Neben Legenden wie Jackie Chan und Jet Li gelingt es leider nur wenigen Martial Artists aus Asien auch in Europa einen höheren Bekanntheitsgrad zu erreichen, da es einfach nur sehr wenige Filme hierher schaffen und dann meist untergehen. Im Windschatten von Ong Bak, der sich weltweit behaupten konnte, kam ein gutes Jahr später BORN TO FIGHT vom selben Studio (Baa-Ram-Ewe) zu uns. Aber das, was Tony Jaa allerdigs vorgelegt hat, ist nicht einfach zu toppen...
Der Film steigt gleich mitten in der Action ein und lässt dem Zuseher keine ruhige Einleitungsphase, es geht gleich richtig explosiv zur Sache. Schießerei, Verfolgungsjagd, Martial Art und Explosionen - all das enthalten schon die ersten 10 Minuten. Diese Einführung bietet zugleich den inhaltlichen Input: Der Drogenbaron Yang wird dabei festgenommen, der Chef der Drogenfahndung getötet. Mit einer Reihe von Sportlern (unter anderem seine Schwester) begibt sich Agent Deaw zu einem Wohltätigkeitsfest in ein Dorf in der Nähe der Grenze Burmas. Doch bevor das Fest überhaupt richtig beginnen kann, wird das die ländliche Idylle von Terroristen getrübt, die die Freiheit ihres Anführers Yang fordern und alles tun um diese zu erreichen.
Die Geschichte des Films ist simpel gestrickt, aber effektiv umgesetzt. Das macht sich z.B. in der Härte bemerkbar, mit der die Terroristen vorgehen. Beim Stürmen des Dorfs fließen literweise Blut und auch vor Kindern wird nicht Halt gemacht. Das sorgt für die ernste Komponente des Films, die durchaus dramatische Ansätze in sich birgt. Es handelt sich hier also nicht um lustiges Bekloppe wie oft bei Jackie Chan gesehen, sondern um bitteren Ernst - zumindest inhaltlich. Wie ernst man dann nämlich die Kämpfe nimmt, ist eine andere Sache, denn...
... die Choreographien sind teils wirklich spektakulär und vor allem außergewöhnlich. Zusätzlich zum klassischen Muay Thai bekommt greift man auch auf diverse Sportarten zurück (Fußball, Turnen/Breakdance) um sich zu wehren. Das sieht zwar ganz gut aus, nimmt dem ganzen aber an Ernsthaftigkeit, da man so wohl nicht wirklich kämpfen würde/könnte - andere Methoden sind da sicher wirkungsvoller, auch wenn's nicht schlecht aussieht.
Trotz spektakulärer Kampfchoreographien gelang es dem Film nicht eineinhalb Stunden lang meine ungeteilte Aufmerksamkeit zu erhaschen. Der Inhalt wird mit dem Eintritt der Kämpfe mehr oder wenige beiseite gelegt, was man dem Film gesamt gesehen einfach anmerkt.
Ein guter Thai-Actioner mit reichlich Explosionen und neuartigen Kampfstilen, der mich aber dennoch nicht über die ganze Laufzeit unterhalten konnte. Kann man sich, alleine schon wegen der Kämpfe, ruhig einmal ansehen, aber Ong Bak bleibt ohne Zweifel unerreicht.
6,5/10 brennende LKWs
Ein Cop verliert seinen Partner bei einem Einsatz. Er braucht Erholung und reist in ein Dorf, wo auch Sportler aus Thailand für eine Meisterschaft trainieren. Dann wird das Dorf von einer Gruppe Terroristen überfallen. Nun müssen die Sportler und der Polizist gegen diese Horde von Bösen kämpfen.
Selten hab ich so ein Film gesehen der eigentlich nur aus Actionszenen besteht wie Born to Fight. Es sind vielleicht insgesamt, wenn es hochkommt, 20 von den 90 Minuten Handlung im Film. Der Auftakt des Films ist einfach der Wahnsinn. Was hier gezeigt wird ist unglaublich. Der Kampf auf den fahrenden Sattelschleppern. Man sieht am Ende des Film während des Abspanns, in den Outtakes, was dabei alles so schief gegangen ist. Da fällt ein Stuntman vom Sattelschlepper, was ja auch so geplant war, wird er doch vom Held runter gekickt, doch er landet erst an der Kante und schlägt dann Zentimeter neben den Reifen auf dem Boden auf, welcher nicht einmal irgendwelche Polsterung hat, sondern einfach nur Sand. Sowas wär bei uns in den westlichen Ländern nicht möglich gewesen.
Der Film ist kompromisslos. So werden hier die Dorfbewohner erschossen, ja selbst vor Kindern wird nicht halt gemacht. Es ist wirklich ein harter Action Film. Da gibt es blutige Einschüsse. Ja selbst ein Elbogen wird durch eine Kugel Regel recht zerfetzt.
Das Finale, welches gut 30 Minuten geht, ist eine Mischung aus Kampfsport- und Ballerszenen. Lange wurde am Atück nicht mehr so viel geballert seit Hard Boiled.
Es gibt natürlich auch ein paar klasse Kampfszenen. Zum Beispiel mit brennenden Holzstücken. Was hier nicht alles so geklappt hat, sieht man auch in den Outtakes.
Einfach ein klasse Actionfilm, bei dem man merkt, was die Macher wollten – Action ohne Pause. Hier wird wirklich keinen Wert auf Handlung gelegt. Das bisschen Handlung ist eigentlich nur da um die Charaktere vorzustellen und die Actionszenen zuerklären.
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