The Reaping - Die Boten der Apokalypse

  • Informationen zum Film
  • The Reaping - Die Boten der Apokalypse

  • Originaltitel:
    The Reaping
    Genre:
    Thriller, Horror
    Produktionsland:
    USA
    Produktionsjahr:
    2007
    Kinostart Österreich:
    20.04.2007
    Kinostart Deutschland:
    19.04.2007
    Kinostart USA:
    05.04.2007
  • Cast & Crew
  • Regie:
    Stephen Hopkins
    Drehbuch:
    Carey Hayes, Brian Rousso, Chad Hayes
    Musik:
    John Frizzell
    Darsteller:
    Eddie J. Fernandez, David Morrissey, Stephen Rea, John McConnell, Chad Hayes, Hilary Swank, David Jensen, Lara Grice, Afemo Omilami, Robert Alonzo, Axel Anderson, Stuart Greer, AnnaSophia Robb, Yvonne Landry, William Ragsdale, Idris Elba, Samuel Garland, Myles Cleveland, Andrea Frankle, Mark Lynch, Cody Sanders, Burgess Jenkins, Sabrina A. Junius, Jillian Batherson, Karen Yum, Axel C. Cartagena, Javier Ortiz Cortés, Iris Martínez, Abraham Henderson, Felipe Febres Rivera, Gregorio Allende
  • Inhalt
  • Nachdem Katherine Winter (Hilary Swank) ihren Mann und ihre Tochter im Sudan bei Missionsarbeiten verloren hat, hat sie auch ihren Glauben an Gott verloren. Als Pragmatikerin und Wissenschaftlerin reist sie mit ihrem Partner Ben (Idris Elba) durch die Welt und hat noch für jedes scheinbar göttliche Phänomen eine irdische Erklärung gefunden. Gerade aus Argentinien zurückgekehrt, wird sie von dem Doug Blackwell (David Morrissey), einem Lehrer aus der Kleinstadt Haven, um Hilfe gebeten. In diesem, in den Sümpfen von Louisiana versteckten, Städtchen ist ein Kind gestorben und das Flusswasser zu Blut geworden. Doch damit ist es nicht genug, denn mit der Ankunft Katherines und Bens wird eine Reihe von Ereignissen über die Stadt ausgeschüttet, die sich an den zehn biblischen Plagen orientieren. Was hat die kleine Loren McConnell (AnnaSophia Robb), die von der aufgebrachten Bevölkerung als Ausgeburt des Bösen wahrgenommen wird, damit zu tun? Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt, denn eine Plage folgt der nächsten…
  • Filmkritik
  • „The Reaping“ erfindet das Horrorgenre mit Sicherheit nicht neu, klaut aber aus klassischen und bereits bekannten Motiven eine ganze Reihe an Elementen, mischt sie zusammen und fördert so überraschenderweise ein recht bekömmliches Ergebnis zu Tage. Vorbilder sind unter anderem „Carrie“ (der sogar einmal recht offensichtlich zitiert wird), „Der Exorzist“ (mit der Anfangsszene – man erinnere sich – damals noch im Irak, also weit weg von der Sicherheit, die amerikanische Kleinstädte für gewöhnlich bieten) oder „Das Omen“ (der vergeblich warnende Priester). Neu ist sie somit sicher nicht, die Idee, einen Ausschnitt aus der Bibel zu adaptieren, aber im Jahr 2007 zumindest einigermaßen ungewöhnlich. Und ein Film, der die zehn biblischen Plagen als Aufhänger für mehr oder weniger subtilen Horror bietet, ist mir bis dato auch nicht bekannt.
    Regisseur Stephen Hopkins, der bereits einen Oscar für „The Life and Death of Peter Sellers“ bekam, verzichtet dabei dankenswerterweise fast durchgängig darauf, den Film als oberflächliches SFX-Gewitter oder als Gewaltorgie zu inszenieren. In bester Hitchcock-Tradition deutet er viele Dinge nur an und erschrickt eher durch kurze aber prägnante und staccatohafte Schockmomente sowie durch eine bedrückende Atmosphäre. Bei der Ankunft Katherines und Bens in Haven, einer „typischen“ amerikanischen Südstaatenkleinstadt mit „typischen“ Bewohnern (zumindest so weit fortgeschritten, dass sie bereits Skateboard fahren und Ben, der schwarz ist, nicht versklaven wollen) ist die Anspannung durchaus spürbar, der blutrote Fluss als Vorbote dessen, was noch kommen sollte sieht nicht nur äußerst chic aus, seine „Bedrohung“ wird auch durch die eigentlich simple, aber effektvolle Einstellung eines Schwans, der seinen weißen Kopf ins Wasser steckt, und mit blutroter Färbung wieder auftaucht, verstärkt. Und auch der CGI-Heuschreckenflug vor dem Finale des Films macht nicht den Eindruck, als wäre er erneut eine Demonstration der neuesten Computertechnik, sondern fügt sich wunderbar ins „erdige“ Gesamtbild des Films. Leider wird dieses Flair nicht bis zum Schluss gehalten, denn als die letzten beiden Plagen gewissermaßen über den Ruinen der „Vorgängerstadt“ Havens hereinbrechen, wird einfach zu dick aufgetragen. Und der Schluss des Films an sich (sei an dieser Stelle natürlich nicht verraten) ist so ausgelutscht und klischeehaft, dass man meinen könnte, er habe „Fortsetzung folgt“ groß und fett aufgedruckt.
    Glaubensverlust, Traumata und Selbstzweifel, das sind die drei Hauptstadien, durch die Katherines Charakter als einziger des Drehbuchs komplex gemacht wird. Hilary Swank mag zwar eine viel geachtete Schauspielerin sein, und macht ihre Sache auch ziemlich gut, doch im Endeffekt wird man den Eindruck nicht los, sie wäre genauso gut austauschbar gewesen. Kinderdarstellerin AnnaSophia Robb (bekannt aus „Die Brücke nach Terabithia“) macht auch nicht mehr, als böse in die Kamera zu schauen, aber das kann sie ziemlich gut. Oscar- und BAFTA- Preisträger Stephen Rea als warnender Pater Costigan hat leider viel zu wenig Screentime und Präsenz, um prägnant zu wirken. Positiv hervorheben möchte ich an dieser Stelle noch den gelungenen Soundtrack von John Frizzell („Alien: Resurrection“), der an manchen Stellen ebenfalls wie eine Hommage an „Das Omen“ und Co erscheint, aber auch über genug Eigenständigkeit zu verfügen.
    In THE REAPING läuft zwar viel nach Schema F ab (so ist für geübte Horrorfans wie auch nur ein bisschen aufmerksame Zuschauer das, worauf es schlussendlich hinausläuft, schon nach kurzer Zeit ersichtlich), der Film könnte auch als typisch radikal-religiös interpretiert werden (was bei den fanatischen Christen, die die Südstaaten ja durchaus bieten und um die es ja schließlich geht, eine berechtigte Sichtweise wäre) – trotzdem „überrascht“ er vor allem bis zum Finale durchgehend positiv. Ob wir uns an diesen Film aber in dreißig Jahren ebenso erinnern werden, wie wir es heute an „Der Exorzist“ oder „Carrie“ tun, wage ich an dieser Stelle aber ebenso zu bezweifeln, wie die Annahme, dass Katherine am Schluss ihren Glauben vielleicht doch wieder findet…
  • Wertu
  • Story
    2,5
    Musik:
    4,0
    Unterhaltung:
    3,0
    Anspruch:
    1,5
    Spannung:
    4,0
    Darsteller:
    3,0
    Gesamt:
    3,5
    Verfasst von:
    Eduardo D'Amaro

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