In der Midlife Crisis eines Mannes verbergen sich tiefe Abgründe. Fragen über Fragen über Sinn und Unsinn dringen ins Gehirn. Ist das verfolgte Ziel erreicht, welche Ziele gibt es in der Zukunft ? Wurde alles geschafft, was wurde bislang versäumt ? Gibt es noch Träume ? Die Angst zu sterben bevor alles abgehakt wird ist groß. Von diesen Geheimnissen der Männer im mittleren Alter handelt dieser Film. Noch einmal was erleben zu dürfen, auszubrechen, den Alltag entfliehen. Rauf auf die Motorräder, den Wind spüren und die Freiheit genießen. Einfach drauf los, egal wo hin, egal wie weit ! Für eine kleine Zeit keine Sorgen zu empfinden und das Leben zu leben.
Regisseur Walt Becker erhielt für sein Projekt Wild Hogs / Born to be Wild - Saumäßig unterwegs eine geballte Ladung an hochkarätigen Schauspieler zu seiner Verfügung. Alle genau in jenem Alter auf das der mittlere Lebensabschnitt exakt zutrifft. Sie sind runder, faltiger, einfach älter geworden. Doch eines hat sich nicht geändert. Sie haben allesamt ihren Humor nicht verloren. Zusammen sind sie ein unschlagbares Team und jeder auf seine Art saukomisch. Und trotz dem eigentlich ernsten Grundthemas wird durch diese Protagonisten eine gelungene Komödie konstruiert. Sie fühlen sich sichtlich wohl in ihrer Situation und agieren demnach. Gag um Gag, Situationskomik pur, witzige Ideen. Tim Allen, John Travolta, Martin Lawrence und William H. Macy sprühen förmlich vor komödiantischen Ergüssen. Die Fantstischen Vier werden noch zusätzlich von einem fünften Allstar unterstützt. Ray Liotta verkörpert den Bösewicht und Gegenpart der Vier mit ebensolcher Präsenz. Als einziger weiblicher Lichtblick darf zur unserer Freude die immer noch attraktive Oscar Gewinnerin Marisa Tomei fungieren. Sie besitzt trotz ihrer 42 Jahre eine noch immer unglaubliche hygroskopische Ausstrahlung. Ihr Blick verführt wohl bis zum jüngsten Tag.
Der Score wurde passend zum Film gewählt und in den Songs steppt der Wolf. Laut, schnell mit jede Menge Gitarrensound in rockiger Ausfertigung. Von Born to be Wild bis zu Wanted Dead or Alive ist Power gefragt. Von Audio zum Visuellen. Die Locations wurden auffallend gelöst und stellen die Natur in ein wunderbares Licht. Gesunde Bäume, blaues Wasser und saftige Wiesen sind heutzutage nicht mehr selbstverständlich. Dazu türmen sich Hügel zu Berge, plätschern Bäche zu Seen. Der Mensch kann auch mit der Natur im Einklang leben wenn man davon absieht das die Abgase der Motorräder ein wenig den rosaroten Blick trübt. Von diesem entstandenen Feeling lebt der Film. Und unsere Protagonisten versprühen diese Lebensfreude und lassen uns durch sie ein wenig mitfeiern. Sie nehmen uns auf ihre Reise für cirka 100 Minuten mit. Riskante Kamerafahrten durch schöne Landschaften runden das durchaus positive Gesamtbild ab. Natürlich hat Born to be Wild auch seine kleinen Fehler. Zum Beispiel wäre die nicht mehr ganz neue Geschichte zu nennen. Und auch diverse Gags hat der Betrachter auch schon mehr als einmal gesehen. Aber wie sie durch unsere Helden bravourös dargeboten werden verzeihen die leichten Unzulänglichkeiten.
Fazit:
Jede Minute des Film bereitet dem Liebhaber der Comedy Vergnügen. Wild Hogs, so der Originaltitel, versetzt dem Zuseher ein unentwegtes Grinsen ins Gesicht, das nachhältig anhält. Spaß und gute Laune sind garantiert !
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