Das Mädchen, das die Seiten umblättert

  • Informationen zum Film
  • Das Mädchen, das die Seiten umblättert

  • Originaltitel:
    La tourneuse de pages
    Genre:
    Drama, Thriller, Musik
    Produktionsland:
    Frankreich
    Produktionsjahr:
    2006
    Kinostart Deutschland:
    03.05.2007
    Kinostart USA:
    04.05.2007
    Verleiher Österreich:
    Filmladen
  • Cast & Crew
  • Regie:
    Denis Dercourt
    Drehbuch:
    Denis Dercourt, Jacques Sotty
    Musik:
    Jérôme Lemonnier
    Darsteller:
    Pascal Greggory, Clotilde Mollet, Catherine Frot, Xavier De Guillebon, Jacques Bonnaffé, Déborah François, Christine Citti, Antoine Martynciow, Julie Richalet, Martine Chevallier, André Marcon, Arièle Butaux, Michèle Ernou, Danièle Douet, Mark Reed, Jean Chrétien, François Rosolato, Alexis Monceaux, Jacques Sotty, Catherine Lebaigue, Frédéric Moulin, Émilie Reignier, Marion Sicre, Pomme Bourcart, Juliette Bône, Caroline Mathieu, Moussa Ag Assarid, Karim Adelis, Danièle Renaud, Julie Primot
  • Inhalt

  • Mèlanie, ein zehnjähriges Mädchen und Tochter eines Fleischermeisters, hat ein vorrangiges Ziel. Sie träumt davon als Klavierspielerin Berühmtheit zu erlangen.
    Ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung wäre eine Aufnahmeprüfung für das Konservatorium zu bestehen. Ihre eingeübte Sonate beherrscht sie mit links, denn lange genug hat viel Freizeit geopfert um so perfekt wie möglich zu werden. Endlich ist es so weit. Endlich kann Mèlanie ihr Talent unter Beweis stellen. Es gilt ein mehr köpfiges Team, dessen Vorsitz eine gewisse Ariane vertritt, zu überzeugen. Anfangs scheint alles in geordneten Bahnen zu laufen. Fehlerlos manövriert Mèlanie ihre Finger taktsicher über die Tasten des Klaviers, als plötzlich eine Autogrammjägerin die Türe zum Prüfungssaal öffnet. Ariane, selbst eine berühmte Pianistin, bittet die unverschämte Dame trotz andauender Prüfung hinein und gibt ihr bereitwillig ein Autogramm. Von dieser Unverschämtheit geschockt verliert Mèlanie ihre Fassung und Fehler auf Fehler stellen sich ein. Vom Konservatorium abgelehnt verschließt das Mädchen ihr Piano für immer und ihre Träume lösen sich in Luft auf.

    10 Jahre später. Mèlanie ist erwachsen und absolviert ein Praktikum in einer Anwaltskanzlei. Monsieur Fouchècourt sucht außerdem für die anstehenden Ferien eine zuverlässige Fachkraft die sich um seinen Sohn kümmern soll. Mèlanie ist aus einfachen Hause und deshalb nicht abgeneigt auch diesen Job zu übernehmen. Auf dem Lande angekommen wo sich das Gut des Anwalts befindet, stellt die nun junge Dame erstaunt fest, das die Ehefrau Fouchècourt jene Pianistin ist, die damals für ihr Scheitern verantwortlich war. Auch späte Rache schmeckt süß und erneut beginnt Mèlanie ihre Pläne zu schmieden....


  • Filmkritik

  • Regisseur Denis Dercourt versteht seinen Film “ Das Mädchen das die Seiten umblättert ” als Thriller in Verbindung einer Komposition. Sowohl in der Filmwelt als auch in der klassischen Musik gelten Begriffe wie Spannung, Entspannung, Tempo, Takte, Höhepunkte und Pausen, nur um Einige zu erwähnen. So mußten auch im Score und in den Charakteren gleichermaßen Anspannung, Angst und Gefühle erkennbar sein. Mit dieser Art des Inszenierens hofft Denis in die Fußstapfen eines Claude Chabrol oder Michael Haneke zu treten. Der Zuseher soll in Unsicherheit gewogen und Piano, Note für Note, zum aufbrausenden Finale dirigiert werden.

    Es liegt sicherlich nicht an der Regie das der Film kaum seinen Erwartungen entspricht. Vielmehr zeichnet das eigens geschriebene oberflächliche Drehbuch die Verantwortung für ein suboptimales Ergebnis. Das Skript wirkt lückenhaft und unausgegoren. Das Zwischenspiel der Protagonisten kommt dadurch nicht zum tragen und die erforderliche Brisanz, das Prickeln den Film zu fühlen, fehlt. Gute Ansätze und brauchbare Ideen verlieren auf Dauer an Fahrt und verirren schlussendlich in der Belanglosigkeit. Denis Dercourt wurde beim Schneiden seiner Szenen bewusst das der Film nicht jene Richtung einschlägt die Ihm ursprünglich vorgegeben schien. Doch er wahrte seine Prioritäten in dem er sich einfach von der Eigenständigkeit leiten ließ. Anders ausgedrückt könnten böse Zungen auch von einem Entgleiten sprechen. So ist es auch zu erklären das weder für den Zuseher noch für den Darstellern Mèlanies Rachefeldzug greifbar oder spürbar ist. Leider führt dieser Umstand zu der Tatsache das nicht jeder Thriller seinen Gerne Titel verdient.

    Die beiden Hauptdarstellerinnen hingegen wurden gut gewählt. Catherine Frot ( Ariane ) war bislang meist in verschiedenen Komödien zu sehen. Unvergesslich ist ihre Leistung als “Ungleiche Schwester” an Seite von Isabelle Huppert. Diesmal wechselt sie ins seriöse Gebiet und tut dieses mit zurückhaltender Sicherheit. Sie spielt mit kleiner Mimik und brilliert mit minimalistischen Gesten. Deborah Francois ( Mèlanie ) wurde von Denis Dercourt nach den Dreharbeiten zu L’enfant entdeckt. Vorerst erschien es dem Regisseur als miese Idee Deborah für sein Projekt zu begeistern. Zu unterschiedlich ist ihr Part zu L’enfant. Doch Probeaufnahmen überzeugten ihn schnell vom Gegenteil und so kam Miss Francois zu ihrer zweiten großen Rolle.

    Fazit:
    Wer’s klassisch mag und langsam getragene Filme verträgt, wird an “ Das Mädchen das die Seiten umblättert ” Gefallen finden. Für den Gerne Liebhaber bietet das Werk definitiv zu wenig.

    Anmerkung: Unter obigem Link gibt es ein exklusives Interview mit dem Regisseur nachzulesen!
  • Kurz Kritik
  • Story
    2,0
    Musik:
    2,5
    Unterhaltung:
    2,0
    Anspruch:
    2,0
    Spannung:
    1,0
    Darsteller:
    3,0
    Gesamt:
    2,0
    Verfasst von:
    Richard Lammel

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