“ Join the brave United Men while soft Winds shakes the Barley. “
Für den Zuschauer unbekannt, den Kritiker anerkannt. Diese Kurzbeschreibung passt exakt auf Regisseur Ken Loach zu. Seine Filme sind keine Kassenschlager, brechen keine Umsatzrekorde. Dennoch singen Fachkenner Loblieder auf ihn. Seine Werke erzählen Geschichten aus seiner Heimat. Sehr oft spielt Rassismus oder verschiedene Kulturen mit konträren Anschauungen eine gewichtige Rolle. Und auch “ THE WIND THAT SHAKES THE BARLEY “ berichtet eine wahre Begebenheit über die 1916 ins Leben gerufene Irish - Republican Brotherhood. Sie erprobten gegen das britische Militär den Aufstand in Dublin. Dieser Anfangs aussichtslose Kampf erfreute sich in der Bevölkerung zunehmender Beliebtheit. Die Öffentlichkeit trennte sich immer mehr vom Nationalismus. Und mit deren Augen betrachtet waren die verlorenen Leben nicht umsonst gestorbene Unabhängige. Ihnen ist es schließlich zu verdanken das 1918 ein irisches Parlament gewählt werden konnte.
Regisseur Ken Loach stellt klar auf welcher Seite er steht. Seine Sympathien gelten jenen Gesetzesbrecher die für ihre Freiheit einstanden. Natürlich veranschaulicht Ken ihre Schwächen, tut dies hingegen auf eine menschliche Art. Er weist auf die Beweggründe hin während er die Gegner, den Staat, als herzlose Monster agieren lässt. Hass widerspiegelt sich in den Augen des Gesetzes, während Angst in den Blicken seiner Helden regiert. THE WIND THAT SHAKES THE BARLEY verwendet schöne Landschaften, erzeugt aber keine bunten Bilder. Er zeigt weite Gerstenfelder mit einer beklemmend engen Geschichte. Die Kamera richtet sich auf Einzelschicksale und bleibt dabei eher unscheinbar als Bildgewaltig. Dieser anhaltende Kontrast schmälert den Gesamteindruck. Auch stilistisch ist dieses Werk kalt und berührt kaum, obwohl dem Zuschauer das Vorgegebene realistisch dargestellt wird. Ehrlichkeit ohne Wärme; kleine Tragödie statt großes Drama. Ken Loach setzt Prioritäten nun mal auf seine Art. Leider beweist dieser Umstand das die Inszenierung nie in Stimmung kommt. Und zwar in jene nachhaltig in Erinnerung bleibende Seelenlage die das Thema verdient hätte. Man kann dem Regisseur keine nachhaltige Leistungsschwäche unterstellen, nur hätte dem Film ein wenig Gefühl sehr gut getan.
Fazit:
Leider stellt sich dieses Drama als nicht so imposant heraus, wie die vergebene Goldene Palme für den besten Film 2006 in Cannes vermuten lässt. Trotzdem bleibt er, für den geschichtlich Interessierten und Liebhaber der britischen Insel ein insgesamt sehenswerter Film.
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