BIG BROTHER mit erzwungener Teilnahme: Hier wird eine Reality-Show mitleidlos zu Ende gedacht, die sowieso schon wenig Skrupel kennt. In bekannter Manier müssen sieben Kandidaten für zwei Wochen in einem Raum zusammenleben und werden von der Kamera rund um die Uhr beobachtet. Es sind allerdings keine Freiwilligen. Die Akteure wurden von einer TV-Guerilla-Einheit gekidnappt, in Säcke gesteckt und in die Sendung verschleppt. Zwar sind sie klug genug, ihre Lage zu erkennen. Aber ihr passiver Widerstand hilft ihnen weder aus der Gefangenschaft heraus, noch erspart er ihnen den Schrecken, plötzlich hilflose Opfer der Medien zu sein. Bezeichnenderweise heißt der Sender „Shock-TV“ und erreicht durch diesen Coup eine Quote in Millionenhöhe. Damit es nicht langweilig wird, gibt es zusätzlich ein Zuschauertribunal. Der Sender verrät böse Geheimnisse aus der Vergangenheit der sieben, und das Publikum darf entscheiden, wer Strafe verdient. So werden einerseits die Kandidaten damit konfrontiert, dass das Äußere der Mitspieler wenig über ihren Charakter verrät. Andererseits wird einmal mehr demonstriert, dass die Medien den Verschleiß ihrer „Talente“ gern vorantreiben, wenn es den Zuschauern gefällt. Und deren Sensationslust geht sogar weit genug, den Tod anderer Menschen in Kauf zu nehmen – solange sie es live auf dem Bildschirm verfolgen dürfen. (Fantasy Filmfest Katalog)
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