Als ich nach der Matrix von einem neuen Film hörte an dem die Wachkowski-Brüder mitwirken stiegen meine Erwartungen blitzschnell in die Höhe. Nach dem Trailer ging ich dann nicht mehr so ganz von einem Actionspektakel à la Matrix aus, erhoffte mir aber trotzdem einiges. Gut, einen Actionfilm habe ich tatsächlich nicht zu sehen bekommen - oder zumindes keinen, der sich auf die Action stützt. Stattdessen hat mich V WIE VENDETTA vor allem inhaltlich umgehauen, weshalb er auch zu meinen liebsten Comicverfilmungen zählt.
Der Film zeigt eine düstere Zukunftsvision Englands, in der die Gesellschaft einem totalitären Regierungssystem unterliegt. Diese inhaltliche Note und die Inszenierung hat mich hier und da doch stark an George Orwell's 1984 erinnert. Da ich mich an diesen Film jedoch nur noch wenig erinnern kann, werde ich Vergleiche ab jetzt sein lassen.
Comic-Verfilmungen begegne ich grundsätzlich immer mit überwiegender Vorsicht. Die üblich amerikanische Superheldenstory ist mir da einfach zu ausgelutscht und standardisiert. Teilweise sind die zwar ganz gut inszeniert, dennoch sind die meisten Einheitsbrei - nicht aber V WIE VENDETTA. Was gleich gesagt werden muss und mir vor dem Kinobesuch niemand sagte: V WIE VENDETTA ist kein Actionfilm! Genau das habe ich erwartet und erhofft, aber hier liegen die Prioritäten ganz wo anders. Die Story selbst ist es nicht einmal, denn auch eine schlechte und dünne Story kann toll inszeniert in ein besseres Licht gerückt werden. Hier ist nicht nur die Story klasse und für eine Comic-Verfilmung außergewöhnlich anspruchsvoll, sie wurde auch grandios und stilistisch in Szene gesetzt. Um nicht missverstanden zu werden, der Film enthält Actionszenen. Diese überladen den Film aber nicht, sondern sind gut sehr gut im Film platziert worden. Wichtig dabei ist aber auch wie sie aussehen - und zwar grandios! Die Effekte sind, auch wenn sie bei V WIE VENDETTA nicht allgegenwärtig sind, wirklich schön und einzigartig. Es spritzt hier und da sogar recht viel Blut, das wirkt aber niemals übertrieben oder hart, sondern einfach schön - Bildgewalt trennt sich hier von der Gewalt selbst.
Diese Comic-Verfilmung ist nicht effektüberladen und regt auch das Oberstübchen ein wenig an und genau das macht ihn - in Verbindung mit der stilistischen Inszenierung und den Effekten - einzigartig. Hugo Weaving schafft es hier sogar hinter einer Maske seiner Figur unglaublichen Ausdruck zu verleihen, wie ich es nie für möglich gehalten hätte. Natalie Portman schätze ich schon seit Leon der Profi und auch bei V WIE VENDETTA spielt sie sehr gut, wie auch John Hurt, Stephen Fry und Stephen Rea.
Eine der besten, wenn nicht die beste Comic-Verfilmung überhaupt. Ein ansprechender Film mit Action, Dramatik und Mitdenk-Voraussetzung - anschauen!
9,5/10 rote Rosen
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