Der letzte König von Schottland

  • Informationen zum Film
  • Der letzte König von Schottland

  • Originaltitel:
    The Last King of Scotland
    Genre:
    Thriller, Biographie, Geschichte, Drama
    Produktionsland:
    UK
    Produktionsjahr:
    2006
    Kinostart Österreich:
    16.03.2007
    Kinostart Deutschland:
    15.03.2007
    Verleiher Österreich:
    Centfox
    Verleiher Deutschland:
    20th Century Fox
  • Cast & Crew
  • Regie:
    Kevin Macdonald
    Drehbuch:
    Peter Morgan, Jeremy Brock, Giles Foden
    Musik:
    Alex Heffes
    Darsteller:
    Forest Whitaker, Gillian Anderson, Kerry Washington, Adam Kotz, James McAvoy, Simon McBurney, David Oyelowo, Stephen Rwangyezi, Abby Mukiibi Nkaaga, Sam Okelo, Sarah Nagayi, Chris Wilson, Dick Stockley, Barbara Rafferty, David Ashton, Daniel Ssettaba, Apollo Okwenje Omamo, Louis Asea, Giles Foden, Andy Williams, Martina Amati, Rene Peissker, Stern Jedidian, Dave A. Tarun, Clare Wandera, Cleopatra Koheirwe, Joanitta Bewulira-Wandera, Consodyne Buzabo, Peter Salmon, Michael Wawuyo
  • Inhalt
  • Schottland im Jahre 1970

    Nicholas Garrigan, der sein Studium mit Doktortitel soeben erfolgreich absolvierte, verfolgt ein Ziel. Weg von seinen Eltern dessen Vater ebenfalls ein praktizierender Arzt ist. Weg von der konservativen Lebensweise, raus aus Schottland. Der Zufall soll entscheiden in welchem Land er in Zukunft seinen Beruf ausführen wird. Er lässt den leuchtenden Globus des Wohnzimmers drehen, und sein gestreckter Zeigefinger soll das Land seiner Wahl sein. Die Weltkugel stoppt und ... Kanada ? O.K. noch ein zweiter Versuch und vor ihn leuchtet die Zukunft unseres Helden. Der afrikanische Kontinent und ein Land Namens Uganda.

    Uganda im Jahre 1970

    Angekommen begegnet er einen Staat in Partylaune. Idi Amin, der Oberhaupt, ist versucht sein Uganda aus der Armut zu befreien. Um die Bevölkerung von seiner Philosophie zu überzeugen, kommt der General auch in jene Gegend, in der sich der junge Doktor gerade aufhält. Nicholas würde gerne Zeuge dieser Veranstaltung werden, und macht sich auf die Reise um Diese zu besuchen. Fasziniert von Idi Amins Charisma, Wortwahl und seiner Überzeugungskraft, applaudiert er leidenschaftlich. Bereits auf der Rückfahrt befindlich, wird Nicholas informiert das sich ein Unfall ereignete, in dem auch der Diktator verwickelt scheint. Bereitwillig begibt er sicht zum Ort an dem er zum ersten Mal Idi Amin direkt gegenüber steht. Noch kann Nicholas nicht ahnen das diese schicksalhafte Begegnung sein Leben grundlegend ändern wird. Noch weiß er nicht wirklich mit welchem Menschen er sich einzulassen gedenkt.

  • Filmkritik
  • Idi Amins Herkunft ist umgeben von vielen Mythen. Er entstammt dem Adibu - Clan, der Ethnie der Kakwa im Südsudan. Sein Vater Andreas Nyabire, ein Christ, trat zum Islam über und nannte sich Amin Dada. Er war Soldat und Polizist. Seine Mutter Assa Aatte stammt aus einer Ethnie des heutigen Kongo. Sie war Medizinfrau. Die Eltern trennten sich 1931. Es geht das Gerücht, dass der König Daudi Chwa II. in Wahrheit der Vater von Idi Amin ist. Der Analphabet war 1,93 Meter groß und wog mehr als 100 kg. Zehn Jahre lang war er Boxmeister aller Klassen seines Landes. Zeitweise hatte er vier Frauen, mit denen er etwa 20 bis 25 Kinder haben soll. ( Quelle Wikepedia )

    THE LAST KING OF SCOTLAND beruht auf Begebenheiten dieses Diktators. Forest Whitaker verkörpert Idi Amin als ginge es um sein Leben. Schnell werden über etwaige Darsteller Worte des Lobes nieder geschrieben. Forest ist über all diese Lobeshymnen zu stellen, so gekonnt ist seine Performance. Er macht jede seiner Szenen zu einem Oscarclip. Er besitzt Ausstrahlung und Faszination, die man von dem damaligen Staatsoberhaupt voraus setzte. Forest Whitaker gibt diese Präsenz eins zu eins wieder. Er besitzt die Raffinesse und Intelligenz die diese wahrlich schwere Rolle erfordert. Er setzt die oberflächliche Güte des ehemaligen Diktators wunderbar ein. Forest lässt aber auch, wenn etwas genauer betrachtet, das abgrundtief Böse zum Vorschein. Forest Whitaker hat sich mit der Verkörperung Idi Amins ein Denkmal gesetzt, und mit dieser Leistung seine Messlatte für weitere Projekte sehr hoch gelegt. Trotz dieser großartigen Widergabe sollte auch der restliche Cast lobend erwähnt werden. Nicholas, der den jungen schottischen Arzt mimt, tut Dieses mit positiver Unbekümmertheit. Sein Agieren ist Erfrischend, wenn gleich eine Analogie zu seinem Gegenpart nicht stand hält. In einer weiteren, leider zu kleinen Nebenrolle, ist X-Files Agentin Gillian Anderson zu sehen. Schon lange nichts von ihr gehört, tut gut sie wieder mal zu sehen.

    Regisseur Kevin Macdonald zeichnet seinen Film in einer klaren Linie. Vorerst zeigt er ein Land in Begeisterung. In der Hitze Afrikas herrscht Aufbruchstimmung. Doch langsam erwacht das verborgene Regime des Führers zum Vorschein. Das anfängliche Wohlbehagen verändert sich zusehends und ein Bild des Schrecken offenbart sich. Kevin lässt sich bei dieser Veränderung Zeit um die Wirkung zu verstärken. So sehr sich der Seelenzustand des Arztes verändert, auf selber Basis erlebt es der Zuseher. Das anfängliche Urlaubsbild verzerrt zum entsetzlichen Albtraum. Das gute Gefühl im Rhythmus schwindet im Verlauf und dem Betrachter wird die nackte Wahrheit serviert. Der Filmemacher hat mit dieser Variante ein ausgeklügeltes und gelungenes System verwendet.
    Als Schwachpunkt von THE LAST KING OF SCOTLAND ist der oftmals unpassende Score zu erwähnen. Des öfteren erkennt die zu fröhlich klingende Musik den Ernst der Lage nicht. Manchmal erinnern die Gesangseinlagen an Boney M. auf Folklore. Sicherlich wurde zeitgeschichtliches oder inhaltlich konformes Material verwendet, dennoch werden die Musikstücke dem Film zu keiner Zeit gerecht. Die dramatischen Elemente würden mit orchestralen Passagen wesentlich besser unterstützt.

    Fazit:

    The Last King of Scotland überzeugt vor allem durch die kraftvollen schauspielerischen Künste seiner Darsteller. Forest Whitaker bislang wohl ergriffenste Darbietung in einem insgesamt charakterfesten Drama !

  • Wertu
  • Story
    4,0
    Musik:
    2,5
    Unterhaltung:
    3,5
    Anspruch:
    4,0
    Spannung:
    4,0
    Darsteller:
    5,0
    Gesamt:
    4,0
    Verfasst von:
    Richard Lammel

Kommentare

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Userkritiken

User Kritiken

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Was erwartet man sich von einem biographischen Drama? Also, ich würde mich vor allem über eine authentische Inszenierung und Realitätsnähe freuen, der Rest sollte sich durch gutes Schauspiel erledigen. In DER LETZTE KÖNIG VON SCHOTTLAND bekommt man allerdings nicht nur das, sondern gleichzeitig auch einen unglaublich spannenden, bösen Thriller zu sehen.

Der Film beginnt gemächlich und nimmt immer mehr Tempo auf, wird von Minute zu Minute intensiver bis die Spannung am Ende auf die Spitze getrieben wird. Einerseits liegt das natürlich an der Geschichte selbst und der Person des ehemaligen ugandischen Präsidenten Amin, andererseits aber an der Leistung von Forest Whitaker mit der er diesen verkörperte, wofür er auch völlig zurecht den Oscar als besten Hauptdarsteller zugesprochen bekam. Er spielt seinen Part einfach grandio - verrückt, unberechenbar und furchteinflößend. Mit DER LETZTE KÖNIG VON SCHOTTLAND hat mich der ohnehin geniale Whitaker endgültig umgehauen, für mich ist er einer der besten Schauspieler unserer Zeit! Aber auch James McAvoy konnte beweisen, dass er nicht nur in "Hirn raus"-Actionern à la "Wanted" spielen kann, sondern auch in einem Charakterfilm zu überzeugen weiß.

DER LETZTE KÖNIG VON SCHOTTLAND erzählt eine unglaubliche, wichtige Geschichte die man großartig inszeniert hat und mit einem grandiosen Hauptdarsteller bestückt hat. Ein Film der von einem Mann getragen wird, auf eindrucksvolle Weise.

geschrieben am 08.10.2011 um 18:43

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ø Wertung: 7,4/10 | Wertungen: 9 | Kritiken: 1