Der 1943 in England geborene Regisseur Richard Eyre gilt mit seinen Werken als Abräumer diversester Preise. Sein Film Iris zum Beispiel gewann 2002 den Golden Globe für die beste männliche Nebenrolle ( Jim Broadbent ). Zahllose weitere Auszeichnungen für Ihn und seine Mitwirkenden bestätigen seine Fähigkeiten. Notes on a Scandal, so der Originaltitel, nennt sich nun sein neuestes Projekt. Hierbei handelt es sich zweifellos um ein Drama mit spannenden Nebengeräuschen die “ Tagebuch eines Skandals “ zu einem Thriller befördern. Dabei verlässt sich Richard auf Grundelemente die auch ein gewisser Alfred Hitchcock phänomenal umzusetzen verstand. Der Handlungsaufbau beginnt als könne er kein Wässerchen trüben. Er lässt seine Charaktere erst langsam wachsen bevor sie mit Fortdauer ihr wahres Gesicht zum Vorschein bringen. Dabei vergisst der Regisseur nicht den Bogen zu spannen und der Story Anziehungskraft zu verleihen. Die Geschichte ist derart gut konzipiert das zu jeder Minute interessant und emphatisch bühnengerecht erscheint. Denn vorwiegend funktioniert Notes on a Scandal, als zwei Personenstück in einem Kammerspiel. Und diese beiden Protagonisten können sich beglaubigt sehen lassen.
Die grandiose Besetzung wird angeführt von der 1934 in York geborenen Engländerin Judi Dench. Sie gestaltet ihren Part auf derart eindringliche Weise, das es ihrer Kollegschaft schwer fällt sich neben ihr in Szene zu setzen. Sie besitzt eine Authentizität die seines Gleichen sucht. Bei ihrem Agieren ist ihr gesamtes Erscheinungsbild stimmig und ihre Aura fast angsteinflößend. Ihr Mimikspiel, ihre Sprache und ihr Ausdruck passen sich perfekt ins Szenario. Neben Judi repräsentiert die 37 jährige Australierin Cate Blanchett den zweiten Hauptpart. Natürlich fällt es ihr schwer neben ihrer Kollegin zu glänzen, dennoch macht sie ihre Sache wesentlich besser als befürchtet. Cate steht ihren Mann eminent, exklusive bei lauten Szenen. Da kann sie all ihren Einfühlungsvermögen an den Tag legen und offenbaren was in ihr birgt. Gemeinsam sind sie Beide, neben dem Score, die Hauptattraktion dieses Werkes. Bill Nighy als Shebas Ehemann und all die anderen Mitwirkenden sind keineswegs störend, aber an und für sich nur Beiwerk. Sie werden dahingehend benötigt dem Drehbuch genüge zu leisten.
Um dramatische Szenen auch hörbar zu unterstützen engagierte Regisseur Richard Eyre den 60 jährigen Komponisten Philip Glass. Dieser “ Maestro “ begeistert mit seinen unverkennbaren Klängen seit Jahrzehnte unser Gehör. Er besitzt die unglaubliche Gabe ein Glass Arrangement erkennbar zu gestalten. Ohne im Vorfeld den Tonsetzer zu kennen wird schon nach Sekunden klar aus welcher Feder diese Komposition stammt. Auf dieses Talent können nur ganz Wenige Anspruch erheben. Auch diesmal untermalt Philip auf eine fantastische Weise, so das man diesen Score ohne schlechtes Gewissen zur besten Filmmusik der letzten Jahre zählen darf. Dieser Soundtrack darf bedenkenlos in einer Reihe mit Koyaanisqatsi, Powaqqatsi, The Thin Blue Line, La Chiesa, A Brief History of Time, Kundun und “ Opening “ von Truman Show genannt werden. Außerdem bietet diese Vielfalt der Resonanzen auch ohne den dazugehörigen Bildern ein ungeheures audiophiles Vergnügen.
Fazit:
Dench + Blanchett + Score = Film !!! Und ein Ausgezeichneter noch dazu !!
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