Hinter Loft, so der englische Titel, verbirgt sich ein verheißungsvoller Beginn. Die Charaktere werden uns detailliert und einzeln vorgestellt. Die Gegend lässt auf einen typisch spannenden asiatischen Geister Film schließen. Die Sumpflandschaft, die Wälder und vor allem das Nachbarhaus, bieten genügend Argumente für einen reizvollen Horror Schocker. Eine effektive Geräuschkulisse und ein beständiger Spannungsaufbau in den ersten 30 Minuten lassen den Genreliebhaber hoffen. Bis hier her wird auf jegliche Effekte verzichtet. Das Beobachtungsspiel der beiden Protagonisten und das dabei entstehende Missbehagen erinnern ein wenig an das Hitchcock Werk, DAS FENSTER ZUM HOF. Das Anregende ist das Belauern, das Ergründen, und etwas zu sehen was man nicht sehen soll. Aus diesem Winkel betrachtet ist das erste Drittel des Films das weitaus Beste.
Nur was hilft einen der gediehene Aufbau wenn die beiden nächsten Kapitel alles destruieren. Denn mit der Auflösung, der Nachbar sei kein böser Verbrecher und hinter dem Bodybag steckt eine zerbrechliche Mumie, geht viel an Attraktivität verloren. Der Spannungsbogen erhält einen Dämpfer von dem sich das zweite Drittel nicht erholen kann. Aus einem geglaubten Horrorfilm entwickelt sich SHI NO OTOME zu einer geschichtlichen Reise und einer Vergangenheitsbewältigung der toten Lady. Die Geschichte nimmt versponnene Pfade in dem auch der letzte Besucher die Lust am Film verliert. Zwar bemühen sich die Schauspieler und geben ihr bestes, aber bei diesem Drehbuch und dieser katastrophalen Regieleistung, ist ihr Bemühen eine Vergebliche. Regisseur Kiyoshi Kurosawa ( Kairo ) entgleitet dieser Teil komplett aus seinen Händen und vernichtet somit den sehbaren Beginn.
Doch wer denkt schlimmer kann es nicht werden, der darf sich zu recht wundern. Es geht noch viel peinlicher. Teil drei dieser Posse darf als absoluter Tiefpunkt im koreanisch / japanischen Geister Genre angesehen werden. Schon längst gibt es keinen nachvollziehbaren Faden mehr. Aus anfänglichen Handlungslücken sind abgrundtiefe Inhaltslöcher entstanden. Und dieses Manko wird mit unüberbietbarer Theatralik kaschiert. Aus einer mystischen Geschichte ist eine Love Story geworden. Aus einer Mumiengeschichte eine CSI Folge ohne Hintergrund. Krönender Abschluss sind die sicher nicht gewollten und daher unfreiwilligen Lacher, die SHI NO OTOME gegen Ende mehrmals kassieren muss. Was anfänglich vielversprechend begann, endet in einem Fiasko sondergleichen. Regisseur Kiyoshi Kurosawa muss sich die Kritik gefallen, was der Film eigentlich erreichen will. Da er auch für das Drehbuch verantwortlich ist, kann er sich nicht auf die verheerende Geschichte ausreden.
Fazit:
Wer nicht mit einen verständnislosen Kopfschütteln aus dem Saal gehen will sollte sich sein Geld für Shi No Otome sparen. Unbegreifbar welchen Schwachsinn ein zahlender Besucher unter Umständen vorgesetzt bekommen kann.
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