Dänemark ist schon ein Knaller! Grad mal 5,5 Millionen Einwohner und ist dennoch ein sehr relevantes europäisches Filmland. Filme wie Nachtwache (1994), Dänische Delikatessen (2003), In China essen sie Hunde (1999), oder auch Triers Werke wie Dancer in the Dark und Dogville, sprühen nur so vor Originalität und haben ihren eigenen, uvergleichbaren Charme. Dazu zählt auch Pusher, ein Film von Nicolas Winding Refn, der gerade weltweit von allen Kritikern für sein neustes Werk Drive , mit dem hochtalentierten Ryan Gosling in der Hauptrolle, gefeiert wird.
Die Handlung spielt sich innerhalb einer Woche ab, von Montag bis Sonntag, somit ist jeder Tag ein Kapitel.
Wir fangen am Montag an und tauchen direkt in die Routine zweier Drogendealer ein, gespielt von Kim Bodnia (Frank) und Mads Mikkelsen (Tonny). Die beiden leihen ihren Stoff aus, verticken ihn dann weiter, bezahlen die geliehene Ware und kassieren die Differenz - ein simples Geschäftsprinzip, bis ein Bekannter von Frank auftaucht, mit dem er eine gemeinsame Haftzeit vor vier Jahren vebrachte. Er möchte drigend 200 Gram Heroin kaufen und wäre bereit 700 Kronen pro Gramm zu zahlen. Der am Anfang noch skeptische Frank lässt sich darauf ein, begiebt sich umgehend zu seinem Lieferanten und leiht sich die 200 Gramm Heroin. Ein äußerst profitables Geschäft steht Frank bevor, jedoch wird es der Anfang von seinem Ende.
Man präsentiert uns eine abgefuckte Welt, ohne einen Funken Normalität. Das gezeigte Struggeln eines Gangsters/Pushers ist hier unangenehm und hat weder die Faszination eines Scorsese-Films noch den Humor von Guy Ritchie. Es ist was es ist - ein abgefucktes Leben.
Der Film hat vergleichweise wenig Schnitte und eine intensive Kameraführung, dadurch ensteht eine unglaubliche Nähe zu dem Geschehen. Die noch am Anfang lockere, aber bereits düstere Atmosphäre, wird ab der Mitte erst richtig bedrückend.
Wer sich für das Milieu interessiert und nicht vor dialoglastigen Filmen zurückschreckt, sollte sich diesen wichtigen Beitrag aus Dänemark unbedingt zu Gemüte ziehen.
Pusher hat 2004 und 2005 zwei Fortsetzungen bekommen und besonders der zweite Film, diesmal mit Tonny im Fokus, ist höchst empfehlenswert.
Empfehlung: Ja
Bewertung: 9/10
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