Adam Sandler gehört für mich neben Leslie Nilsen und Jim Carrey zu den Alltime-Spaßvögeln Hollywoods. Immer wieder kann ich mich bei ihren Filmen köstlich amüsieren, doch mit "Kindsköpfe" musste ich neulich etwas sehen, was Sandler wieder gutmachen muss, denn der war unterirdisch schlecht. Dabei mag ich seine Filme fast ausnahmslos, "Big Daddy" und "Klick" gehören sogar zu meinen Lieblingskomödien. Mit BEDTIME STORIES bekam ich wieder einen von seinen Filmen zu sehen die besonders auf das junge Publikum zugeschnitten ist, aber ob das dem Filmvergnügen für Erwachsene einen Abbruch tut?
Der Plot: Tagsüber arbeitet Skeeter Bronson als Hausmeister in einem Luxus-Hotel. Als seine Schwester für einige Tage verreist um sich einen neuen Job zu suchen, passt der liebenswürdige Hausmeister abends auf seine Nichte und seinen Neffen auf. Um die beiden zur Ruhe zu bringen, erzählt er ihnen Gute-Nacht-Geschichten und öffnet somit die Tür zu ihrer lebhaften Phantasie. Bald bemerkt Skeeter, dass die Erlebnisse aus den Phantasiegeschichten auf magische Weise Wirklichkeit werden und ein urkomischer Spaß beginnt...
BEDTIME STORIES ist wohl einer jener Filme von denen meine Kinder niemals genug kriegen würden, ich hab nur noch keine. Ein wunderbarer Kinderfilm - herzerwärmend, aufregend, lustig und scheinbar grenzenlos. Auch wer Adam Sandler von Grund auf nicht mag sollte diesem Film zumindest eine Chance geben und ihn auf keinen Fall seinen Kindern vorenthalten, aber mal im Detail:
Mit einem Budget von sage und schreibe $80 Mio. ist BEDTIME STORIES wohl einer der teuersten Filme aller Zeiten und das sieht man ihm auch an. Die unterschiedlichen Gute-Nacht-Geschichten wurden derart effektreich und liebevoll umgesetzt, da machen sich die Filmkosten mehr als bemerkbar. Ob nun im Weltraum, bei den alten Römern oder im Rittertum - die Kulissen sind genauso pompös wie das CGI. Solch ein Effektfeuerwerk hab ich in einem Kinderfilm wohl nur selten oder gar nie gesehen, doch der Film wirkt deswegen nicht überladen bzw. muss genau das sein - immerhin geht es hierbei um Geschichten von Kindern für Kinder. Phantastisch hat man dies umgesetzt, sodass es für das junge Publikum einfach ein großes Abenteuer sein dürfte und für Erwachsene zumindest aus technischer Sicht Reize bieten dürfte.
Der Film ist herzerwärmend und einfach nur niedlich, Indikatoren gibt es dafür genug. Ob nun der Hamster Bugsby mit seinen riesigen Kulleraugen, die beiden Jungdarsteller Jonathan Morgan Heit & Laura Ann Kesling oder die tollen Ideen die man in den Film einbrachte. Diese gelten natürlich als klassisch (das müssen sie auch) und bieten genau so wenig Neues wie der filmische Ablauf selbst, doch daran gibt es nichts auszusetzen. Der Film soll vor allem das junge Publikum ansprechen, daher muss er das Rad nicht neu erfinden und darf ruhig vorhersehbar sein. Man kann somit zwar ahnen was passiert, doch die Stärke des Films liegt darin wie sich das alles abspielt.
Adam Sandler ist hier wie so oft in seine unbeholfenen, aber sympathischen Rolle und verkörpert diese daher auch gewohnt gut. Richtige Brüller liefert er uns nicht, dazu sind seine Gags leider wie so oft zu seicht, das schadet dem Film aber nur geringfügig da er sich nicht auf sene Witze versteift und anderweitige Qualitäten hat. Keri Russell kam mir zwar bekannt vor, konnte sie jedoch nicht zuordnen. Fakt ist jedoch, dass sie perfekt in diesen liebenswerten Film passt und dem mit ihrer sympathischen Art sehr gut tut. Guy Pearce dürfte mit seinem Part zwar den ein oder anderen nerven, aber dabei muss man immer bedenken dass es sich um eine für einen Kinderfilm notwendig überzeichnete Figur handelt. Ganz besonders köstlich ist hier wieder einmal Russell Brand. Ein grandios schräger Typ mit Wiedererkennungswert - der einzige an dem ich den britischen Akzent nicht nur nicht schrecklich, sondern absolut klasse finde!
BEDTIME STORIES ist in meinen Augen ein Kinderfilm wie er sein muss. Phantastische Ideen, liebenswerte Charaktere, einer längst überfälligen Story, teure Effekte und wie üblich eine übergeordnete Botschaft - im Grundaufbau wenig originell, aber in der Umsetzung einfach herzerwärmend.
8/10 Bienenstiche auf der Zunge
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