Inhalt: 57 Jahre nach der ersten Begegnung mit dem Alien wird Officer Ellen Ripley als einzige Überlebende aus ihrem Raumschiff gerettet. Gemeinsam mit einer Elite-Kampftruppe kehrt sie an den Ort des Grauens zurück, um das Verschwinden dort ansässiger Kolonisten aufzuklären. Mit einem Alien hat sie gerechnet, doch was sie erwartet, sind Tausende!
Kritik: Viel zu oft ist das Sequel eines erfolgreichen Films deutlich schwächer als der Vorgänger, in diesem Fall ist das Sequel aus meiner Sicht aber genauso gut gelungen!
Nach Ridley Scott, der für den ersten Teil verantwortlich war, übernahm diesmal Regisseur James Cameron das Ruder. Zwei Weltstars, die die ersten beiden Teile der Alien Quadrilogie zu unvergessenen Klassikern des Sci-Fi Horrors machten!
Angesehen habe ich mir natürlich die Langfassung, die etwa 17 Minuten länger ist als die alte Kinofassung. Jede Minute lohnt sich!
Der Storyaufbau geht zwar recht langsam voran, was der Klasse des Films aber kein Stück schadet. Die Vorstellung einiger Protagonisten und die Hintergründe der Geschichte sind einfach zu wichtig, um sie nur oberflächlich zu erzählen. Natürlich darf man keine tiefgreifende Geschichte erwarten, die Story wird aber sehr gut und konsequent weitererzählt. Die Idee, den Planeten wo es den ersten Kontakt mit den Aliens gab zu besiedeln, finde ich Storytechnisch sehr gut. Ripley kehrt also nach 57 Jahren dahin zurück, wo das Unheil seinen Lauf nahm und erfährt dort auch mehr über die Hintergründe und Zusammenhänge der „Alien-Intrige“.
Das Sequel schafft es zwar nicht, die großartige Atmosphäre des ersten Teils zu erreichen, punktet dafür aber mit einer großen Portion Action. War beim Vorgänger nur ein Alien für die Vernichtung der Besatzung der „Nostromo“ verantwortlich, so treffen die Protagonisten diesmal auf eine Armee von Aliens. Durch diesen Umstand leidet wie gesagt etwas die Atmosphäre, die im ersten Teil so unglaublich düster und klaustrophobisch ist. Durch die Masse der Aliens kommt es natürlich mehr zu größeren Gefechten und weniger zu diesen einsamen Begegnungen, die es auf der „Nostromo“ gab. Doch auch James Cameron schaffte es, eine verdammt gute Atmosphäre zu schaffen, da er ebenfalls viele Szenen in engen und dunklen Gängen und Räumen spielen lässt. Die tödliche Bedrohung ist allgegenwärtig, was für zusätzliche Spannung sorgt.
Wie eben schon erwähnt, wurde in Punkto Action eine ganz große Portion draufgelegt. Die Alien treten in Massen auf, wodurch es viele rasante und actionreiche Szenen gibt. Die Alien sehen einfach genial aus und wirken so verdammt real, daß man sich vor dieser Leistung einfach nur verbeugen muß. Die von H. R. Giger kreierten Figuren sind selbst nach heutigen Maßstäben Weltklasse! Nicht nur das Aussehen, sondern auch die Bewegungsabläufe sind perfekt gelungen.
Expliziten Gore gibt es zwar nicht besonders viel, was aber auch nicht sein muß, die gezeigte Action reicht völlig aus. Viel wichtiger ist das Zusammenspiel von klaustrophobischer Enge, Dunkelheit und ständiger Bedrohung. Die Marines eignen sich dabei hervorragend als Kanonenfutter, was sie ja auch nur sind.
Die Darsteller, sofern sie denn lange leben, liefern eine einwandfreie Vorstellung ab. Die Marines werden allerdings etwas zu überdreht gespielt, denn sie verhalten sich nicht wie Elite-Soldaten. Ganz besonders muß man natürlich Sigourney Weaver, die die Rolle der Ellen Ripley wieder ganz ausgezeichnet spielt, hervorheben. Die Rolle der weiblichen Heldin, die sowohl gefühlvoll und gnadenlos sein kann, passt hervorragend zu ihr. Auch Lance Henriksen und Paul Reiser spielen ihre Rollen sehr glaubwürdig und authentisch, was dem Film guttut.
Am Ende meiner kleinen Kritik möchte ich noch den legendären Endkampf von Ellen Ripley und der Alien-Königin erwähnen, den ich wirklich als krönenden Abschluss eines fantastischen Films sehe!
Bewertung: So sollte eine Fortsetzung sein, denn ich finde den zweiten Teil so gut wie den ersten. Die beiden Teile unterscheiden sich zwar sehr stark was Atmosphäre, Spannung und Action betrifft, sind aber beide auf ihre Art unnachahmlich!
Ein Film den man gesehen haben sollte!
10/10 Punkte
Mit Alien schuf Ridley Scott 1979 SciFi-Horror der sich heute noch - über 30 Jahre später - größter Beliebtheut erfreut. Wie Filmfans natürlich wissen blieb es nicht bei einem alleinstehenden Film, gleich 3 Sequels fanden im Laufe der Jahre den Weg ins Kino. Das Besondere für mich ist daran, dass bei jedem der Filme ein andere Regisseur zu Werke ging und so seine eigenen Raffinessen und Stärken in den Film einfließen lässt, wodurch man die Filme klar unterscheiden kann. ALIENS, der zweite Teil der Reihe, stammt von James Cameron der vor allem für seine Terminator-Filme oder auch Avatar bekannt sein dürfte. Er ist wohl einer der großen Meister des Actiongenres, der kaum einen Film unter 2 1/2 Stunden Laufzeit dreht und es darin so richtig krachen lässt. Die Vorzeichen sind hier also andere als bei Scotts Umsetzung, ob diese sich bestätigen...?
Kleiner Input zur Story: Ellen Ripley, die am Ende von Alien gerade noch überleben konnte wird 57 Jahre später gefunden und geweckt. Sie erfährt nun, dass der Planet LV-426 nun von menschlichen Kolonien belagert ist aber auch, dass der Kontakt mit den Bewohnern abgebrochen ist. Um auf die Ursache zu stoßen beschließt Ripley zögernd sich dem Einsatzkommando anzuschließen, dass sich auf den Weg zu dem Planeten macht, aufgrund dessen ihre ganze Crew ihr Leben verloren hat...
Diese Fortführung hat man wirklich geschickt eingefädelt, denn der Zuschauer liegt einerseits mit Sigourney Weaver im Kälteschlaf und schließt quasi direkt an die Geschehnisse von Teil 1 an, andererseits aber hat man hier einen großen Zeitsprung eingebaut den man inhaltlich mit vielen Informationen und somit mit einer guten Story füllen kann. Die braucht der Film auch unbedingt, denn auch wenn Cameron wie üblich massig Action in den Film gepackt hat braucht es einen interessanten Hintergrund um 2 1/2 Stunden Laufzeit ohne Längen liefern zu können.
Ja, inhaltlich kann man den Film durchaus als Anschluss seines Vorgängers betrachten und auch im Look des Films findet sich der Stil aus Teil 1 wieder. Was aber tatsächlich einen unterschied macht ist die andere Inszenierung. Scott hat mit Alien noch einen düsteren Horror-Thriller im Weltall erschaffen, der von seiner Atmosphäre lebt. Cameron gelingt es zwar auch - alleine schon optisch - eine annähernd so dichte Atmosphäre so kreieren, lässt es dann aber so richtig krachen. Wie man es von ihm kennt gibt's auch in ALIENS Action so weit das Auge reicht, woran man auch den zeitlichen Unterschied zum ersten Teil (immerhin 7 Jahre) erkennt. Technisch wurde hier wohl auf höchstem Niveau der 80er gearbeitet, sodass sich sämtliche Actionsequenzen auch für heutige Standards noch sehen lassen können.
Ganz besonders wichtig sind für mich auch sämtliche Kleinigkeiten die aus Scotts Vorlage übernommen wurden bzw. Stilmittel Cameron's, die man auch aus seinen anderen Filmen kennt. Er vertieft Scotts Absicht das weibliche Geschlecht stark darzustellen und bringt zusätzlich noch den mütterlichen Instinkt ins Spiel. Das ist - und das weiß wohl jeder der seine Filme kennt - typisches Merkmal von seinen Filmen, das z.B. auch in Terminator 2 sehr stark rauskommt. Aber auch bestimmte technische Spielereien finden in seinen Filmen immer wieder Verwendung, bestes Beispiel hierfür sind für mich die hier verwendeten Roboter über zwei Jahrzehnte auch in Avatar zum Einsatz kommen.
ALIENS ist anders, aber um keinen Deut schlechter als sein Vorgänger. Cameron setzt Scotts Klassiker auf seine eigene Art und Weise fort und schafft damit einen bombastischen Actionkracher.
9/10 Jahre im Kälteschlaf
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