Gleich zu Beginn des Reviews sei folgendes festgehalten: Wenn ihr bisher mit Zack Snyder’s Filmen schon wenig bis gar nichts anfangen konntet, euch sein Inszenierungsstil mit zahlreichen Zeitlupen und ausführlich zelebrierten Actionszenen sowie opulenten Bildern zuwider war – dann wird euch auch "Sucker Punch" nicht bekehren können. Ganz im Gegenteil, denn noch nie waren viele Dinge, die von manchen an ihm als Regisseur wiederholt kritisiert wurden, so präsent wie hier. Ich für meinen Teil mochte jedoch alle seine bisherigen Filme; und "Watchmen" halte ich überhaupt für ein Meisterwerk. Da der Trailer zu "Sucker Punch" optisch ungemein opulent war, habe ich mir von Zack Snyder’s neuestem Film – dem ersten, wo er keine bereits existierende Vorlage verarbeitet hat, sondern 100%ig seiner Vision gefolgt ist – viel erwartet. Zumindest bis vor ca. einer Woche, als die ersten Kritiken einzutrudeln begannen, die von verhalten bis vernichtend reichten, und meine Vorfreude in Besorgnis umschlugen ließen. Das Schlimmste befürchtend, setzte ich mich gestern Abend in die Vorpremiere, und fand ihn schließlich besser als befürchtet, aber schlechter als erhofft…
Wie nach dem Trailer schon nicht anders zu erwarten, ist seine größte Stärke die Optik. Und das bezieht sich nicht nur auf die Phantasiewelten, die ungemein abwechslungsreich gestaltet sind und einiges auf die Kinoleinwand zaubern, was wir so dort noch nicht zu sehen bekommen haben (doch dazu gleich mehr). Den ganzen Film über zeigt Snyder sein Gespür für grandiose Bilder – und auch eine stilvolle Inszenierung. Ich weiß, dass mir hier viele nicht zustimmen werden, aber mir gefällt seine Art, bestimmte Momente durch gezielten Zeitlupeneinsatz zu akzentuieren, ungemein gut. Generell bevorzuge ich zelebrierte Actionszenen, die mit eher ruhiger Hand und ohne übertriebenen Zoom inszeniert sind, gegenüber dem heutzutage leider Überhand nehmenden verwackelten, extrem hektisch geschnittenen "Paul Greengrass"-Stil. Und so opulent einige der späteren Actionszenen in den diversen Phantasiewelten auch sein mögen, nirgends sonst zeigt sich meines Erachtens wieder einmal Zack Snyders großes inszenatorisches Talent als in den ersten 5 Minuten (dank Warner Bros. könnt ihr euch hier davon übrigens selbst ein Bild machen!), in denen er uns Baby Doll’s düstere Vorgeschichte erzählt – kongenial unterlegt mit dem wie die Faust aufs Auge passenden "Sweet Dreams" in einer für sich genommen schon sehr gefälligen, von Emily Browning höchstselbst gesungenen, Neuinterpretation. Zwar nicht so grandios wie die Intro-Sequenz zu "Watchmen", legt Snyder hier die Messlatte für den Rest des Films dennoch ungemein hoch – und wie schon bei den "Wächtern" scheitert er in den nachfolgenden 100 Minuten daran, diese noch einmal zu erreichen, oder gar zu übertreffen…
Nichtsdestotrotz ist auch nach diesen ersten fünf Minuten die Inszenierung noch sehr gefällig. Vor allem die vier verschiedenen Phantasiewelten, die bereist werden, sind ungemein opulent, und zudem mit einigen originellen Ideen gespickt. Hier zeigt uns Zack Snyder so manches, was man bisher auf der großen Leinwand noch nicht erleben durfte. Die erste davon, in der Baby Doll gegen drei übergroße Samurai-Krieger kämpfen muss – und Zack Snyder damit einer der Inspirationsquellen für seinen Film, nämlich Terry Gilliams "Brazil", Tribut zollt – gefällt mir in gewisser Weise sogar am besten. Noch verhältnismäßig schlicht, ist die Action sehr fokussiert und zudem toll in Szene gesetzt. Doch auch die zweite Phantasiewelt überzeugt mit abgefahrenen Ideen und ihrer Originalität: Versetzt man hier doch unsere fünf Heldinnen für ihre erste gemeinsame Mission in einen Kampf aus dem zweiten Weltkrieg, jedoch gleich mit zwei Besonderheiten: So sind die deutschen Soldaten überwiegend "Techno-Zombies", und zudem steht den Mädels ein waschechter Mech (oder Mecha, wie immer ihr dazu zu sagen pflegt) zur Verfügung.
Vom Konzept her gefällt mir diese Phantasiewelt am besten, jedoch fand ich die Actionszenen hier für Snyder-Verhältnisse teilweise untypisch hektisch inszeniert; hier drohten sie kurzfristig fast etwas unübersichtlich zu werden. Trotzdem war auch die zweite Mission sehr packend und opulent in Szene gesetzt. Vor allem der Kampf in der Luft und der Angriff auf den Zeppelin wussten zu gefallen. Die dritte Mission führt die fünf Amazonen schließlich in eine Fantasy-Welt mit einer Burg und Rittern wie aus dem Mittelalter, jedoch auch mit einem Drachen. Auch hier steht ihnen mit einem Jagdbomber ein verhältnismäßig modernes Kriegsgerät zur Verfügung, was diesen Szenen etwas Besonderes verleiht. Vor allem der Kampf zwischen dem Flugzeug und dem Drachen weiß hier zu begeistern. Die letzte bereiste Phantasiewelt geht dann stärker in Richtung Science Fiction: Muss doch ein futuristischer Zug, der sich auf eine Stadt zubewegt und auf dem sich eine Bombe befindet, gestoppt bzw. die Bombe entschärft werden. Vor allem der Saturn im Hintergrund sorgt hier für die nötige optische Imposanz, doch auch die Kampfroboter sind gut designt, und auch der Kampf an sich wieder sehr gut inszeniert.
So gut mir diese verschiedenen Missionen, die schon fast Fantasy-Kurzfilm-Charakter hatten, auch gefallen haben mögen, mit der Zeit stellte sich hier bei mir schon fast so etwas wie Übersättigung ein. Zumal die Actionszenen leider – und damit kommen wir auch schon zum größten Kritikpunkt, den ich gegenüber „Sucker Punch“ vorzubringen habe – wenig spannend und dramatisch ausgefallen sind, und daher recht oberflächlich und hohl wirkten. Der Grund dafür liegt im meines Erachtens fehlerbehafteten Konzept des Films. Der Trailer vermittelt den Eindruck, dass "Baby Doll" in die psychiatrische Anstalt eingeliefert wird, dort in wenigen Tagen eine Lobotomie bekommen soll, sich mit anderen Patientinnen zusammentut und sich in ihre Phantasie flüchtet, um den Fluchtplan Schritt für Schritt, Gegenstand für Gegenstand, "Level" für "Level" umzusetzen. Doch wie bereits in der Inhaltsangabe festgehalten, stimmt das so nicht. Stattdessen flüchtet sie von der harschen Realität der psychiatrischen Anstalt in die harsche Traumwelt eines Bordells. Alle Figuren aus der Realität nehmen hier passende, nur halt auf diesen neuen Handlungsort angepasste, Rollen ein. Eben diese Traumwelt dominiert die Handlung des Films. Und von dieser reist sie dann wiederum in die Phantasie-Welten, in denen es nacheinander verschiedene Missionen zu erfüllen gibt. Ein Traum in einem Traum in einem Traum…
Mein Problem daran ist nicht, wie bekannt einem dies nach "Inception" vorkommt, sondern dass hier die Verknüpfung zwischen den Welten nicht klar ist. In "Inception" wusste man: Stirbst du im Traum, drohst du in den Limbus zurückzufallen und daraus möglicherweise nie wieder hervorzukommen. Hier ist uns zwar immer bewusst, welche Auswirkungen die Phantasiewelt (= jene in denen die Missionen ausgefochten werden) auf die Traumwelt (= das Bordell) hat, doch jene auf die Realität bleibt uns viel zu lang verborgen. Dadurch fehlt es den Actionszenen leider gänzlich an Spannung und Dramatik, denn wenn immer einer von ihnen in der Phantasiewelt etwas passiert oder auch sie droht, zu sterben, wissen wir zwar, dass dies dann 1:1 auch in der Traumwelt so passiert – doch die Auswirkungen auf die Realität sind uns zu diesem Zeitpunkt nicht bekannt. Eben deshalb fehlt es den entsprechenden Szenen an Spannung und – wenn ein Opfer zu beklagen ist – völlig an emotionaler Wirkung. Snyder hoffte dadurch wohl, unser Interesse zu wecken und uns fragen zu lassen, welche Auswirkungen die Ereignisse aus den Traumebenen wohl auf die Realität haben werden – die wir in "Sucker Punch" nur in den ersten und letzten 10 Minuten zu Gesicht bekommen. Dies vermag jedoch die daraus entstehenden Nachteile nicht einmal ansatzweise aufzuwiegen.
Das allein wäre noch kein Beinbruch, wenn Snyder einen gänzlich oberflächlichen, ironisch überzeichneten und rein auf oberflächliche, aber eben durchgehende Unterhaltung zugeschnittenen Film gemacht hätte. Hat er aber nicht. Die Actionszenen nehmen insgesamt wohl nicht mal 30 Minuten des Films ein. Das mag immer noch nach recht viel klingen, ist jedoch für einen reinen "style over substance"-Film schlicht und ergreifend zu wenig. Generell ist "Sucker Punch" für einen solchen einfach nicht - durchgängig - unterhaltsam und rasant genug. Außerdem zeigt die Inszenierung der dramatischen Szenen, dass Snyder hier mehr liefern wollte als reines "Eye Candy". Aufgrund der angesprochenen Probleme bei der konzeptionellen Umsetzung der verschiedenen Handlungsebenen – Realität, Traumwelt, Phantasiewelt – scheitert er jedoch leider damit.
Zugegeben, die letzten 15 Minuten, die nicht nur eine gelungene überraschende Wendung zu bieten haben sondern auch aufklären, inwieweit bzw. ob überhaupt die verschiedenen Traumwelten auch auf die Realität Auswirkungen hatte, relativieren diesen Kritikpunkt rückwirkend betrachtet wieder, das hilft einem aber bei der (Erst-)Sichtung leider auch nicht. Hier zeigt sich für mich ein ähnliches Problem wie bei "Matrix: Reloaded" wo die zahlreichen Dialoge während des Films unsinnig und überflüssig erschienen und auf den Unterhaltungswert gedrückt haben – einfach, da man deren Sinn, Bedeutung und die darin versteckten Andeutungen erst erkennen konnte, wenn man am Ende das Gespräch zwischen Neo und dem Architekten gesehen hat. Bei "Sucker Punch" ist es ähnlich. Die letzten paar Minuten zeigen nicht nur auf, wie stark verknüpft Bordell- und Psychiatrie-Handlung waren, sondern warten auch mit einigen Andeutungen auf, welche den geneigten Kinobesucher dazu einladen, das zuvor aufgrund der hohlen Actionorgie auf Standby geschaltete Hirn wieder zu aktivieren und über ihn nachzudenken. So könnte das Ende nicht nur eine mögliche logische Schwäche des Films (warum sollte sich Baby Doll gleich in zwei Traumwelten flüchten?) entkräften (spricht doch einiges dafür, dass die Bordell-Traumwelt gar nicht jene von Baby Doll war, sondern von einer anderen Figur – welche, soll hier natürlich nicht verraten werden), sondern auch eine logische Erklärung dafür bieten, warum die erste Traumwelt gerade in einem Bordell angesiedelt ist.
In gewisser Weise ist aber auch genau das ein weiterer Aspekt, wo sich die Schwächen im Konzept des Films offenbaren: "Sucker Punch" kann sich nicht entscheiden, ob er ein faszinierendes Schaustück über die Kraft der Träume und Phantasie sein will, ein psychologisches Drama, ein packender "Gefängnis"-Thriller, ein eher ernster, ernstzunehmender Film, oder eben eine reine, hohle, optisch imposante und rein auf Unterhaltung zugeschnittene Actionorgie. Im Endeffekt ist er leider keines von beidem, und dies dürfte wohl ein Hauptgrund dafür sein, warum die Anzahl jener, die von "Sucker Punch" absolut begeistert sein werden, sehr überschaubar ausfallen dürfte. Immerhin: Synder’s neuester ist einer jener Filme, die bei den meisten Zuschauern eine heftige Reaktion auslösen dürften. Viele werden ihn hassen, einige wenige werden ihn lieben, aber kaum jemanden dürfte er kalt lassen. Und angesichts der zahlreichen faden, langweiligen, unauffälligen und durchschnittlichen Filme, die uns heutzutage zuhauf präsentiert werden, halte ich das für höchst erfrischend…
Doch zurück zum Film: So sehr mich die Optik auch überzeugt haben mag, so vergleichsweise enttäuscht war ich leider von der musikalischen Untermalung. Nach dem diesbezüglich kongenialen "Watchmen", wo er sich zahlreichen zur Epoche der Handlung passenden Liedern bediente, und diese perfekt mit den entsprechenden Szenen verknüpft hat (die Intro-Sequenz mit "The Times Are A-changing" ist meines Erachtens jetzt schon legendär; und auch der Einsatz von "All Along the Watchtower" und "Sound of Silence" war genial; selbst "Hallelujah", das einigen weniger gefallen hat, fand ich klasse). Das Intro von "Sucker Punch" schien, sich hier in bester Tradition zu bewegen. Die dort verwendete Cover-Version von "Sweet Dreams" habe ich zuvor ja bereits lobend erwähnt; diese war wirklich genial – zugleich aber leider auch das einzige Stück des Soundtracks, das mir gefallen konnte. Auch den Rest des Films über hört man zahlreiche Cover-Versionen mehr oder weniger bekannter Lieder. Keines davon konnte mir auch nur ansatzweise so gut gefallen wie der Einstieg, und zwar sowohl was die Neuinterpretation generell betrifft, die überwiegend auf rockig und laut getrimmt waren, mit wenig Gespür für eine gelungene musikalische Komposition, vor allem aber im Zusammenspiel mit den Bildern. Statt die Stimmung der Szenen zu unterstützen, riss mich die Musik teilweise sogar aus dem Film, da "Sucker Punch" hier eher den Eindruck einer Zusammenstellung von Musikvideos vermittelte. Auf einen "normalen" Score wurde weitestgehend verzichtet; nur äußerst selten ist die Filmmusik von Tyler Bates und Marius De Vries zu hören – wenn sie das ist, ist sie jedoch genial. Schade, dass Snyder nicht vermehrt auf die beiden Talente gesetzt hat!
Über jeden Zweifel erhaben sind hingegen die schauspielerischen Leistungen. Emily Browning & Co. geben hier wirklich alles, und liefern bessere, glaubwürdigere Leistungen ab, als man es angesichts der zahlreichen fantastischen, abgefahrenen Elementen des Films erwarten würden. Wo man den SchauspielerInnen bei anderen ähnlichen Effektorgien oftmals ihre Langeweile anmerkt oder erkennt, dass sich angesichts der Oberflächlichkeit der Handlung einfach nicht sonderlich motiviert sind, oder auch einfach mit der ganzen Bluescreen-Arbeit nicht zurande kommen, schaffen sie es allesamt, ihren auf dem Papier hauchdünnen Figuren Leben einzuhauchen und ihnen zumindest eine Spur an Tiefe zu verleihen. Zwar kommen auch sie gegen die konzeptionellen Schwächen nicht an, aber sie geben definitiv alles, um uns ihre Figuren sympathisch zu machen und uns mit ihnen mitfühlen, –fiebern und –leiden zu lassen. Vor allem Emily Browning, Abbie Cornish, Jena Malone und Carla Gugino fand ich grandios. Ihre KollegInnen bleiben zwar ein wenig blass, liefern jedoch ebenfalls bessere schauspielerische Leistungen, als man sich das vielleicht erwarten würde – und teilweise wohl leider auch, als es sich der Film verdient…
Was hingegen gut gelungen ist, ist die Message des Films - finde ich zumindest. Diese wird zwar vor allem gegen Ende hin mit dem Holzhammer eingeprügelt, aber wenigstens ist es Snyder hier gelungen, sie erfolgreich an die Zuschauer zu vermitteln; zudem finde ich sie sehr gefällig. Jedenfalls… was nun die alles entscheidende Frage betrifft, ob ich bezüglich „Sucker Punch“ nun im Lager der "Lover" oder "Hater" gelandet bin… ich finde mich hier wohl ausnahmsweise mal irgendwo in der Mitte wieder. Zwar glaube ich, dass Zack Synder bei "Sucker Punch" nicht mit allem erfolgreich war, was er sich vorgenommen hat, bin aber nichtsdestotrotz dankbar, dass es noch so visionäre Regisseure wie ihn gibt, die bereit sind, Risiken einzugehen und ihrer Phantasie freien Lauf zu lassen. Denn mir werden Filme von Regisseuren, die offensichtlich mit Herzblut dabei waren, die über eine deutlich erkennbare Handschrift verfügen und zudem ihre eigene Vision verfolgen, immer lieber sein als solche, deren Regisseure sich damit zufrieden geben, gewöhnliche, unauffällige, ungefährliche und möglichst ja nirgendwo aneckende Dutzendware abzuliefern. Man mag Snyder den Erfolg absprechen und ihn dafür schelten können – nicht jedoch für seine Ambitionen. Ja, „Sucker Punch“ mag eine vergebene Chance und bis zu einem gewissen Grad ein Fehlschlag sein – aber er ist ein interessanter, ambitionierter und faszinierender Fehlschlag. Insofern sei für all jene, die Snyder’s bisherige Filme nicht schon gehasst haben, und die den Trailer zumindest optisch vielversprechend fanden, trotz aller Schwächen eine sanfte Empfehlung für einen Kinobesuch ausgegeben – denn wenn überhaupt, dann wird euch "Sucker Punch" auf der großen Leinwand überzeugen können, wo seine größte Stärke – die grandiose Optik sowie die virtuos in Szene gesetzten Actionszenen – am besten zur Geltung kommen…
Fazit:
Trotz meiner Enttäuschung muss ich Zack Snyder für "Sucker Punch" doch auch Respekt zollen. Dass er es geschafft hat, diesen irrwitzigen Film so auf die Leinwand zu bringen und damit seine eigene Visionen derart ungefiltert zu präsentieren, ist schon beachtlich. Auch sorgt eben dies dafür, dass "Sucker Punch" vor allem in den Phantasiewelten mit einigen originellen Einfällen überzeugen kann. Generell kann ich den kalten Gegenwind, der Snyder nun vielerorts entgegenschlägt, nur bedingt nachvollziehen. Im Gegensatz zu 98% der heutigen Regisseure Hollywoods verfügt er wenigstens über eine eigene Vision und auch einen erkennbaren Stil; eine eigene Handschrift, sozusagen. Ganz egal was man vom Endprodukt halten mag, "Sucker Punch" ist sicherlich einer der ambitioniertesten Filme des Jahres, und vor allem visuell, wie nicht anders zu erwarten, absolut bestechend und imposant, mit vielen grandiosen, beeindruckenden Bildern und Actionszenen.
Die Musikauswahl hat mich hingegen nach dem dahingehend genialen "Watchmen" mit Ausnahme der "süßen Träume" zu Beginn eher enttäuscht. Das größte Problem liegt jedoch im Konzept des Traums im Traum, wodurch man leider sämtlichen Actionszenen jeglicher Spannung, Dramatik und Bedeutung beraubt – zumindest, ehe sich am Ende der Zusammenhang zwischen Traumwelt und Realität aufklärt. Und auch wenn die letzten paar Minuten mit einigen Wendungen, Offenbarungen und Andeutungen sowie einer gefälligen Message aufwarten, welche diesen Kritikpunkt sowie jenen der Inhaltsarmut rückwirkend betrachtet etwas relativieren, konnte ich mich doch des Eindrucks nicht erwehren, dass Snyder der Regisseur von Snyder dem Drehbuchautor hier leider etwas im Stich gelassen wurde. Und dennoch… dank seiner erfrischenden Originalität, der bestechenden Kaltschnäuzigkeit und der gelungenen Optik hat mich "Sucker Punch" trotz aller Schwächen besser unterhalten als so manches gewöhnliches 08/15-Machwerk, welches wir sonst nur allzu oft von Hollywood serviert bekommen. "Sucker Punch" wird sicherlich nicht jedem schmecken – ganz im Gegenteil, der überwiegende Teil der Kinobesucher wird ihn wohl angewidert ausspucken – aber zumindest bietet er ein filmisches Geschmackserlebnis, wie es das so zuvor noch nie gegeben hat. Und welcher Film kann das heutzutage schon noch von sich behaupten?!?!
6/10
Review © Christian Siegel
verfasst am 01. April 2011
geschrieben für und ursprünglich veröffentlicht auf http://www.fictionbox.de
Müsste ich meine größten Hoffnungen des Kinojahres in aller Kürze preisgeben, dann würde vor Black Swan, Transformers 3 und dem ein oder anderen zusätzlichen Film wohl nur ein Film stehen - SUCKER PUNCH. Was mich dazu veranlasste derart hohe Erwartungen an den Film zu stellen? Nun gut, Regisseur Zack Snyder wäre mir vor Jahren noch wie vielen anderen kein Begriff gewesen, doch seit deinem Remake von George A. Romero's Dawn of the Dead geht's für ihn stetig bergauf und das ist absolut nachvollziehbar. Sein Testosteron geladenes Schlachtenepos im Comicstil - 300 - war optisch einfach eine Wucht und konnte die Massen begeistern. Das sorgte auch dafür, dass er darauf auch die Regie für die Comic-Verfilmung von Watchmen übernehmen durfte. Dessen Bildsprache war ebenso grandios, doch für das Mainstreamkino stand das Verhältnis zwischen Dialog, Inhalt und Action ein falsches Verhältnis, sodass der Film bedauernswerterweise nicht nur unterging und somit floppte, sondern auch ungerechtfertigt schlechte Kritiken bekam. Die Gründe dafür liegen zwar auf der Hand, dennoch ändern diese nichts an der großen Klasse des Films. 2010 versucht er sich dann zum ersten Mal an einem Animationsfilm, der zwar nicht floppte aber auch nicht den gewünschten Erfolg brachte. Der Film ist genauso schön wie seine anderen und selbst bei den Animationen wird Snyder's Handschrift immer wieder deutlich. Leider aber wusste er hier nicht so recht was er wollte, denn einige Szenen sind durchaus auf Kinder zugeschnitten, andere wirken wiederum sehr erwachsen. Aus diesem Grund hielt sich der Erfolg im Kino auch in Grenzen, auch die Schere musste für die angestrebte Freigabe eingesetzt werden (3 Minuten geschnitten), was schon recht viel aussagt. Für mich ist Die Legende der Wächter aber ein außergewöhnliches Action/Animationsspektakel! Daher war ich auch schon mehr als gespannt auf Snyder's nächstes Werk und das sollte SUCKER PUNCH sein. Schon als die Produktion noch in der Entstehngsphase war wurde ich hellhörig als der Regisseur selbst den Film als "Alice im Wunderland... mit Maschinengewehren!" bezeichnete. Dann kam der erste Trailer und ich war hin und weg. Es schien fast so als hätte man Snyder Millionen zur Verfügung gestellt um das Kind in ihm mal rauszulassen um sich mal auszutoben. Von Anfang an stand für mich somit fest, dass ich den Film gleich zum Kinostart sehen musste - und gestern war es endlich so weit! Die ersten Kritiken haben zwar alles andere als viel versprochen, doch außer Frage steht hier wie so oft, dass ich mich selbst davon überzeugen musste. Wie froh ich bin, das gemacht zu haben...
Typisch Snyder fällt schon der Beginn stilistisch einwandfrei aus und bereitet auf den Bilderrausch vor der einem bevor steht. Der Film startet mit der von Emily Browning ("Der Fluch der zwei Schwestern") selbst gesungenen und leicht abgeänderten Version von "Sweet Dreams" und verlässt sich dabei voll und ganz auf den optischen Ersteindruck. Sehr wortarm gehen die ersten Minuten vonstatten und irgendwie wirkte der Einstieg nicht ganz so rund wie erhofft - so mein erster Gedanke. Die Story wird dabei angerissen könnte man denken, doch im Großen und Ganzen steckt dahinter nicht viel mehr. Kurz zum Plot: Nach dem Tod ihrer Mutter wird ein junges Mädchen (später "Baby Doll") von ihrem wütenden Stiefvater in eine Anstalt gebracht. Dort hält es die junge Blondine von der ersten Sekunde an nicht aus, will so schnell wie es geht wieder weg und flüchtet in eine Traumwelt in der möglicherweise der Schlüssel zu ihrer Freiheit liegen könnte...
Tja, viel mehr gibt es inhaltlich eigentlich nicht zu erzählen. Damit steht das Grundgerüst das am Ende nochmal einen letzten Kick verpasst bekommt. Die Story wird für einige also das größte Manko des Films sein und das absolut zurecht, denn diese ist einfach gestrickt und verzichtet gänzlich auf Logik was sich vor allem in bestimmten, einzelnen Szenen widerspiegelt. Teilweise muss man sich als klar denkender Mensch einfach fragen wie zum Teufel man auf derartige Ideen kommen kann wie sie in SUCKER PUNCH Verwendung finden. Im Low Budget-Bereich kennt man dies eigentlich nur aus dem asiatischen Raum, doch in meinen Augen schuf Zack Snyder einen Film der in genau diese Richtung geht - lediglich mit einem Budget jenseits der $80 Mio.
Das Highlight des Films sind wie erwartet die Effekte und deren Inszenierung. Nach 300 und Watchmen hat der Regisseur hier abermals bewiesen welch Genie in ihm steckt wenn es darum geht visuell so umzuhauen, dass einem der Mund offen bleibt. CGI kommt fast ausschließlich dann zum Einsatz die junge "Baby Doll" in ihre eigene, surreale Welt flüchtet - ein kleiner Ausflug zum Ursprung dieser Szenarienwechsel: Neben Baby Doll befinden sich noch einige andere junge Damen - allesamt hübsch und aufreizend gekleidet - in der Institution aus der es keinen Ausweg zu geben scheint. Dort lernen sie sich verführerisch zu bewegen um den Leitern Geld einzubringen. Jede hat ihr Lied, jede ihren Tanz - und genau wenn Baby Doll ihren Auftritt hat verlässt sie die irdische Welt. Anstatt dem Tanz sieht man nun immer wieder - erst nur sie, dann mit ihren neu gewonnenen Freundinnen der Einrichtun - was sie während ihrem Auftritt macht. Sie wird vor Herausforderungen gestellt die zu bewältigen sind um den Weg in die Freiheit zu finden, im Anhang ihre Freundinnen die es ebenfalls leid sind in den 4 Wänden der Anstalt zu verroten. Die insgesamt 5 jungen Frauen kämpfen von nun an Seite an Seite gegen die skurrilsten Figuren die man sich nur vorstellen kann um frei zu kommen. Dabei stoßen sie in unterschiedlichsten aber immer gleichermaßen apokalyptischen Settings unter anderem auf Nazi-Zombies, Drachen oder Hightech-Roboter. Und wie es dabei abgeht ist einfach nur als Genuss für die Sinne zu bezeichnen. Das Budget hat man hier bis auf's Letzte genutzt, denn wenn man bedenkt, dass man hier nicht einmal $100 Mio. zur Verfügung hatte ist das Ergebnis wirklich erstaunlich. Da fliegen die Fetzten in Schwertkämpfen und Schießereien, Explosionen so weit das Auge reicht und auch diverse Fabelwesen aus dem Film sehen toll aus. Wer also Angst davor hat inhaltlich von dem Film enttäuscht zu werden, dem würde ich empfehlen sich den Film ohne Ton anzusehen, denn dieses bildgewaltige Actionfeuerwerk sollte man wirklich gesehen haben. Dabei würde man allerdings den genialen, Atmosphäre aufbauenden Socre verpassen der sich in mein Hirn gebrannt hat - nicht nur klasse Sound, auch textlich treffen die Tracks immer ihre Szene.
Solch unglaubliche Technik schluckt viel Geld, also muss man in anderen Finanzierungssegmenten sparen - bei den Darstellern. Auch wenn man Emily Browning als Nachwuchstalent kennen dürfte, größere Namen gibt's in Hollywood wohl zahlreich. Auch Vanessa Hudgens ("High School Muical"), Jamie Chung ("Chuck & Larry") oder Scott Glenn werden einigen bekannt sein, doch zur obersten Garde sind sie wohl alle nicht zu zählen. Man sollte deswegen aber nicht automatisch davon ausgehen, dass dies dem Film schadet - das tut es nämlich nicht! Die DarstellerInnen wirken allesamt unverbracht und frisch sodass man ihnen ihre Rolle abkauft ohne besonders intensiven Aufwand ihrerseits. Im Vordergrund stehen aber natürlich die Damen - "Sex sells" und das beherzigt Zack Snyder in SUCKR PUNCH ein erstes Mal (nach 300, wobei nun das weibliche Geschlecht an der Reihe war). Die hübschen Ladies sind wirklich sehr schön anzusehen, vor allem wenn sie sich in ihren freizügigen Outfits in den für Snyder typischen Zeitlupeneinstellungen durch die Massen kämpfen. Vor allem das männliche Publikum dürfte dabei seinen Spaß haben!
Nach den Special Effects würde ich dann doch nochmal gerne kurz auf den Inhalt zurückgekommen, der nicht so schlecht ist wie es vielleicht scheint. Gut, er trägt den Film nicht und sorgt lediglich für Überbrückung bis zum nächsten Effektfeuerwerk, das lässt sich kaum abstreiten. Dennoch kann er den Zuschauer mit der Geschichte erreichen und setzt vor allem mit dem Ende einen tollen Schlusspunkt. Auch hinter all dem "Krawumms" das der Film bietet steckt nicht nur das Ziel den Zuseher visuell zu verwöhnen, auch einige Metaphern werden ersichtlich wenn man sich ein wenig damit beschäftigt. Gerade bei einem Film wie diesem erwartet man so etwas nicht und schenkt ihm nur oberflächliche Aufmerksamkeit ohne sich genauer damit auseinanderzusetzen - einige schlechte Kritiken basieren wohl genau auf diesem Punkt, was ich äußerst schade finde.
Nach 300 und Watchmen liefert Regisseur Zack Snyder mit SUCKER PUNCH seinen nächsten Film ab, der schon alleine aufgrund seiner audiovisuellen Reize gesehen werden muss. Der Story kann man mehr oder weniger Aufmerksamkeit schenken, jedem sollte aber klar sein, dass es sich hierbei weder um ein intensives Drama oder einen "Mindfucker" handeln soll. Der Film bedient sich einiger Elemente - Action, Fantasy, Horror, Drama - und setzt seinen Schwerpunkt in der Gesamtverpackung, und diese kann von A-Z überzeugen.
Story:
Ein junges blondes Mädchen wird, nach dem Tod ihrer Mutter und ihrer Schwester von ihrem bösen Stiefvater, der sie um ihr Erbe bringen will, in eine Psychiatrie eingewiesen. Mit einem zwielichtigen Krankenpfleger handelt der böse Stiefvater aus, dass sie ehest möglich eine Lobotomie bekommen soll. Bei der Lobotomie wird irgendetwas am Hirn durchtrennt, wodurch sich die Persönlichkeit verändern kann. Dem Stiefvater ist das mehr als recht, schließlich soll die Kleine in einem möglichen Verhör keine lästigen, belastenden Fragen mehr beantworten können.
Der Pfleger selbst, seine Name ist Blue, drückt es so aus: er will sie ins Paradies schicken. In drei Tagen soll der praktizierende Arzt die Psychiatrie besuchen um die Lobotomie durchzuführen, doch drei Tage sind eine lange Zeit und die Kleine, Blue nennt sie liebevoll "Babydoll" denkt nicht im geringsten daran sich das Hirn zerteilen zu lassen und schmiedet einen Plan zu entkommen.
Gemeinsam mit anderen Insassinnen will sie eine Karte, ein Feuerzeug, einen Schlüssel und ein Messer stehlen, diese Gegenstände sollen ihr zur Flucht verhelfen. Soweit ist die Handlung völlig eindeutig, ab hier wird es ein bisschen komplizierter, das zeigt sich darin, dass die verschiedensten Kinobesucher die Handlung verschiedenst interpretieren. Völlig klar ist ab hier nichts mehr, es gibt Fantasie-Sequenzen, die jedoch gleichzeitig für Ereignisse in der "realen" Ebene des Films stehen, eigentlich laufen drei Handlungen parallel ab, die jedoch die selbe Geschichte erzählen, aber anders darstellen. Die Ereignisse in diesen Ebenen muss, oder vielmehr kann, sich der Zuschauer selbst interpretieren, dar er jeweils nur die abstrakteste Ebene zu sehen bekommt.
Fazit:
Lange hab ich gewartet auf Sucker Punch. Seit ich irgendwo das erste Interview gelesen hatte, indem Snyder ein "Alice im Wunderland mit Bombern, Drachen und Bordellen" ankündigte. Gibts es eine traumhaftere Ankündigung? In meinen Augen nicht. Als jemand, der generell selbst sehr phantasievoll ist und auch dem Absurden nicht ganz abgeneigt ist, empfand ich diese Ankündigung wie einen wahr gewordenen Traum. Gerade in der Kunst, egal ob Malerei, Buch, Film, selbst bei Computerspielen finde ich es schön, dass andere Menschen, Künstler ihre Fantasy zu teilen versuchen. Mir Einblicke in ihre Kreativität liefern. Wenn das gut gelingt, werde ich dabei sogar noch gut unterhalten. Egal ob es die alptraumhaften Welten eines H.P. Lovecroft, Bilder von H.R. Giger oder John Howe, das Gegnerdesign bei Bayonetta, oder eben "Alice mit Bombern, Drachen und Bordellen" ist, es ist für mich großartig, wenn es mir ermöglicht wird von anderen Künstlern ihre Welten gezeigt zu bekommen, ja im Idealfall sogar meine eigene Fantasie anzuregen und inspiriert zu werden.
Wie schockiert war ich nach den Kritiken zu Sucker Punch, fast hätte ich mir den Film auf Grund der schlechten Kritiken nicht angesehen. Froh bin ich, dass ich mir meine eigene Meinung machen ging, mir wäre einer der besten Filme überhaupt entgangen. Nichts erwartend, das Beste hoffend, das Schlimmste fürchtend war ich mit mehreren Freunden in der Heroes Night und wir waren alle positiv überascht. Auch wenn ich direkt nach dem Anschauen eher gemischte Gefühle hatte. Wie auch nach 300 und Watchmen war ich mir nicht so sicher was ich davon halten sollte. Die ersten Gespräche haben ergeben, dass von meinen Kollegen so ziemlich jeder den Film anders betrachtet und interpretiert hat und obwohl ich mir noch weit nicht sicher war, ob mir der Film gefällt, so kamen doch Zweifel auf, ob man einem Film gerecht wird, der so verschieden aufgefasst wird, wenn man ihn als stumpf und dämlich abstempelt. Kann ich über etwas urteilen, wenn ich eigentlich nicht genau weiß, was ich da gesehen habe? Auch wenn nahezu alle Kritiken die Geschichte genau beschrieben hatten (wenn auch sehr unterschiedlich), so ist das auf Grund der völlig metaphorischen und euphemistischen Erzählweise schlicht nicht möglich.
Es bleibt bei Sucker Punch nahezu alles Interpretation. Was umso spannender ist, da Zack Snyders Cinematographie eigentlich sehr plakativ und direkt ist. Im krassen Widerspruch zur direkten und überzeichneten Cinematographie steht, dass schreckliche Handlungen wie möglicherweise stattfindende Vergewaltigungen wenn überhaupt, darüber liese sich streiten, nur ansatzweise angedeutet werden. Dennoch haben viele Kritiker undifferenziert behauptet es ginge in diesem Film um Vergewaltigungen und Mädchen, die in Fantasiewelten fliehen. Ich unterstelle den Kritikern sich nicht die Mühe gemacht zu haben auch nur zwei Minuten über den Film nachzudenken, sonst gäbe es keine Kritiken, die den Film als flach und platt abgestempelt hätten. Das heißt jedoch nicht, dass den Film jeder gut finden muss, keineswegs. Für viele Menschen scheint der Film in dieser Art einfach nicht zu funktionieren, das respektiere ich, jedoch ist der Film nicht flach und dumm, ganz im Gegenteil fällt mir kein Film ein, dessen Handlung ansatzweise die Komplexität von Sucker Punch erreicht. Aber genug zu fremden Kritiken, zurück zu Sucker Punch. Relativ schnell sollte klar werden, dass es sich hierbei über die Handlungsebene hinaus um eine Hommage an unsere Entertainment-Kultur handelt. Die metaphorischen Tanzeinlagen sind strikt gegliedert wie die Levels oder Missionen in einem Videospiel und wie in einem Spiel müssen die jungen Frauen Aufträge erfüllen. Bomben entschärfen unter Zeitdruck, Gegenstand A organisieren und nach B bringen, riesenhafte Endgegner besiegen, Themen die jedem Spieler bekannt sein sollten, der auch die richtigen Spiele kennt, die dort anfangen, wo Tetris, Hearts und Farmville aufhören. Desweiteren begegnen uns in diesen Welten Themen wie Mechs, Steampunk, Zombies, Samurai und die guten alten Deutschen, die zwar in dieser Kombination meines Wissens noch nirgendwo vorkamen, dennoch in vielen Spielen nicht fehlen dürfen. Ebenfalls identisch mit den Videospielen ist die euphemistische Erzählhaltung. Schreckliche Ereignisse werden höchst beschönigend dargestellt, ein Call of Duty macht das nicht anders. Krieg ist nicht cool, lässig und spektakulär, dennoch kehren die meisten Spieler immer wieder gerne in den virtuellen Krieg zurück. Da er uns im Spiel euphemistisch als spassig und cool verkauft wird.
Ein weiterer Wink mit dem Zaunpfahl in Richtung Pop-Kultur ist auch der "Handy-Anhänger" der von Babydolls Pistole baumelt. Besonders die Drachen-Welt in der auf fantastische Weise orkartige Ungeheuer, Drachen, Burg, ein Bomber und hübsche Frauen mit Maschinengewehren und Schwertern kombiniert werden, erinnert an diverse Dark-Fantasy Geschichten aus dem Comic-Magazin "Heavy Metal". Apropro Heavy Metal, auch der Soundtrack, der zwar nicht unbedingt Heavy Metal ist, kann sich hören lassen und verdient eine besondere Erwähnung, da die Lieder alle von den Darstellerinnen gesungen werden und so teilweise sogar mehr oder weniger subtil die Story erzählen. Es handelt sich jedoch nicht nur um reine Cover-Versionen bekannter Lieder wie etwa "white rabbit" und "where is my mind", Tyler Bates, seines Zeichens Komponist des Sucker Punch Soundtracks (sowie den anderen Snyder-Filmen) hat geschickt selbst in die Cover-Versionen für ihn typische Melodien einfließen lassen, die dem Kenner auffallen werden und so die bekannten Lieder dezent in das Snyder-Universum knüpfen. Auf der Meta-Ebene sollte auch noch erwähnt werden, und das ist von Zack Snyder durchaus so gedacht, dass sich einige Dialogstellen auf den Film selbst beziehen. So kritisiert Sweet Pea etwa, es müsse komerzieller werden, womit Snyder auf die ihm verordnete PG-13 Freigabe Bezug nimmt.
Wenn man über Sucker Punch spricht, sollte man zweifellos auch die knappen Outfits der Darstellerinnen kurz besprechen. Sie sind der Grund warum viele Kritiker Sucker Punch zum feuchten Traum eines jeden 13 Jährigen erklärt haben. Dem möchte ich entgegen halten, dass Snyder die Damen in keinster Weise vorführt, wie es etwa ein Bitch Slap sehr wohl tut. Hier entdeckt man wieder eine große Parallele zur Videospielkultur, als Beispiel möchte ich die Spiele Bayonetta, Tomb Raider (mit der mittlerweile auch außerhalb der Szene bekannten Lara Croft) sowie Dragon Age mit der Hexe Morrigan nennen, die alle sehr knapp bekleidete Darstellerinnen haben. Ja, auf aberwitzige Art spiegelt Sucker Punch eigentlich auch die Spielmechanik dieser drei Spiele, vermischt sie jedoch. Neben der Referenz zum Videospiel seh ich aber auch eine Parallele zum Sexismus in unserer Pop-Musik. Sei es eine Rihanna mit ihrem Lied "SM" und dazugehörigen Video, oder eine auch sehr aktuelle Lady Gaga mit egal welchem Lied und Video, seien es unterwürfige Frauen in irgendwelchen Hiphop-Videos, knappe Outfits dominieren (im wahrsten Sinn des Wortes!) die Videos. Der 13 jährige von heute braucht keinen Sucker Punch um feuchte Träume zu bekommen, weil er sich längst vorm Musiksender die Palme wund geschüttelt hat, der Unterschied zu Sucker Punch ist, in Sucker Punch ist die Musik besser. Sucker Punch macht hier nichts schlimmer als es in unserer übersexualisierten Gesellschaft an jeder Straßenecke verkauft wird. Sucker Punch spiegelt auch hier nur wieder. Sucker Punch ist nicht normativ sondern höchst deskriptiv, spiegelt einen großen Teil unserer Unterhaltungskultur wieder und erfüllt damit den selben Zweck wie ein Andy Warhole-Gemälde. Andy Warholes Pop-Art sollte ebenfalls nur den Blick auf Alltägliches lenken, darauf aufmerksam machen, ohne es jedoch zu verbessern. Ein seriell vervielfältigter elektrischer Stuhl in knalligen Farben verbessert die Welt in keinster Weise, ruft jedoch in Erinnerung und bieten optimalerweise Anregung erneut Nachzudenken, zu diskutieren. In meinem Fall hat Sucker Punch das exzellent erfüllt und falls jemand bis hier unten liest, wird er mir sicher recht geben, dass ich gehörig übertrieben habe. Aber auch mit meinen Freunden hat Sucker Punch für wirklich gute und niveauvolle Gespräche und Kontroversen gesorgt. Selten konnte man über einen Film so gut reden. Selbst wenn jemandem der Film nicht zusagte, so konnte man vernünftig darüber sprechen, sich austauschen wie wer was aufgenommen hat, wie wer was verstanden hat, wie wer was damit in Verbindung setzt. Sucker Punch ist ein Film über den man reden kann, lange und ausführlich, aber nicht muss. Man kann ihn auch einfach als Action-Fantasy Feuerwerk stehen lassen. Mit seiner über drei Ebenen reichenden metaphorischen und höchst euphemistischen Erzählweise hat Zack Snyder etwas neues und innovatives gewagt, hat sich weit aus dem Fenster gelehnt, ein sehr lobenswertes Unternehmen, sieht man sich an wie ständig über Remakes und Fortsetzungen gejammert wird.
Für mich stimmt bei diesem Film fast alles, einzig das Intro war bei seinem Vorgänger Watchmen noch eine Spur grandioser, Snyder hat es auch diesmal wieder geschafft ein optisch bildgewaltiges Werk mit grandiosem Soundtrack abzuliefern, nur steckt diesmal sehr viel mehr Substanz dahinter. Zugegeben, es könnte noch sehr viel mehr sein, jedoch ist für mich das was ich bekommen habe mehr als ich mir erträumt habe. Für mich ist Sucker Punch einer der grandiosesten Filme überhaupt, definitiv aber der beste Film des Jahres. Ich mag mit meiner Meinung gegen alle Kritiker stehen, das ist auch der Grund warum ich diesmal etwas weiter und ausführlicher schrieb, von mir gibts ganz klar:
10/10
Wie immer hat Zack Snyder ein Visuelles Meisterwerk geschaffen. Die Story ist witzig, und total abgedreht. Daher will ich nicht viel über die Story sagen.
Die zahlreichen Special-Effects sind meistens sehr sehr gut.
Da es aber wirklich ein Film ist, welcher mit Bildern arbeitet, sag ich nur schaut euch das im Kino an, zuhause ist es nicht das selbe.
Manchmal haben die Kritiker im Intenret nicht recht, Ok meistens nicht, wenn sie ein Film runter machen. Ich darf das. Ich bin anders. Ich mach ja so was nicht so oft.
Babydoll kommt in einer Irrenanstallt, nachdem sie ihren Stiefvater angegriffen hat und dabei ausversehen ihre Jüngere Schwester getötet hat. Doch dort erwartet sie ein trostloser Ort. Sie hat auch nur noch 5 Tage zeit bevor sie eine Lobotomie bekommt.
Zack Snyder hat es nie leicht, scheinbar mögen viele seine Filme nicht. Er hat meist im Kino nie glück. Scheinbar war „300“ und zum Teil das „Dawn of the Dead“ Remake die einzig beiden Filme die beim Publikum angekommen sind. Schon „Watchmen“ ging an den Kinokassen unter. Auch „Legende der Wächter“ fand kaum beachtung. Doch auch „Sucker Punch“ wird diesem Schicksal leid. Ich saß alleine im Kino. Doch das hat der Film nicht verdient. Denn die Miesmacher haben scheinbar irgendwas anderes erhofft.
Der Film beginnt mit einer Hammer Eröffnungsszene, diese hat nur etwas Offtext sonst, lässt man hier die Bilder sprechen. Wie man es gewohnt ist, es gibt Super Kamerafahrten, auch wenn man manche schon zum Teil gesehen hat, doch es passt einfach perfekt. Kaum in der Irrenanstalt angekommen, wechselt der Film das erstmal, die Handlung verändert sich und man fragt sich, ist das nun Real oder Traumwelt? Doch schon bald wird klar, es ist irgendwas daziwschen. Babydoll tanzt auch und in diesen tänzen, flieht sie in noch eine Traumwelt. Das ist die Welt die wir aus den Trailer kennen und Wahrscheinlich haben manche sich mehr davon gewünscht. Doch diese Szenen haben es in Sich. Es gibt unglaubliche Action und Bilder. Eine Achterbahnfahrt wie man sie sonst nur aus Japan kennt. Entweder aus Animes oder Filmen wie „Casshern“.
Das ist genau was Zack Snyder macht, er bringt 12 Jahre nach Matrix wieder den Anime Stil und Optik zurück nach Hollywood, wie einst schon die Wachowski Brüder mit „Matrix“ ist „Sucker Punch“ die neue Form. So würde der Film wahrscheinlich mehr geheypt wär er aus Japan. Doch es ist eigentlich Egal aus welchem Land der Film kommt. Er macht das einfach perfekt. Denn ehrlich wär er aus Japan würden sich alle Freuen das wir Babydoll im Kampf immer wieder unter dem Rock schauen können. Auch das die meisten Darstellerin aussehen wie Junge Mädels, die zwar über 18 sind aber Jünger aussehen. Babydoll in ihrem Schulmädchen Outfit ist eigentlich der feuchte Traum jeden Nerds. Also Ich fand das toll.
„Sucker Punch“ ist ein Drama über die Flucht aus einer düsteren Realität in eine Traumwelt, dazu nutzt man Elemente aus Fantasy, SciFi und Action. Zack Snyder hat ein Bombastisches Drama erschaffen. Was super unterhält.
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Kommentare
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Action und Optik sind Bombastisch und die Mädels sind lecker anzuschauen, der rest des Films ist eher durschnitt.