John Carpenter erfand mit seinem Halloween das Slasher-Genre und sorgte für eine wahre Flut an Nachahmer-Filmen. Doch ist Halloween wirklich auch noch heute ein Meilenstein des Horrorfilms?
Diese Frage muss ganz klar mit JA beantwortet werden. Carpenter schafft es meisterlich eine beklemmende Stimmung voller Bedrohung zu schaffen. Dabei geht er sehr ruhig und langsam vor. Schritt für Schritt hält das Grauen in der Personifikation von Micheal Myers Einzug in Haddonfield. Dabei spielt Carpenter gekonnte mit der Kamera: hinter jeder offenen Türe, hinter jedem Vorhang kann Michael zuschlagen.
Halloween kommt so gut wie ohne Blut aus und ist im Grunde recht zurückhaltend in der Gewaltdarstellung. Doch der Terror, die fast unerträgliche Spannung, ist bedrückender als Gore.
Mit Halloween – Die Nacht des Grauens hat Carpenter einen Meilenstein des Horror-Genres geschaffen, der es noch verstand durch den Terror zu schocken und nicht durch die Gewalt.
Haddonfield, 1963: Der 6 jährige Michael Myers ersticht in der Halloween-Nacht seine ältere Schwester Judith.
Genau 15 Jahre später -es ist wieder Halloween- gelingt Michael die Flucht aus der Psychiatrie. Sein Arzt Dr. Loomis ahnt schon, wo er sein "Sorgenkind" suchen muss: In Haddonfield. Das scheue Mauerblümchen Laurie Strode ahnt noch nicht, was ihr in dieser Nacht bevorsteht...
Der erste "Halloween" lässt den Horror noch im Kopf des Zuschauers entstehen.
Zum Einen durch die Ausführungen von Dr. Loomis:
"...ich habe in seine ausdruckslosen Augen gesehen...", zum Anderen durch die suggestive Musik, die Carpenter "mal eben" während des Schnitts komponierte.
Die stimmungsvollen Kamerafahrten durch eine Kleinstadt im Herbst, tun ihr übriges, um zur unvergleichlichen Atmosphäre beizutragen.
Die Idee mit der Maske stammt übrigens von Tommy Lee Wallace, einem Weggefährten John Carpenters. In einem Kostümladen fand er die passende Maske für Michael Myers.
Es soll sich dabei um eine Abbildung von William Shatners Gesicht handeln.
Tommy Lee Wallace durfte später "Halloween 3" drehen, in dem Masken noch eine ganz besondere Rolle spielen werden.
Aus arbeitsrechtlichen Gründen(!) musste Carpenter den Soundtrack noch unter einem Pseudonym ("The Green Bowling Orchestra") komponieren.
Als er dem Produzenten den -fast- fertigen Film zeigte, war dieser erstmal ziemlich gelangweilt (-es fehlte noch die Musik!).
Jamie Lee Curtis wurde in der Rolle der Laurie Strode, quasi über Nacht, zur "Scream Queen". Von nun an sollte sie Michael Myers auch im wirklichen Leben "verfolgen".
Es folgten ähnliche Rollen in "Prom Night", "Truck Driver" und natürlich "Halloween 2". Allerdings gelang es ihr im Laufe der Zeit, sich vom Horrorgenre "freizustrampeln".
Drei Jahre später ließ man John Carpenter zwei längere Sequenzen für die TV-Version nachdrehen, um den Film (mit Werbung) auf 2 Std. zu strecken und um einen stärkeren Bezug zu "Halloween 2" herzustellen.
Die nachgedrehten Sequenzen sind allerdings nicht gerade eine Bereicherung für den Film und bremsen die stringente Erzählweise der Originalversion eher aus.
In der (kürzeren) Kinofassung funktioniert der erste Teil einfach besser.
Zu "Halloween 2" sagte John Carpenter mal in einem Interview:
"Wissen Sie, wie ich diesen Film überstanden habe? Mit ganz viel Budweiser!"
Immerhin schrieb er für den zweiten Teil wieder das Drehbuch (zusammen mit Debra Hill) und komponierte auch den Soundtrack.
Carpenter ließ es sich nicht nehmen, wieder einige Verweise auf seine Lieblingsfilme einzubauen. So laufen hier "The Thing" und im Anschluss "Forbidden Planet" im TV.
Die schöne Titeleinblendung von "The Thing" hat Carpenter für sein Remake denn auch 1 zu 1 übernommen.
In der deutschen Tonspur hört man übrigens schon den Ton aus "Forbidden Planet", während noch "The Thing" im TV läuft.
Der Name Sam Loomis stammt aus "Psycho" (Es ist der Charakter den John Gavin spielt -Marion Cranes Liebhaber).
Ein echtes Mysterium ist noch das Alter von Michael Myers:
Sowohl im ersten, als auch im zweiten Teil heißt es im Abspann, Michael ist 23 Jahre alt.
23? Ist Michael Myers am Ende noch ein "Illuminat"?
In "Halloween 2" (der in derselben Nacht spielt) sagt Dr. Loomis: "Michael Myers is 21." (-wenn er 1963 sechs Jahre alt war, ist er genau 15 Jahre später -natürlich- 21!)
Die dt. Synchro stiftet bei "Halloween 2" noch zusätzlich Verwirrung. Hier sagt Loomis nämlich: "Michael Myers ist 31."(!!!)
Alter hin oder her -dieser Film ist einfach zeitlos.
Halloween 1963, der sechsjährige Michael Meyers bringt seine Schwester um. Er trägt dabei eine Maske. Für diese Tat kommt er in psychiatrische Sicherheitsverwahrung. Viele Jahre später, ebenfalls an Halloween, flieht Michael, um seine andere Schwester zu töten.
So simpel auch die Handlung von Halloween ist, so effektiv war damals doch der Horror in den Kinos. Das liegt u.a. daran, dass Michael Meyers maskiert ist, man erkennt ihn nicht. Zum anderen hat John Carpenter etwas geschaffen: eine neue Art von US-Horrorfilm. Zwar gab es in den Siebzigern dank des „Texas Chainsaw Massacre“ schon eine Figur, die Jugendliche jagt und tötet, doch erinnert "Halloween" auch an den italienischen Giallo, einem Subgenre des Thrillers, in dem ebenfalls ein maskierter Killer Leute umbringt. Der Zuschauer und die Schauspieler haben keine Ahnung, wer der Killer ist. Es gibt viele Wendungen, und man wird am Ende überrascht. So etwas steigert die Spannung.
Dies gibt es auch in "Halloween", wenn z.B. Michael Meyers irgendwo im Raum steht und das Opfer ihn nicht sieht. Man fiebert mit, ob die Person entkommen kann oder sie von Michael getötet wird.
Auch steht die Frage im Raum, ob Michael Meyers wirklich der Killer ist.
Der Soundtrack, den John Carpenter selbst komponiert und eingespielt hat, erhöht die Spannung zusätzlich. Die Synthieklänge, vor allem die Maintheme, sind bis heute bekannt. Wann immer sie erklingen, verbindet man diese mit dem Film.
Es folgten zwar viele Fortsetzungen, aber keine kam an das Original heran. Mal sehen, wie das Remake von "Rob Zombie" wird.
"Halloween" ist ein kleines Meisterwerk des modernen Horrorfilms. Er verbindet viele Stilelemente und hat dabei ein eigenes Genre miterschaffen: den Slasherfilm. "Halloween" ist einfach Kult. Die
Michael-Meyers-Maske war eigentlich eine "Halloween"-Maske von William Shatner, als kleiner Gag am Rande.
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Kommentare
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Gestern Nacht erst wieder angeschaut. Einfach genial. Und der Soundtrack erst, übrigens auch von Großmeister John Carpenter.