Mondo Brutale / Das Letzte Haus links

  • Informationen zum Film
  • Mondo Brutale / Das Letzte Haus links

  • Originaltitel:
    The Last House on the Left
    Genre:
    Thriller, Horror
    Produktionsland:
    USA
    Produktionsjahr:
    1972
    Kinostart Deutschland:
    19.10.1973
    Kinostart USA:
    30.08.1972
  • Inhalt
  • Auf dem Weg zu einem Rockkonzert, durchstreifen die beiden Teenager Marie und Phyllis die Stadt New York.

    In ihrer grenzenlosen Naivität folgen die jungen Frauen einem jungen Mann in dessen Wohnung - und geraten dadurch in die Fänge einer skrupellosen Gangsterbande, welche sich aus kurz zuvor ausgebrochenen Kriminellen zusammensetzt.

    Die Schwerverbrecher fesseln, foltern und demütigen die jungen Frauen aus purer Lust an der Freude. Mit grenzenlosem Sadismus werden die Frauen erniedrigt und ihrer Menschenwürde beraubt.

    Die eiskalten Sträflinge ahnen noch nicht, das Sie ihre Opfer nur um wenige Stunden überleben werden - denn ihre fürchterlichen Taten werden nicht ungesühnt bleiben.
  • Filmkritik
  • Der Film "The Last House on the Left" ist eine kontrastreiche Visualisierung einer kontroversen Thematik : Rape and Revenge

    Verfilmungen dieser Art, sind nichts für zartbesaitete Gemüter. Das Muster dieser Filme ist stets das gleiche - der Reiz dieser Produktionen ist daher nicht, in dem stetig fortlaufenden Handlungsstrang zu suchen oder gar zu finden. Viel mehr bestechen diese Filme dadurch, das Sie uns in gewisse Art und Weise schockieren, sie rütteln uns wach und bilden so die Grundlage für Diskussionen.

    Vergewaltigungen, Mord und Demütigungen - das Subgenre der Rape and Revenge Verfilmungen visualisiert diese Substantive.

    Zu Beginn dieser Kritik war von einer kontrastreichen Visualisierung die Rede - und dieser Satz ist durchaus wörtlich zu nehmen. Einerseits bietet dieser Film schockierende Momente : Vergewaltigungen, psychische Demütigungen, Entführung und Mord.

    Doch jene Sequenzen bilden nur die eine Seite der Medaille. Dreht man die Münze im übertragenen Sinne herum, so ist das folgende zu sehen und natürlich auch zu hören : zwei völlig vertrottelte Polizisten, eine selten dämliche Lastwagenfahrerin mitsamt ihren gackernden Hühnern und nicht zuletzt eine Titelmusik, die mehr an eine Komödie als an einen Streifen der Marke "Rape and Revenge" zu erinnern vermag.

    Aufgrund dieser Beobachtungen lässt sich daher zu Recht die Frage in den Raum stellen, ob Wes Craven eine gewisse Verwirrung des Zuschauers, einkalkulierte oder vielleicht sogar eine solche beabsichtigte. Nun, diese Frage kann uns der Regisseur wohl nur selber beantworten und daher wenden wir uns nun jenen Fragen zu, die auch der einfache Zuschauer zu beurteilen vermag.

    Die Hauptcharaktere des Films agieren, mit wenigen Ausnahmen, sehr überzeugend. Weil Ausnahmen von einer Regel stets das Interesse wecken, möchte ich an dieser Stelle etwas genauer darauf eingehen - und dies im negativen und im positiven Sinne.

    David Hess, in seiner Rolle als Schwerverbrecher, agiert brilliant und ziemlich überzeugend. Letzteres lässt sich von der Mutter eines der Opfer leider nicht behaupten - der scheinbar freiwillig ausgeübte Oralverkehr mit einem der Gangster, zum Zwecke der Entmannung, scheint mir etwas zu abwegig - und weil wir gerade beim Thema sind :

    Der Vater des Opfers überwindet den Schock über den gesundheitlichen Zustand seiner Tochter ein wenig zu schnell - durch diese Komponente verliert der Film an Realismus.

    Trotz der hier angesprochenen Mängel ist der Film jedoch weit davon entfernt, so etwas wie einen "Rohrkrepierer" zu symbolisieren. Viel mehr handelt es sich bei dem Werk von Wes Craven um einen soliden Vertreter eines einschlägigen Genres.

    Einige Leser werden sich vielleicht die Frage stellen, welche Gründe einen Regisseur dazu bewegen könnten, einen solchen Film zu inszenieren.

    Nun, allumfassund lässt sich diese Frage sicherlich nicht beantworten - doch zumindestens im Falle der Verfilmung "The Last on the Left" kann ich die Neugierde des Lesers befriedigen.

    Der schwedische Regisseur Ingmar Bergman inszenierte im Jahre 1960 den Film "Die Jungfrauenquelle". Diese Verfilmung, diente Wes Craven als Vorlage für seine 12 Jahre später entstandene Verfilmung "The Last House on the Left".

    Im direkten Vergleich zu dem Film "I spit on your Grave" wirkt der sechs Jahre früher entstandene Film "The Last House on the Left" etwas zurückhaltender - wobei die Betonung hier eindeutig bei dem Adjektiv, also dem Wörtchen "etwas" zu suchen ist. In Deutschland wurde die ungeschnittene Unrated-Version bundesweit beschlagnahmt. In England, Norwegen, Neusseland und Australien ist dieser Film verboten.

    Zur Erläuterung :

    Die englische Zensurbehörde BBFC erteilte dem Film, im Jahre 2002, eine Freigabe. Dieser Freigabe wurde jedoch widerum nur unter Schnittauflagen erteilt - infolgedessen ist in England seit 1984 (Video Recording Act) keine ungeschnittene Version, dieses Films mehr erhältlich - zumindestens nicht im freien Verkauf. In Österreich wird der Film von dem Label XT Video vertrieben - selbstverständlich in der ungeschnittenen Unrated-Version.

    Die Bildqualität dieser DVD ist, gemessen am Alter und am Budget des Films, durchaus sehenswert - der Stein des Anstosses, ist bei dieser DVD eher beim Ton zu suchen.

    Ganz offensichtlich existiert von diesem Film keine durchgehende deutsche Synchronisation, so das einige Sequenzen nur im englischen Wortlaut zu vernehmen sind. Wirklich verwundern kann dies allerdings nicht - zumindestens nicht den alteingesessenen Filmfan.

    Wir erinnern uns :

    In Deutschland und Österreich wurde der Film auf dem VHS-System von der Firma Mike Hunter vertrieben - und zwar unter dem Titel "Mondo Brutale". Diese Fassung war jedoch in einigen Bild-und Tonpassagen gekürzt worden. Dieser Umstand dürfte die fehlenden Synchronstellen innerhalb des Films, hinreichend erklären.

    In der Bilanz betrachtet, repräsentiert das Werk von Wes Craven einen Film der durchaus zu unterhalten weiss - weil er sich durch seine Machart doch sehr von den anderen Rape-and Revenge-Verfilmungen zu unterscheiden weiss.

    Doch genau hier ist auch die Achillesferse dieser Verfilmung zu finden :

    Teilweise sind die Kontroversen etwas zu stark, der Wechsel zwischen Lust und Pein, wirkt manchmal etwas aufgesetzt, ja sogar etwas deplaziert.
  • Wertungen
  • Story
    3,5
    Musik:
    0,5
    Unterhaltung:
    3,5
    Anspruch:
    2,5
    Spannung:
    3,0
    Darsteller:
    3,0
    Gesamt:
    3,5
    Verfasst von:
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BILDER ZUM FILM

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Userkritiken

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Bewertung: 10/10 Punkte

Wes Craven lies 1972 seinen Debutfilm auf den unbedarften Zuschauer los, was er hier an Grausamkeiten auf die Leinwand zauberte war zur damaligen Zeit an Härte das Maß aller Dinge.Mondo Brutale durchbrach Grenzen,die Story um eine Gruppe Kriminelle...

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geschrieben am 25.07.2011 um 14:05

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ø Wertung: 6,8/10 | Wertungen: 17 | Kritiken: 1