Nach Nightmare Before Christmas sind einige Jahre ins Land gezogen bis sich Tim Burton wieder an einen Animationsfilm wagt. Doch das Warten hat ein Ende und The Corpse Bride weist sich als genialer Nachfolger aus. Tim hat nichts an seiner Kreativität verloren und erweist sich als ein würdiger Nachkomme. Großartig der Einfall die reale Welt mit kahlen matten Farben auszustatten, während die tote Unterwelt sich in einer Farbenpracht zeigt. Die Charaktere in beiden Welten sind köstlich gewählt und mit dem skurrilen Stil der Figuren lassen die Schöpfer ungeheuren Ideenreichtum erkennen. Man entdeckt in jeder Figur, an jedem Baum, Strauch, und Haus, die typische Tim Burton Ausdrucksform.
Die Darsteller die diesen Figuren ihre Stimmen leihen, reichen von Johnny Depp und Helena Bonham Carter bis den alten Legenden, Christopher Lee und Albert Finney. Alle sind ein wahrer Ohrenschmaus und tragen wesentlich zum wohltuenden Kinoabend bei. Leider vergehen die 76 Minuten viel zu schnell und das Gefühl des “ Ich habe zuviel verpasst “ und “ Ich möchte mehr...” schleicht sich ein.
Komponist Danny Elfman zaubert einen wunderschönen Score hervor. Leider, und das ist der einzige Kritikpunkt, sind die gesungenen Kompositionen keine Ohrwürmer und bleiben nicht im Gedächtnis haften. Schmerzlich wird ein “ Whats this, Whats this ? “ vermisst und auch die Aufteilung der Songs stimmt nicht. Fast alle gesungenen Lieder passieren im ersten Teil des Films. Ansonsten präsentiert sich der Composer in gewohnter Form und überzeugt mit melodiösen Orchestralmusik und letztendlich auch mit seinem Gesang. Er verleiht Mr. Bonejangles seine Stimme. Höhepunkt des Soundtrack ist ausgerechnet kein Elfman Werk, sondern ein klassisches Musikstück aus der Feder des österreichischen Komponisten Max Steiner. “ Tara Theme “ so der Titel, ist für Klavier für vier Hände geschrieben und wird im Film perfekt eingesetzt.
In Summe aller Kriterien kann The Corpse Bride nicht ganz an seinem Vorgänger Nightmare Before Christmas anschließen. Es handelt sich hier aber um Nuancen, um Kleinigkeiten, die zu diesem Unterschied führen. Denn die Story und die gesamte Vorgehensweise lässt keine Divergenz erkennen. The Corpse Bride ist ein Werk Marke Tim Burton und da führt kein Weg daran vorbei !
Fazit:
Ein zweiter Kinobesuch für diesen Film würde sich lohnen, denn diese vielen Kleinigkeiten, die THE CORPSE BRIDE zu bieten hat, kann kaum gesamt beim ersten Sehen wahrgenommen werden.
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