Robert F. Kennedy ( 20. November 1925 - 06. Juni 1968 ), den man zwar weniger Charisma jedoch mehr Menschlichkeit als seinen älteren Bruder John F. Kennedy nachsagt.
Der studierte demokratische Rechtswissenschaftler Robert F. Kennedy hat die Wahlen in Kalifornien gegen Vorwahlsieger McCarthy gewonnen und tritt für das zukünftige Amt des Präsidenten der Vereinigten Staaten gegen den Republikaner Richard Nixon an. Seine Chancen stehen gut, aber den Ausgang werden wir nie erfahren. Robert war ein heftiger Gegner der Rassendiskriminierung und ein großer Gegner der Vietnampolitik. Das er an jenem Abend Opfer eines Attentates wurde sahen viele Amerikaner als das Ende des Amerikanischen Traums an.
Diesen realen Hintergrund nahm der als Schauspieler bekannte Emilio Estevez zum Anlass seine Geschichte rund um dieses Drama zu stricken. Und er inszeniert dieses mit ungeheurer Sicherheit, in dem er verschiedenste Charaktere erfindet und diese wahllos und scheinbar zusammenhanglos in kleine Geschichten eingliedert. Fast wie in gewohnter Robert Altman Manier lässt Estevez seine Puppen tanzen und fügt sie nach und nach zu einem Gesamten, das im finalen Moment perfekt passt. Geschickt nimmt der Regisseur und Autor viele Irrwege in Kauf ohne jemals das Endziel aus den Augen zu verlieren. Alle Handlungsstränge sind Punkt genau im gleichen Ziel. Vom Tellerwäscher bis zum Hoteldirektor. Von Parteimitgliedern bis zur alkoholisierten Sängerin des Vorprogramms. Sie alle formieren sich zum dramatischen Höhepunkt, der Ermordung von Robert F. Kennedy !
Damit diese aneinandergestrickten episodenhaften kleinen Geschichten auch funktionieren, wurde eine Besetzung gefunden, die seinesgleichen sucht. Es würde zu lange dauern all diese Stars aufzuzählen. Dennoch sei es gestattet die Besten unter ihnen zu nennen. Großartig DEMI MOORE, die als Sängerin schon lange dem Alkohol verfallen und als Virginia Fallon durch die Lande zieht. ANTHONY HOPKINS, der als pensionierter Hotelmanager süffisant und wehmütig bilanziert. SHARON STONE, die als nicht mehr taufrischen Visagistin, vor den Trümmern ihrer Ehe steht. LAURENCE FISHBURNE und EDDIE RODRIQUEZ die das Küchenpersonal aus besondere Art aufwerten. ELIJAH WOOD der eine Ehe einwilligt nur um die Einberufung zur Armee zu umgehen. MARTIN SHEEN, der komplizierte Dinge vereinfacht....
Sie alle sind für das Gelingen mitverantwortlich. Eine solide Regie, das ideenreiche Buch, der Score, die Songauswahl ( Sound of Silence / Simon and Gefunkel ) und nicht zuletzt das nicht einfache Editing, sind die Hauptpfeiler dieses Erfolges. Bobby ist dem Genre Drama unterzuordnen obwohl es der Zuseher auch witzig, leicht verträglich und pointiert bezeichnen könnte. Emilio Estevez gelang ein Werk das die Herren der Oscarverleihung nicht übersehen werden. Denn, obwohl sich diese Geschichte vor 38 Jahren ereignete, ist die Brisanz von einst noch heute hochaktuell. Scheinbar haben sich in Sachen Politik, Krieg, ( aus Vietnam wurde Irak ) und Rassismus nicht genug getan. Amerika leckt noch immer seine Wunden....
Was wir in den Vereinigten Staaten brauchen, ist nicht Spaltung, ist nicht Hass, ist nicht Gewalt und Gesetzlosigkeit, sondern Liebe, Weisheit, Mitgefühl füreinander und ein Gerechtigkeitsgefühl für die in unserem Land, die leiden, seien sie nun weiß oder schwarz ... ( Zitat: Robert F. Kennedy 1968 )
Fazit:
112 Minuten seriöse aber leichte Kost über ein wahres und sehr ernstes Thema. Erstaunlich die Anzahl der namhaften Stars, insgesamt eine echte Empfehlung !
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