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Pan's Labyrinth

  • Informationen zum Film
  • Pan's Labyrinth

  • Originaltitel:
    El laberinto del fauno
    Genre:
    Fantasy, Mystery, Drama
    Produktionsländer:
    Spanien, Mexiko
    Produktionsjahr:
    2006
    Kinostart Österreich:
    22.02.2007
    Kinostart Deutschland:
    22.02.2007
    Kinostart USA:
    19.01.2007
    Verleiher Österreich:
    Senator Film
    Verleiher Deutschland:
    Senator Film
  • Inhalt
  • Nordspanien im Jahre 1944. Der Bürgerkrieg ist beendet, das faschistische Regime von General Franko an der Macht. In einer abgelegenen Gegend kämpft die Truppe des kaltschnäuzigen Hauptmanns Vidal (Sergi López) gegen eine Handvoll Rebellen, die sich in den bewaldeten Hügeln nahe seines Stützpunkts verbergen. Seine hochschwangere Frau Carmen (Ariadna Gil) reist mit seiner elfjährigen Stieftochter Ofélia (Ivana Baquero) zu ihm um ihren Sohn zu gebären. Ofélia entdeckt eine steinerne Statue, deren Auge ausgebrochen ist. Als sie es wieder einsetzt, surrt ein großes Insekt herbei, das offenbar nicht mehr von ihrer Seite weichen will. Am Stützpunkt angekommen lotst sie das Insekt, welches sich später als Fee entpuppt, in ein nahegelegenes Labyrinth mit steinernen Wänden. Dort trifft sie auf einen "Faun", ein mystisches Fabelwesen. Der Faun offenbart ihr, dass Ofélia einst eine Prinzessin war, die jedoch aus ihrer Welt in die unsere übergetreten ist und nicht mehr zurück kann. Mit Hilfe dreier Prüfungen, welche bis zum nächsten Vollmond bestanden werden müssen, kann Ofélia aber eine Rückkehr in ihr Reich ermöglicht werden. Während sich der brutale und verbitterte Kampf zwischen den Männern von Hauptmann Vidal und den Rebellen immer weiter zuspitzt, unterzieht sich Ofélia den drei Prüfungen, die sie immer tiefer in eine gleichsam märchenhafte wie gefährliche Welt führen...
  • Filmkritik
  • Guillermo del Toro liefert mit EL LABERINTO DEL FAUNO eine in allen Belangen phantastische Arbeit ab, die mit Sicherheit den Höhepunkt seines bisherigen Schaffens darstellt. Der Film erzählt quasi zwei Geschichten parallel zueinander, lebt in zwei unterschiedlichen Welten. Einerseits die desillusionierte Realität des immer noch nicht ausgestandenen Krieges, welche durch Hoffnungslosigkeit, Schmerz, Enttäuschung und Tod gekennzeichnet ist. Andererseits eine surreale Märchenwelt, die zwar oftmals ebenso furchterregend ist, aber wenigstens ein klein wenig Hoffnung zulässt. Ofélia lebt in ihrer Märchenwelt, die für sie als Fluchtmotiv fungiert. Zwischen Feen und Fabelwesen, bizarren Monstren und mystischen Gefahren versucht sie ihren ungeliebten Stiefvater und seinen überaus brutalen Methoden zu entrinnen. Regisseur Guillermo del Toro (CRONOS, HELLBOY) versteht es ausgezeichnet, die beiden Wahrnehmungswelten des Films nebeneinander herlaufen zu lassen, sie im Subtext elegant zu vermischen, aber an der Oberfläche strikt getrennt zu halten. EL LABERINTO DEL FAUNO ist erzählerisch weitaus komplexer, als es zunächst den Anschein hat. Nur eines wird bald offenkundig - der Film hat eine überaus eloquente Erzählweise, welche der Genrebezeichnung "Fantasy" einerseits voll gerecht wird, sie aber anderseits weitaus breiter und effizienter spannt als jene Filme, die man darauf reduzieren kann.

    EL LABERINTO DEL FAUNO ist märchenhaft und hat viele Elemente des Fantasyfilms, dennoch ist es in keinster Weise ein Kinderfilm! Bedrohliche Schatten überziehen nahezu jedes einzelne, visuell herausragend komponierte Bild dieses überaus düsteren Films. Hinzu kommen einige ziemlich schroffe und brutale Szenen, die in ihrer expliziten Darstellungsweise definitv nicht für Kinder geeignet sind. Somit ist es auch nicht überraschend, dass der Film in vielen Ländern erst ab 16 Jahren freigegeben ist. EL LABERINTO DEL FAUNO funktioniert ganz eindeutig als brilliantes Fantasymärchen für Erwachsene, das nahezu jedwedem Märchenfilm-Kitsch entsagt, seine Fantasyelemente niemals zur Verniedlichung seiner Inhalte heranzieht und darüber hinaus eine strikte, durchgängige Humorverweigerung betreibt. Inhaltlich gesehen ist EL LABERINTO DEL FAUNO ein substanzielles und ernsthaftes Drama, weitab der ausgelatschten Pfade des Fantasygenres.

    Stilistisch ist EL LABERINTO DEL FAUNO eine wahre Augenweide für bildersüchtige Cineasten. Der Film bietet eine durchgängig konzipierte Farbgebung in düsteren Tönen, nur selten wird sie durch ein sattes und kräftiges Rot aufgebrochen. Die Ausstattung und die Sets sind selbst in der Märchenwelt auffallend bodenständig und weit weg von verspielten, bunten Fantasykulissen. Ein weiteres Highlight ist die hervorragende Kameraführung, welche die perfekt ausgeleuchteten Bilder in einer Art und Weise fotographiert, die ein visuelles Gesamtkonzept bildet und damit einen wesentlichen Teil der Stimmung und Atmosphäre des Films ausmacht. Ebenso bemerkenswert sind die vielen wunderschön getimten Bildübergänge, die gleichsam präzise Kameraarbeit sowie exakten Schnitt erfordern. Die beeindruckenden Bilder des Films erinnern im stilistischen Ansatz sowie in ihrer märchenhaften Ausstrahlung manchmal an die besten visuellen Arbeiten eines Jean-Pierre Jeunet (LA CITÉ DES ENFANTS, UN LONG DIMANCHE DE FIANCAILLES), sind aber bei weitem nicht so schrullig und verspielt. EL LABERINTO DEL FAUNO ergänzt seine elaborierten Bilderwelten mit tollen schauspielerischen Performances, einer gefühlvollen, subtilen und melancholischen Filmmusik von Javier Navarrete und einem großartigen, ambivalenten und bewegenden Ende, welches nicht nur eine Interpretation zulässt. All das lässt nur ein Fazit zu: EL LABERINTO DEL FAUNO ist Guillermo del Toro's Meisterwerk!
  • Wertungen
  • Story
    5,0
    Musik:
    3,5
    Unterhaltung:
    4,0
    Anspruch:
    4,0
    Spannung:
    4,5
    Darsteller:
    5,0
    Gesamt:
    5,0
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