• Informationen zum Film
  • Ich spuck auf dein Grab

  • Originaltitel:
    Day of the Woman
    Genre:
    Thriller, Horror
    Produktionsland:
    USA
    Produktionsjahr:
    1978
    Studios:
    Cinemagic Pictures
    Kinostart USA:
    22.11.1978
  • Cast & Crew
  • Regie:
    Meir Zarchi
    Drehbuch:
    Meir Zarchi
    Darsteller:
    Camille Keaton
     
    Eron Tabor
     
    Richard Pace
     
    Anthony Nichols
     
    Gunter Kleemann
     
    Alexis Magnotti
     
    Tammy Zarchi
     
    Terry Zarchi
     
    Traci Ferrante
     
    William Tasgal
     
    Isaac Agami
     
    Ronit Haviv
     
  • Inhalt
  • Inhalt:
    Jennifer Hills hatte sich für einen Sommer ein kleines Haus in einem verlassenen Winkel von Neu England gemietet, um in Ruhe ihren Roman zu beenden. Die junge Schriftstellerin genoß die Ruhe, die Sonne, den Fluß und die scheinbare Idylle, die von diesem Ort auszugingen schien. Doch urplötzlich wurde diese Idylle zerstört. Jennifer Hills wurde verschleppt, vergewaltigt und gefoltert. Die Täter sind Männer aus jenem Dorf, von dem Jennifer Hills dachte, das es ein Ort des Friedens und der Ruhe sei - doch nun ist diese Idylle für immer zerstört. Der geschundene Körper und die verwundete Seele der Jennifer Hills wird nur noch, durch einen Gedanken am Leben erhalten - um Rache zu nehmen, an ihren Peinigern.

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Um in Ruhe an ihrem neuen Buch schreiben zu können, fahrt die junge Schriftstellerin Jennifer aufs Land in eine einsame Hütte. Schnell wird diese Ruhe von vier Männern aus der Gegend gestört.
Sie entführen Jennifer und vergewaltigen sie auf brutale Art und Weise. Einer nach dem anderen vergeht sich an Jennifer.
Halb tot schleppt sie sich nach Hause, erholt sich von dem Verbrechen und nimmt scheinbar unverändert ihren Alltag wieder auf. Doch in Jennifer reift über die Wochen ein grausamer Plan: sie will Rache - Rache an den Männern, die ihr dies angetan haben…



Meine Kritik:

Kaum ein Rape’n’Revenge –Streifen ist so berüchtigt wie I spit on your grave. Der Film beginnt ganz ruhig, kaum Musik, lange statische Aufnahmen. Jennifer geht schwimmen, schreibt an ihrem Buch, genießt in Ruhe die Abgelegenheit der Gegend.

Doch dann trifft es einen wie ein Hammerschlag: die Vergewaltigung wird mit einer Härte und Grausamkeit gezeigt, wie man es selten in Filmen zu sehen bekommt (höchstens noch in Noes Irreversible). Über 20 Minuten rennt die arme Jennifer nackt durch den Wald, schreiend, dreckig , blutverschmiert – und wird immer wieder von den Männern eingefangen und vergewaltigt.
Als diese Tortur dann endlich vorbei ist, stellt sich ein wenig Leerlauf ein. Man weiß ja, dass es den Männern an den Kragen gehen wird. Doch eine Weile passiert nicht.

Wenn Jennifer, dann anfängt ihre Rache zu zelebrieren, erreicht der Film ganz klar seinen Höhepunkt. Wie kühl und gelassen Jennifer hier ihren Plan durchzieht, ist zum einen faszinierend, zum anderen schockierend. Ohne Skrupel und mit fast schon perversem Sadismus schaltet sie einen nach dem anderen aus.

Viel Gore gibt es hier zwar nicht zu sehen (da wird das Remake wohl mehr punkten können), aber die Art und Weise, wie ausgeklügelt und sadistisch Jennifer hier ihre Vergewaltiger ins Jenseits befördert, ist schon extrem.



Also was bleibt übrig:

+ die Vergewaltigung wird so gezeigt wie es sein sollte, als abscheulicher Akt; ausgeklügelte Racheszenarien

- etwas langatmig und zu viel Leerlauf in der Mitte


Als Hinweis: eine Vergewaltigung als positiven Punkt aufzuzählen wirkt sehr befremdlich, aber in einem Rape’n’Revenge-Film hört das dazu. Viel wichtiger finde ich, dass diese Szenen nicht exploitativ (wie z.B. in Chaos ), sondern abstoßend gezeigt werden – und deshalb auch der positive Pukt in meiner Wertung.

Ich habe eigentlich nicht viel erwartet und würde positiv überrascht
Ich muss gestehen, dass mir I spit on your grave besser gefallen hat als Wes Cravens Klassiker Last house on the left .



7 / 10

geschrieben am 27.07.2011 um 23:34

Meir Zarchis „I Spit on your Grave” ist ohne Zweifel einer der unangenehmsten Filme, die je produziert wurden. Das liegt in erster Linie an dem Realismus, mit dem der Film inszeniert wird. Die Vergewaltigungsszene ist schier unaushaltbar lang, aber auch die Morde sind ausführlich in Szene gesetzt. Trotzdem würde ich dem Film keine Selbstzweckhaftigkeit oder Verherrlichung dieser Szenen unterstellen wollen. Es werden nicht nur diese Szenen ausgekostet sondern prinzipiell legt der Film ein sehr langsames Erzähltempo an den Tag. Wenn eine Einstellung eines fahrenden Motorboots 30 Sekunden lang dauert, dann verwundert nicht, wie ein Film mit derart einfacher Story über 100 Minuten auf die Waage bringen kann. Spannung kann der Film nicht aufbauen, das langsame Erzähltempo leistet hier aber trotzdem einen guten Beitrag zur Atmosphäre des Films. Durch das Tempo wird die Entspanntheit der idyllischen Landschaft, die Ruhe und die Abgeschiedenheit sehr gut verdeutlicht, was auch den Terror der Hauptdarstellerin verstärkt. Trotzdem hätte dem Film eine Straffung sicherlich nicht geschadet.

Das Schauspiel ist sicherlich nicht auf höchstem Niveau, die Darsteller können ihre Rollen aber glaubwürdig vermitteln und erfüllen ihren Job somit sehr gut. Auch, wenn man ihren Rachegedanken wohl nachvollziehen kann ist die Kaltblütigkeit und der Vorsatz, mit der die Hauptdarstellerin ihre Peiniger aus dem Weg räumt etwas übertrieben. Vor allem, sie lang mit Waffen zu bedrohen, noch mit ihnen zu schlafen, zu baden oder gefühlte 70 Mal mit einem Motorboot um sie herumzufahren klingt nach der gestörten Psyche eines Serienkillers aber nicht an den Rachefeldzug einer vergewaltigten Frau. Die Mordszenen sind wie bereits die Vergewaltigung sehr langsam und ruhig dargestellt und beziehen ihre Hörte genau daraus. Das atmosphärische und brutale Highlight des Films und die intensivste Szene (nach der Vergewaltigung, versteht sich) ist eindeutig der Mord in der Badewanne. Wie unsere Hauptdarstellerin sich dann gemütlich hinsetzt und mit Opernmusik im Hintergrund dem Mann genussvoll beim Sterben zuhört ist wirklich kaltblütig. Stellenweise bekommt man den Eindruck, sie wäre kaltblütiger als ihre Peiniger – auch, wenn man sich natürlich bewusst ist, dass dieser Gedanke nicht gerade in die richtige Richtung geht.

Eine sozialkritische Fabel zu schaffen war sicherlich nicht die Intention des Films, trotzdem könnte man eine solche anhand des Films beispiellos führen. In diesem Hinblick ist beispielsweise „The Last House on the Left“ wesentlich glaubwürdiger.

Insgesamt muss die Frage natürlich beantwortet werden, ob „I Spit on your Grave“ ein guter Film ist. Das ist schwer zu sagen. Einige Szenen sind intensiv und werden das Publikum auch heute noch schockieren und in ihren Bann ziehen können. Dem gegenüber steht das zu langsame Erzähltempo und damit verbunden ein generell bis auf einige Ausnahmen ödes Filmerlebnis. Davon mal abgesehen ist eines aber natürlich klar: Jeder, der gerne harte Filme sieht, muss „I Spit on your Grave“ einfach gesehen und sich eine eigene Meinung darüber gebildet haben.

Auch heute noch ein unangenehmer und sehr harter Film, der allerdings deutlich straffer inszeniert hätte werden können, da er trotz seines grauenhaften Inhalts etwas langweilig erscheint. Für Fans harter Filme aber trotzdem Pflichtprogramm.

geschrieben am 25.07.2011 um 00:29

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