sie jobbt als Model und führt Demonstrationen für die freie Liebe an. Auch in London wird von der Kommune 1, jener Berliner Gruppe die von Rainer angeführt wird, gesprochen. Als sie zu einer in England stattfindenden Luxusparty eingeladen wird, trifft Uschi auf die Rolling Stones. Mick und Keith sind fasziniert vom ihrer Schönheit und versuchen sie gegeneinander zu erobern. Ohne einen ersichtlichen Sieger ist Uschi von nun an mit von der Partie. Sie reist mit den Musikern von Auftritt zu Auftritt. Aber das aufregende Leben erweist sich schnell als ein Langweiliges und schon bald sollte sie auf den Mann ihres Lebens treffen; dem reiselustigen Kiezkönig Bockhorn. Schafft er es die schöne Uschi Obermaier zu zügeln. Kann er ihre Welt so interessant zu gestalten damit ihre persönliche Reise ein Ende findet ?
  • Filmkritik
  • In den Sechziger Jahren wuchs ein junges deutsches Mädel als Top Model bis zur Ikone der 70er Jahren auf. Uschi Obermaier errang ihre Berühmtheit nicht dadurch, Besonderes geleistet zu haben. Sie erregte Aufmerksamkeit wegen eines bis dahin fremden Lebenswandel und ihrer international bekannten Partner. Die natürliche Schönheit und ihr freizügiger Stil faszinierten jeden, begonnen von der Unterwelt bis zu den Celebrities unserer Welt. Sie verstand es eigene Gesetze zu schaffen, eigene Wege zu beschreiten. Ihr war es ein Grauen in Monotonie zu existieren. Uschi gilt als Reiselustig und war stets darauf aus, etwas Neues zu erfahren. Freiheit und das Recht zu leben wie sie wollte war sicherlich mit am Wichtigsten. Das bedeutet keine Enge in Sachen Partnerschaft, daher kamen Kinder und Ehen für sie nicht in Frage. Selbst einen Zehnjahresvertrag, angeboten vom italienischen Erfolgsproduzenten Carlo Ponti schlug sie aus, weil sie Bindung in jeder Art und Weise verabscheut. Dabei wäre der erste Spielfilm von Michelangelo Antonioni inszeniert und realisiert worden. In der Gegenwart lebt Uschi Obermaier als Schmuckdesigner in Tobanga Canyon in der Nähe Los Angeles.

    DAS WILDE LEBEN zeigt eine wahre Geschichte die eine Seele offenbart. Die Seele die nicht bloß in einem Menschen wohnt, sondern in einer gesamten Bewegung, genannt die 68er Generation. Regisseur Achim Bornhak versteht es durchaus ein Biopic mit freier Hand zu erzählen. Gekonnt inszeniert er seinen Film in einer Art mit dem er sich ohne weiteres mit der ausländischen Konkurrenz messen kann. Er weist auf die wesentlichen Dinge einer Person hin und verweigert jede staatskluge Aussage zu diesem eigentlich politischen Hintergrund. Er erzählt für Jedermann verständlich von einem Stück deutscher Geschichte. Und er vermittelt es dem Zuseher beschwingt wie es der Titel verlangt. In den Dialogszenen zwischen den Liebenden jedoch verlangsamt Achim das Tempo so das ein Gefühl der Endlosigkeit entsteht. Jede gelebte Sekunde scheint von enormer Wichtigkeit des Charakters zu sein. Die Zeit steht still, für einen Augenblick um das Gefühl des Lebens zu intensivieren.

    Leider beinhaltet DAS WILDE LEBEN auch einige Leerläufe, die teils auf das inhaltsarme Drehbuch und auch auf ständige Wiederholungen im Ablauf zurück zu führen sind. Eventuell stellt sich die Spiellänge von Zwei Stunden als etwas zu lang heraus um über die gesamte Zeit aktuell und interessant zu bleiben. Als gewöhnungsbedürftig darf die silbenarme Aussprache und der bayrische Akzent der Person Uschi Obermaier angesehen werden. Auch die Tatsache das die Hauptfigur fast ausschließlich mit eines weiteren, vorrangig männlichen Part gezeigt wird und selten alleine agieren darf, verhandelt diese gewonnenen Erkenntnisse. Insgesamt jedoch vermittelt Achim Bornhak`s Werk einen positiven Eindruck der durch die erwähnten kleinen Schwächen etwas gestört aber nicht wesentlich beeinträchtigt wird. Es liegt auch an dem gewählten Ensemble die durch schauspielerisches Können und auch durch ihre Ähnlichkeiten zum Original glänzen. Natalia Avelon als Uschi, fesselt nicht nur als optische Schönheit sondern darf durch ihren betörenden Blick, ihrem Mimikspiel und ihrer faszinierenden Ausstrahlung bestechen. Durch ihre Performance kann sich der Betrachter in diese damalige Euphorie gut hineinversetzen und versteht fortan diesen in den 60er und 70er ausgelösten Enthusiasmus. Mathias Schweighöfer als Rainer Langhans trägt zum Wesentlichen dazu bei, das der satirisch witzige Aspekt des Films nicht zu kurz kommt. David Scheller und nicht zuletzt der Salzburger Georg Friedrich ergänzen die eminent gute Besetzungsliste. Sorgfältig und gelungen abgestimmte Songauswahl die sich Zeitgetreu mit den visuellen Bildern komplettieren, runden den zusagenden Gesamteindruck ab. Nicht zuletzt sei das Titellied zum Film zu erwähnen das von Titelheldin Natalie Avelon mit Hilfe von Ville Valo ( HIM ) selbst gesungen wird und den Titel Summer Wine trägt.

    Fazit:
    Auch wenn das Thema nicht für jeden Kinogänger interessant erscheint, bleibt doch die Tatsache, das dieser Film DAS WILDE LEBEN eine Eintrittskarte zu kaufen, lohnt. Gut gemachtes deutsches Kino !!
  • Kurz Kritik
  • Story
    3,0
    Musik:
    4,0
    Unterhaltung:
    3,5
    Anspruch:
    2,0
    Darsteller:
    4,0
    Gesamt:
    3,5
    Verfasst von:
    Richard Lammel

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