Rob Zombie und seinen Filmen stehe ich sehr unschlüssig gegenüber. Er hat sich an einen Genre-Klassiker und meinen Lieblings-Horrorfilm "Halloween" gewagt und diesem ein wirklich ansehnliches Remake spendiert. Dass der Nachfolger da nicht mehr ganz mithalten kann ist aber noch zu verkraften, ganz im Gegensatz zu seinen früheren Werken. Als "Haus der 1000 Leichen" rauskam wollte ich mich gleich selbst vom Film überzeugen - der wurde ja ziemlich angepriesen - und wurde maßlos enttäuscht. Nicht viele vergleichbar miese Filme hab ich bis zu diesem Zeitpunkt gesehen und Gott weiß warum, in den "Nachfolger" (THE DEVIL'S REJECTS) habe ich neue Hoffnungen gesetzt, die ebenfalls gleich zum Release zerstört wurden. Warum diese beiden Filme derart gelobt werden ist mir seitdem schleierhaft, doch möglicherweise war's einfach noch die Zeit für mich und diese Werke des Terrors. Genau aus diesem Grund geben ich TDR heute noch eine Chance und bin gespannt ob ich den Hype um diesen Film dieses Mal verstehen kann...
Mein erster Eindruck von vor einigen Jahren wurde nun zwar erneuert, änderte sich aber nicht wesentlich. Mit dieser Art Filme zu drehen kann ich mich schlichtweg nicht anfreunden. Der Film ist optisch wie auch inhaltlich einfach nur als dreckig zu bezeichnen, rohe Gewalt und Sex in seiner unansehnlichsten Form. Um Missverständnisse zu vermeiden: ich habe nichts gegen Filme in denen knallharte Gewalt zum Einsatz kommt und bis zum bitteren Ende durchgezogen wird, es hängt aber immer vom inszenatorischen Umfeld ab. Der Film ist in keinster Weise "schön" anzusehen (1-2 Gedärmeszenen bilden die Ausnahme) und ist völlig humorlos. Gut, ein Witz blieb dann doch hängen, doch der kommt einfach nicht zum Tragen, da der restliche Film verbittert, kühl und trocken ist.
Von den Charakteren kann ich keinen einzigen leiden und zwar nicht nur weil man solch abscheuliche Figuren nicht mögen "kann", sondern weil sie für mich einfach nicht Film füllend sind. Die hübsche Sherie Moon Zombie könnte man als Ausnahme sehen, denn sie verleiht ihrem verrückten und sadistischen Wesen immerhin ein wenig Leben - das könnte ich überhaupt als Hauptproblem des Films benennen, denn das fehlt komplett! Die anderen Charaktere, bis auf den Sheriff, sind völlig uninteressant und platt. Lediglich tötungswütige Psychopathen die ihrer sadistischen Kreativität freien Lauf lassen - dazu muss ich kein guter Schauspieler sein, sondern einfach nur so unmenschlich wie möglich.
Als Pluspunkt möchte ich einen Teil der Besetzung nennen, denn hier hat man einige alte Bekannte aus dem Horrorgenre anwerben können. Vor allem P.J. Soles aus John Carpenter's "Halloween" und Ken Foree aus George A. Romero's "Dawn of the Dead" haben mich begeistert - auf solche Besetzungen steh ich einfach! Der Soundtrack kann sich auch hören lassen und selbst die dreckige, unverblümte Optik finde ich toll, lediglich was aus ihr gemacht wird hinterlässt ein unschönes Gefühl im Magen.
THE DEVIL'S REJECTS ist ein gnadenloser, dreckiger und schwer verdaulicher Film. Sinnlose Gewalt und die Wertlosigkeit & Bedeutungslosigkeit von Sex wie man sie heutzutage überall findet bilden wohl die Hauptbotschaft des Films, der aufgrund seiner Inszenierung doch als "schwere" Kost zu bezeichnen ist. Bis auf ein wenig Gore und wenige Charaktere war es für mich aber nicht besonders schön diesen Film zu sehen, ein Highlight würde mir jetzt auch nicht einfallen. Ich kann verstehen unter welchen Vorzeichen man den Film gut finden kann und will deswegen auch keine "offizielle Warnung" aussprechen, aber ich persönlich kann damit leider nichts anfangen.
3,5/10 Sadistenfamilien
Nach Haus der 1000 Leichen geht es mit der Familie Firefly in die zweite Runde. Und es hat sich nichts verändert. Sie sind immer noch bestialische Sadisten, die nichts mehr befriedigt als Macht über einen anderen Menschen zu haben und ihn zu erniedrigen und zu quälen bis zum Tod. Und selbst der Tod hält die Fireflys nicht auf und die Leichen finden auch keine Ruhe. Rob Zombie hat eine Familie des Terrors geschaffen die sich mit den Sawyers aus den The Texas Chainsaw Massacre Filmen messen lässt. Witzigerweise ist Bill Moseley Mitglied beider Familien und das zurecht. Sein Auftreten ist voller Hass und vor ihn kann man nur Angst haben, er ist ein sadistischen Schwein vor dem selbst Satan in die Knie geht. Kennt keine Reue und kein Mitleid, nur seine persönliche Lust am penetrieren, massakrieren, quälen und töten. Einzig seine Familie bedeutet ihm was. Sid Haig versprüht als Captain Spaulding eine ganz ähnliche Ausstrahlung, er ist einer der Gründe warum man vor Clowns Angst haben sollte. Da gibt es nichts zu lachen, denn er vereint alles schlechte in sich und es bleibt nur noch Kraft zum Weinen. Baby, gespielt Rob Zombies Frau Sheri Moon Zombie, ist der schöne Lichtblick in der Runde, aber genauso verdorben und abscheulich wie der Rest.
TDR ist ein Roadtrip des Terrors, denn durch den Angriff der Polizei auf ihr Heim, welcher mehr von persönlichen Motiven als von rechtlichen geleitete wurde, müssen die Fireflys fliehen. Dabei wurden sie schon dezimiert und die Satansfamilie ist nicht mehr vollständig. Auf diesen Roadtrip der Flucht lassen sie sich aber nicht ihr liebstes Hobby nehmen und treffen bald auf die ersten unschuldigen Menschen, eine Country-Band, die sich nichts ahnend auf einer Tournee befinden. Auf den Weg der Fireflys zieht sich eine Blutspur aus Terror und Angst.
Ken Foree, der vielen Horrorfilmfans ein Begriff sein sollte, er hatte ja eine Hauptrolle im Klassiker Dawn of the Dead, spielt Charlie den Halbbruder von Captain Spaulding und bietet den flüchtlingen Unterschlupf und lässt die Reise dort vorerst beenden.
Der Film bietet aber noch mehr Terror, Sheriff John Wydell, steht zwar für Gesetzt und Ordnung, wird aber von persönlichen Motiven geleitet und nimmt gar selbst sadistische Züge an, in dem er eine gefangene bis zum Tode quält oder wütend mit einer Axt auf Menschenjagd geht. Das Spiel Opfer/Täter wird am Ende erschreckend umgedreht und die Gefühle in mir haben sich überschlagen. Ich wollte das die eine Seite überlebt, bis mir klar wurde was es überhaupt für Menschen sind, ohne Menschlichkeit. So war ich nur noch voller Abscheu und wollte zu keiner Seite halten. Ich habe nach was gutes gesucht aber nichts gefunden und fühlte mich eigentlich nur noch terrorisiert von dem Film, genau was er erreichen wollte.
Die grobkörnige und dreckige Optik und die aggressive Musik trugen den Rest zur Atmosphäre bei und ich war am Ende.
Beim Abgang war ich dann doch irgendwie erleichtert, da die letzte Szene in Zeitlupe war und somit auch genug Zeit zum verarbeiten blieb, sie hatte etwas mysthischen und erlösendes, ich war aber noch völlig baff vom bisher gezeigten.
Rob Zombie macht nicht nur gute Musik, sondern weiß genau wie er Terror zu Filmen hat der einen seelisch mitnimmt und in einen moralischen Zwiespalt versetzt. 8/10
Vor einigen Tagen kündigten wir die Blu-ray von Rom Zombies Das Haus der 1000 Leichen und mussten die Nachricht überbringen, dass der Film wohl aufgrund der Indizierung der ungekürzten Fassung nur in der geschnittenen, FSK geprüften Fassung erscheinen wird.
Nun liegen uns auch erste Details zur ...
26.04.2009 | mehr...
Anlässlich des Österreichischen Kinostarts von "The Devils Rejects" am 20.01. verlost DVD-Forum.at in Zusammenarbeit mit Luna Filmverleih exklusiv 5 T-Shirts zum Film! Um an dem Gewinnspiel teilzunehmen, braucht man nur eine kleine Frage richtig beantworten, sowie das unten stehende Formular k...
20.01.2006 | mehr...


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