Fast Food Nation

  • Informationen zum Film
  • Fast Food Nation

  • Originaltitel:
    Fast Food Nation
    Genre:
    Komödie, Romanze, Drama
    Produktionsländer:
    USA, UK
    Produktionsjahr:
    2006
    Kinostart Österreich:
    20.04.2007
    Kinostart Deutschland:
    01.03.2007
    Kinostart USA:
    17.11.2006
    Verleiher Österreich:
    Senator Film
    Verleiher Deutschland:
    Senator Film
  • Cast & Crew
  • Regie:
    Richard Linklater
    Drehbuch:
    Richard Linklater, Eric Schlosser
    Musik:
    Bill Elm, Friends of Dean Martinez
    Darsteller:
    Paul Dano, Bobby Cannavale, Patricia Arquette, Bruce Willis, Kris Kristofferson, Luis Guzmán, Greg Kinnear, Esai Morales, Dana Wheeler-Nicholson, Roger Cudney, Catalina Sandino Moreno, Mitch Baker, Hugo Perez, Wilmer Valderrama, Ashley Johnson, Cherami Leigh, Yareli Arizmendi, Ana Claudia Talancón, Frank Ertl, Armando Hernández, Eric Schlosser, Juan Carlos Serrán, Michael D. Conway, Ellar Coltrane, Dakota Edwards, Francisco Rosales, Glen Powell, Matt Hensarling, Mileidy Moron Marchant, Raquel Gavia, Helen Merino
  • Inhalt
  • In der Chefetage der Fast Food Company Mickeys freut man sich über den Erfolg des neu kreierten Verkaufsschlagers, den "The Big One" Burger. Die Marketing- und Entwicklungsabteilungen haben ganze Arbeit geleistet. Marketingchef Don Henderson (Greg Kinnear) wird jedoch mit einem ernsthaften Problem konfrontiert. Unlängst hat man in Mickeys Burgern verunreinigtes Fleisch festgestellt. Don soll deshalb der produzierenden Fleischfabrik einen Besuch abstatten und eine entsprechende Qualität sicherstellen. Die Inspektion der Fabrik lässt keine groben Mängel erkennen, dennoch sprechen viele Bewohner der Kleinstadt den Geschäftspraktiken der Fleischfabrikanten kein gutes Zeugnis aus...

    Raul, Sylvia, Coco, Esteban und einige andere MexikanerInnen werden von Schleppern illegal über die amerikansiche Grenze gebracht. Sie hoffen ihrer Armut daheim zu entfliehen und in den USA ein neues Leben anzufangen. Sie werden als billige Arbeitskräfte in der Fleischfabrik beschäftigt, verdienen aber dennoch weitaus besser als in Mexiko. Sie arbeiten trotz der schlechten Arbeitsbedingungen hart, und träumen den amerikanischen Traum von zumindest etwas Wohlstand für sich und ihre Familien. Doch nicht alle von ihnen kommen mit den miserablen und teilweise gefährlichen Jobs zurecht. Einige beginnen Drogen zu nehmen, andere fallen Arbeitsunfällen zum Opfer die ihren Illusionen ein abruptes Ende setzen...
  • Filmkritik
  • Der Film basiert auf Eric Schlossers gleichnamigen, enthüllenden Tatsachenbericht über die Fast Food Industrie. Obwohl die Vorlage ein Sachbuch und kein Roman ist, haben die beiden Drehbuchautoren Richard Linklater und Eric Schlosser sich dafür entschieden FAST FOOD NATION nicht als Doku, sondern als Spielfilm zu adaptieren. Zweifellos keine leichte, aber eine durchwegs interessante Herangehensweise, die einerseits manche Vorteile mit sich bringt, andererseits aber auch einige Probleme aufwirft. Das Drehbuch ist sichtlich bemüht darum die präzise recherchierten Fakten und Aussagen des Buches im Film unterzubringen, muss aber immer berücksichtigen, dass die mannigfaltigen Themen im Kontext der Filmfiguren transportiert werden. Dieser Spagat funktioniert über weite Strecken recht gut, an manchen Stellen muss der Film allerdings mit einer etwas unrunden Dramaturgie und eines zeitweise epidosenhaft wirkenden Handlungsablaufs kämpfen. Das Gesamtkonzept, mehrere Geschichten nebeneinander zu erzählen, ist grundsätzlich ein guter Ansatz. Die illegalen mexikanischen Einwanderer, der Marketingchef, die Teenager und der Farmbesitzer haben eines gemeinsam: Sie haben alle einen Bezug zur Fast Food Industrie und somit auch zum zentralen Thema des Films. Das gibt FAST FOOD NATION die Möglichkeit sowohl ökonomische, als auch ökologische und politische Aspekte zu thematisieren ohne dabei allzu offensichtlich belehrend zu wirken. Andererseits weist diese Erzählweise aber einige Schönheitsfehler auf. Die vermeintliche Hauptfigur (Greg Kinnear) verschwindet plötzlich von der Bildfläche und es entstehen einge lose Enden, die im Film nicht weiter behandelt werden. Die Dramaturgie von FAST FOOD NATION wirkt manchmal etwas unzusammenhängend und holprig und ist somit eher gewöhnungsbedürftig als elegant.

    Inhaltlich schöpft FAST FOOD NATION überaus emsig aus der üppigen und gehaltvollen Themenlandschaft seiner Buchvorlage, ständig darum bemüht seine komplexen Zusammenhänge in einem kohärenten und durchgängigen Gesamtbild zu vermitteln. Hierin liegt ohne Zweifel die primäre Stärke des Films. Anhand seiner vielen Figuren beschreibt FAST FOOD NATION ein breites Spektrum der diffizilen Problematik. Die illegalen mexikanischen Einwanderer werden von den großen Konzernen als billige Schwarzarbeiter in der Fleischfabrik eingestellt und nach nur ein paar Minuten Einschulung dem immensen Zeitdruck ihres rasant laufenden Fließbandes überlassen. Trotz des schweren Jobs, der schlechten Arbeitsbedingungen und der miesen Bezahlung sind die mexikanischen Einwanderer gewillt die Arbeit in der Fleischfabrik anzunehmen, immerhin verdienen sie dort in ein paar Tagen mehr Geld als in ihrer Heimat in einem Monat. Durch ihre Unqualifiziertheit und den Zeitdruck ergibt sich jedoch eine gewisse Fehlerquote, welche letztendlich zu mit Exkrementen verunreinigtem Fleisch führt. Mit kleinen Unzulänglichkeiten müsse man eben leben, argumentiert Harry Rydell (Bruce Willis) und ruft den überaus günstigen Einkaufspreis in Erinnerung, der kaum mehr zu unterbieten ist und für die riesige Fast Food Kette entsprechende Gewinne lukriert. Der immense Preisdruck lastet jedoch nur auf den ersten Blick auf dem Lieferanten, die eigentliche Rechnung bezahlen die Arbeiter und Angestellten dieser Industrie. Im Schlachthof beschäftigt man Schwarzarbeiter und angesichts der Hungerlöhne, welche die Fast Food Kette ihren Restaurantangestellten zahlt ist die Tatsache, dass zwei Drittel aller Überfälle auf Fast Food Restaurants von den eigenen Angestellten begangen werden keine wirkliche Überraschung. Weiters birgt die industrialisierte Massentierhaltung massive Umweltprobleme in Bezug auf die Entsorgung der Exkremente mit sich, die letztendlich das Grundwasser der Gemeinde verpesten. FAST FOOD NATION spinnt einen vielschichtigen Teufelskreis aus guten Intentionen, beinharter Kostenrechnung, menschlichen Tragödien und Gewinnmaximierung. Richard Linklater zeigt die systematische Dekonstruktion des amerikanischen Traums...

    Fazit: FAST FOOD NATION ist ein wichtiger Film, der seinen Zusehern allerdings abverlangt zugunsten seiner Inhalte über einige dramaturgische Mängel wohlwollend hinwegzusehen und sich nicht nur unterhalten lassen zu wollen.
  • Kurz Kritik
  • Story
    4,0
    Musik:
    2,5
    Unterhaltung:
    1,5
    Anspruch:
    4,0
    Spannung:
    2,0
    Darsteller:
    3,5
    Gesamt:
    3,5
    Verfasst von:
    eXistenZ

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