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Brokeback Mountain
Brokeback Mountain
USA  2005 
Drama | Liebe/Romantik
09.03.2006  (Österreich)
09.03.2006  (Deutschland)
16.12.2005  (USA)
Paramount Pictures | Focus Features | Good Machine | River Road Entertainment | Alberta Film Entertainment
Universum Film (Österreich)
Universum Film (Deutschland)
http://www.brokebackmountain.com/
Ang Lee
Larry McMurtry; E. Annie Proulx; Diana Ossana
Gustavo Santaolalla
Kate Mara; Ken Roberts; Randy Quaid; Michelle Williams; Scott Michael Campbell; Peter McRobbie; Linda Cardellini; Heath Ledger; Graham Beckel; Anna Faris; Jake Gyllenhaal; Tom Carey; Pete Seadon; David Harbour; Anne Hathaway; John Tench; Valerie Planche; David Trimble; Victor Reyes; Lachlan Mackintosh; Larry Reese; Marty Antonini; Dan McDougall; Don Bland; Steven Cree Molison; Duval Lang; Dean Barrett; Hannah Stewart; Mary Liboiron; Kade Phillips
Inhaltsangabe
Die beiden Cowboys Ennis (Heath Ledger) und Jack (Jake Gyllenhaal) sind auf Jobsuche. Zufällig treffen sie sich um eine Saisonarbeit, die Bewachung und Betreuung einer großen Schaafherde, anzunehmen. Mitten in der Einsamkeit am Brokeback Mountain kommen sich die beiden Männer näher und bald entsteht daraus eine innige Liebesbeziehung, die rasch ihr vorläufiges Ende findet als sie die Herde wieder ins Tal gebracht haben. Obwohl sie beide heiraten und mit ihren Frauen eine Familie gründen, verspüren sie immer noch tiefe Zuneigung zueinander. Immer öfter treffen sie sich am Brokeback Mountain, ihren Familien gegenüber unter dem Vorwand einen Angelausflug mit einem Freund zu unternehmen. Doch ihr Geheimnis bleibt nicht unentdeckt und bald müssen sie eine Entscheidung treffen, welche Richtung sie in ihren Leben einschlagen wollen...
Film Kritik
Die vermeintliche Demontage typischer US-amerikanischer Cowboy Mythen und Klischees findet in Ang Lee's BROKEBACK MOUNTAIN de facto nicht statt. Jedenfalls nicht so, wie man es sich von einem Liebesdrama über zwei schwule Cowboys hätte erwarten können. Vielleicht ist genau dieser Punkt die größte Überraschung und gleichzeitig der stärkste Punkt an BROKEBACK MOUNTAIN. Anstatt sich mit rebellischen Intentionen um eine Verkehrung klassischer Rollenverständnisse zu bemühen, setzt Ang Lee den Schwerpunkt eindeutig auf die Erzählung der Geschichte und die detaillierte Zeichnung seiner Figuren. Im von Männern dominierten Western- und Cowboyfilm sind die Frauenrollen oftmals nicht über die Rolle eines Anhängsels der Hauptdarsteller hinausgekommen. BROKEBACK MOUNTAIN macht hier lediglich den logischen, nächsten Schritt, der das Genre nun sogar in die Lage versetzt auch in seinen Liebesgeschichten ohne Frauenrollen auszukommen. Eine wunderschöne Ironie...

Heath Ledger und Jake Gyllenhaal bieten beide sehr gute und glaubhafte Performances und verstehen vor allem sie richtig zu dosieren. Ausladende Gefühlsduseleien bleiben dem Zuseher großteils erspart, statt dessen porträitieren sie ihre Figuren auf sehr subtile Art, die weitaus effektiver ist und von Ang Lee's zurückhaltender Regie perfekt ergänzt wird. Der Film schildert sowohl die Liebesgeschichte zwischen den beiden Männern, als auch die vielfältigen, sich daraus ergebenden Problemen, die den beiden Hauptfiguren zu schaffen machen. Ein guter und wesentlicher Faktor in der Charakterisierung der Figuren ist, dass ihr Erscheinungbild nicht lediglich durch ihre Homosexualität gezeichnet bzw. geprägt wird. Dabei geht die gewohnt feinfühlige Regie von Ang Lee zwar sehr elegant vor, leistet sich aber ab und zu einige dramaturgische Längen. Einerseits könnte man argumentieren, dass BROKEBACK MOUNTAIN nicht wirklich jede einzelne Szene für seine Handlungsabläufe benötigt, andererseits baut der Film durch seine langsame und getragene Erzählweise eine sehr erhabene Stimmung auf, die nicht zuletzt durch die vermeintlichen "Längen" funktioniert. Die Entscheidung liegt in diesem Punkt sicher im Auge des (geduldigen) Betrachters.

Visuell ist BROKEBACK MOUNTAIN sehr schön angelegt. Die Bilder sind sehr schlicht, optische Opulenz und stylische Inszenierung sind kaum zu finden. Szenen wie z. B. der vor dem Hintergrund eines Feuerwerks posierende Heath Ledger sind die absolute Ausnahme. Durch die schlichte, aber höchst effektive, Bildersprache des Films läuft Ang Lee nie wirklich Gefahr in den Hollywood Kitsch abzurutschen. Ein sehr wichtiger Faktor bei seinem Thema, der nicht leicht zu erreichen ist. Der visuelle Stil in BROKEBACK MOUNTAIN bietet nämlich weitaus mehr, als die sehr gekonnt umgesetzten Landschaftsaufnahmen und ist somit sicherlich komplexer, als es auf den ersten Blick den Anschein hat. Ergänzt werden die Bilder von einer ebenso schlichten wie passenden Musik, die hauptsächlich auf einfache Gitarrenriffs setzt und sich damit strikt gegen orchestrale Bombastik verwehrt. Damit bildet der Soundtrack einen weiteren Mosaikstein, der sich nahtlos in ein übergeordnetes Gesamtkonzept einfügt... und genau das ist die primäre Stärke von BROKEBACK MOUNTAIN. Ang Lee versteht es mit seiner Regie meisterlich, allen verschiedenen Elementen des Films eine gemeinsame Richtung zu geben, und dabei so subtil vorzugehen, dass der Zuseher nicht von der Story und ihrer Figuren abgelenkt wird. Der Punkt an BROKEBACK MOUNTAIN ist, dass er als Film selbst dann funktioniert hätte, wenn die beiden Hauptfiguren nicht schwul gewesen wären. Selbst wenn dieses thematische "Aushängeschild" des Films nicht mehr vorhanden wäre, BROKEBACK MOUNTAIN bliebe ein sehr gut gemachter Film... und das ist nicht unbedingt der Regelfall!
Kurz Kritik
(4.0/5)
(3.5/5)
(3.0/5)
(4.0/5)
(1.5/5)
(4.0/5)
(4.0/5)
Dieses Film Review wurde von Alex Bielesch erstellt.


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