Christopher Nolan ist wohl der größte aufgehende Regiestern am Hollywoodhimmel was die letzten Jahre betrifft. Sein Erstlingswerk Following habe ich bisher noch nie gesehen und auch wenn der Kritiken zufolge gut sein sollte geriet er aufgrund seiner nachfolgenden Werke bei vielen in Vergessenheit. Mit Memento gelang ihm 2000 eine der außergewöhnlichsten Filme überhaupt der seinen Kultstatus absolut verdient hat und mit seiner Interpretation der Batman-Saga (Batman Begins & The Dark Knight - The Dark Knight rises kommt ja erst) sorgte er nicht nur für Kassenschlager, sondern gewann auch viele neue Fans damit. All seine Filme schätze ich sehr, auch der neueste (Inception) war wieder einmal ein Geniestreich in meinen Augen, lediglich Insomnia konnte mich nicht umhauen. Auf PRESTIGE mit Christian Bale und Hugh Jackman war ich schon sehr gespannt da ich bisher keinen vergleichbaren Film gesehen habe und eines kann ich schon vorweg sagen - auch der hat mich nicht enttäuscht.
Der "Originalplot": Gibt es ein Geheimnis, für das sie töten würden? In diesem elektrisierenden spannungsgeladenen Film von Christopher Nolan spielen Hugh Jackmann und Christian Bale Zauberkünstler, die mit allen Mitteln kämpfen, um einander zu übertrumpfen - was schließlich in tödlichen Täuschungsmanövern mündet. Scarlett Johansson spielt die Bühnenassistentin, die im Kampf der Rivalen zunächst als Schachfigur dient, dann aber eine immer wichtigere Rolle einnimmt.
Ob The Dark Knight, Inception oder Memento - ihren Hype kann ich absolut nachvollziehen, denn sie alle sind für mich kleine Meisterwerke, dennoch ist und bleibt PRESTIGE mein Lieblingsfilm von Nolan. Er gilt als einer der Filme von denen es nur eine handvoll gibt, die ich als perfekt bezeichnen würde. Einerseits fasziniert mich die Magie, denn sowohl hinter der Bühne als auch davor liebe ich es mich damit zu beschäftigen und mich davon begeistern zu lassen. Nolan macht einem die Magie somit wirklich schmackhaft, aber das ist nur ein kleiner Teil eines ganz großen Films.
Aufgrund des Aufbaus von PRESTIGE würde ich ihn nicht als übliche Hollywoodware bezeichnen, denn immer wieder gibt es geniale Zeitsprünge weswegen man dem Film auch durchgehend aufmerksam folgen muss. Das gefinkelte Drehbuch enthält nämlich einige Tücken die diesem intelligenten Thriller erst so besonders machen. Stück für Stück scheint sich das Ganze zu einem Puzzle zusammenzufügen, bis man plötzlich wieder am Anfang steht. Eine vielzahl von so unglaublich wirksamen Aha-Effekten habe ich in einem einzigen Film noch nie gesehen, selbst am Ende überschlagen sich die Ereignisse und treiben das nochmal auf die Spitze. Dass der Aufbau eines Zaubertricks der auch schon zu Beginn des Films erklärt wird am Ende so dem Film selbst entspricht lässt den Zuschauer mit offenem Mund zurück - so muss Kino sein!
Das Drehbuch (das für mich übrigens eines der besten der letzten Jahre ist) wurde aber nicht nur mit unglaublicher Konsequenz und Liebe zum Detail mit Hirn umgesetzt, auch die Darsteller sind absolut grandios. Wer Christian Bale also aufgrund von Filmen wie Equilibrium, Terminator 4 oder der Batman-Reihe als Darsteller bezeichnet der nur in (verdammt guten!) Actionern gute Figur macht wird spätestens durch PRESTIGE von seinem Talent überzeugt. Schon in Rescue Dawn oder The Machinist spielte er außerordentlich gut, seine beste Darbietung sah ich aber hier. Unglaublich intensiv gespielt verpasst er seinem Charakter Tiefe und fesselt den Zuschauer. Für seinen Part in The Fighter bekam er nun endlich einen Oscar, längst überfällig meiner Meinung nach. Aber auch Hugh Jackman braucht sich nicht vor ihm zu verstecken, denn er spielt ebenfalls sehr gut und schafft einen fast ebenbürtigen Gegenpart. Ihn mochte ich noch nie so richtig, doch in PRESTIGE konnte er mich schlussendlich überzeugen. Zu Michael Caine gibt es nicht viel zu sagen, er spielt gut wie immer. Scarlett Johansson fällt hingegen weniger auf, nicht wegen schlechter Leistung, sondern wegen ihrem kleinen Part der neben den übermächtigen Hauptcharakteren einfach nebensächlich ist.
Die Musik, die Optik, der Aufbau, die Inszenierung, die Überraschungen, die schauspielerischen Leistungen - hier stimmt einfach alles. PRESTIGE ist für mich schlichtweg ein perfekter Film ohne Schwächen, der mich ins Staunen bringt wie kein anderer. Mittlerweile hab ich den Film bereits 5x gesehen und nach wie vor schafft er es mich zu verblüffen, einer der besten Filme der letzten Jahre.
10/10 transportierte Männer
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