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Nine
Nine
USA  2009 
Drama | Liebe/Romantik | Musikfilm
25.02.2010  (Österreich)
25.02.2010  (Deutschland)
Marc Platt Productions | Cattleya | Weinstein Company, The | Relativity Media | Lucamar Productions
Senator Film (Österreich)
Central Filmverleih (Deutschland)
Rob Marshall
Arthur L. Kopit; Anthony Minghella; Michael Tolkin; Maury Yeston; Mario Fratti
Andrea Guerra
Penélope Cruz; Vincent Riotta; Judi Dench; Anna Maria Everett; Francesco De Vito; Nicole Kidman; Kate Hudson; Martina Stella; Remo Remotti; Sophia Loren; Stacy Ferguson; Ricky Tognazzi; Enzo Squillino Jr.; Roberto Citran; Enzo Cilenti; Marion Cotillard; Andrea Di Stefano; Daniel Day-Lewis; Mario Vernazza; Jake Canuso; Vicky Lambert; Joey Pizzi; Valerio Mastandrea; Georgina Leonidas; James Currie; Giuseppe Cederna; Elio Germano; Roberto Nobile; Romina Carancini; Alessandro Denipotti
Inhaltsangabe
Guido Contini ( Daniel Day-Lewis ), ein italienischer Regisseur, hat zu Beginn seiner Schaffenszeit Filme realisiert, die von Kritikern sowie auch vom Publikum begeistert aufgenommen wurden. Doch seine letzten Werke waren Flops. So ist es jetzt wieder an der Zeit etwas Großartiges zu erschaffen. In wenigen Tagen soll der Startschuss zu “ ITALIA “ fallen. Gedreht wird in den legendären Cinecittà Studios, die Kulissen dafür befinden sich kurz vor der Fertigstellung. Doch Guido umgeben enorme Probleme, denn weiß der Maestro bislang noch immer nicht, wovon sein Film handeln würde. Zu seiner Schaffenskrise gesellen sich wegen einer Liaison mit Carla ( Penelope Cruz ) auch private Schwierigkeiten hinzu. Schließlich liebt er seine Frau Luisa ( Marion Cottilard ) wie am ersten Tag, daher käme eine Trennung für ihn nicht in Frage. Und, als wäre das noch nicht genug, hat seine Muse Claudia ( Nicole Kidman ) wegen dem fehlenden Drehbuch noch immer keine endgültige Zusage erteilt. Gutgemeinte Ratschläge von seiner Kostümdesignerin und gleichzeitig besten Freundin Lilli ( Judy Deich ) helfen nur kurzfristig. So flüchtet sich Guido in seiner Verzweiflung immer häufiger in Tagträume, in denen er seine geliebte Mutter ( Sophia Loren ) begegnet. Sie umgibt ihm mit jener Liebe und Geborgenheit, die er schon aus seiner Kindheit kennt. In einem weiteren Traum wird der ausgelaugte Filmemacher in seine Jugend zurück geführt, und erfährt durch die Hure Saraghina ( Stacy Ferguson ) was Leidenschaft und Lebensfreude bedeutet. Doch auch dieses Ausbrechen in die Vergangenheit kann seine Kreativität nicht fördern. Immer mehr droht dieses neue Projekt zu scheitern. Und als seine Gattin Luisa von der heimlichen Geliebten erfährt, und einen Schlussstrich zieht, scheint alles verloren. Nur der völlige Rückzug kann für einen Neubeginn die einzige Lösung sein.

Film Kritik
Niemand geringerem als den italienischen Meisterregisseur Frederico Fellini ist es zu verdanken, dass wir Filmbegeisterte den hier zu beschreibenden Film NINE sehen dürfen. Denn hätte Fellini im Jahre 1963 mit ACHTEINHALB nicht eine bis dahin völlig neue Tür aufgestoßen, wäre uns diese Ecke des Filmschaffens verborgen geblieben. ACHTEINHALB verführte den Zuseher in eine surreale Welt, und zeigte einen Filmregisseur während seiner größten Schaffenskrise. Für die Kritiker konnte das Werk wegen der Verschwimmung von Realität und Phantasie, Erinnerungen und Träume, Wahnvorstellung und Panikattacken derart überzeugen, dass ACHTEINHALB noch bis heute als der einflussreichste Film aus seiner Dekade gilt. Einige Produktionsfirmen versuchten auf diese Thematik aufzuspringen, ohne nur annähernd den Erfolg des Originals zu erreichen. ALL THAT JAZZ ( 1979 ), oder STARDUST MEMORIES ( 1980 ), um zwei der bekanntesten Versuche zu nennen. Nur die Broadway Version von NINE kam den Visionen eines Frederico Fellini am nächsten. Maury Yeston, der die Musik und die Texte für das Musical schrieb, gab zur Frage nach der Verbindung zu ACHTEINHALB folgende Antwort, die nebenbei auch gleich zur Aufklärung für den gegenwärtigen Titel dient.

WENN ER “ ACHTEINHALB “, DIE UNVERGESSLICHE VISION VOM KAMPF EINES MANNES MIT DEN FRAUEN, DER LUST, SPRITUELLER SEHNSUCHT UND KREATIVER ERFÜLLUNG, UM MUSIK UND TANZ ERGÄNZEN WÜRDE, KÄME IN SUMME NINE HERAUS


Für Regisseur Rob Marshall ist NINE ( 2009 ) sein erst dritter Kinofilm. Trotz seiner Unerfahrenheit darf man den Mann ein Qualitätsmerkmal ausstellen. Denn, sowohl CHICACO ( 2002 ) als auch MEMOIRS OF A GEISHA ( 2005 ) sprechen für sich. Beide seiner Werke haben einen hohen Wert an Seriosität, bieten optische Höhepunkte, und besitzen eine klar erkennbare Handschrift. Daher kann der Ticketlöser für NINE mit Sicherheit einen visuell eindrucksvollen Film erwarten. Dass auch die Verantwortlichen der Walt Disney Studios sein Talent erkannt haben, beweisen sie mit der Besetzung Rob Marshalls als Regisseur für den nächsten Teil der Caribbean Saga. PIRATES OF THE CARIBBEAN: ON STRANGER TIDES soll 2011 erscheinen.

Unter diesen Voraussetzungen muss bei dieser Kritik als allererstes angesprochen werden, dass NINE nicht einfach zu verarbeiten ist. Denn die Chronologie wird stets umgangen, indem er aus der Gegenwart sehr oft in die Vergangenheit wandert. Zudem wird pausenlos von einer bunten Bildgewalt in ein raues Schwarz / Weiß gewechselt. Das ständige Ändern des Stiles, gepaart mit pausenlosen Wechsel der Dekaden, und das ständige Verändern von Phantasie zur Wirklichkeit, macht dieses Produkt anspruchsvoll. Lässt sich der Zuseher auf dieses “ Puzzle “ ein, dann wird er vermutlich zu dem Schluss kommen, ein vollendetes Werk zu bestaunen. Rob Marshall sprüht voller kreativer Ideen, und regiert in seinem Element. Wie schön Kino sein kann, beweisen nicht nur seine prächtigen Bilder, die perfekt eingesetzte Kamera, oder der exzellente Schnitt. Auch die melodiöse Musik, das orchestrale Arrangement, und die passenden Stimmen einer jeden Person, ergeben in Summe ein Werk , dass man so schnell nicht vergessen kann.

Der Protagonist sitzt im leeren Studio mit halbfertigen Kulissen. Durch ein Geräusch, Schritte, oder nur kleine bewegende Schatten lässt Rob Marshall durch die Phantasie der Titelfigur die Szenerie zum Leben erwecken. Die Geräusche werden zur Komposition, und das Ensemble gibt sich die Ehre. Wie im Theater, indem sich die Darsteller verbeugen, so stellen sie sich hier auf diese Weise vor. Natürlich ist das Studio in Wirklichkeit weiterhin leer, und der Protagonist sitzt allein…
Schwer zu verstehen ? Nicht wenn man im Kinosessel lehnt, und NINE genießt. Viele solcher Ideen ergeben ein Sammelsurium toller Illusionen, und machen dieses Werk zu etwas ganz Besonderes.

Wie genau das Casting von statten ging, beweist die Tatsache dass die Verantwortlichen alle für sie möglichen Kandidaten vorsingen ließen. In vergangenen Musikfilmen war es oft so, dass vermehrt nach Namen, und weniger nach Stimmen gesucht wurde. Hier sollte das Packet aus beiden Sichtweisen stimmen. So kam die Casting Agentur, gemeinsam mit den Produzenten, zu einem eindrucksvollen Ergebnis. Sowohl die Namen als auch ihre Stimmen sind hochrangig. Daher sollten die Stars nicht einzeln vorgestellt, sondern im Gesamten genannt werden. Keiner von ihnen hebt sich deutlich vom Anderen ab, Alle sind im Paket großartig und jeder für sich ist unentbehrlich. Daniel Day-Lewis, Penelope Cruz, Nicole Kidman, Judy Dench, Marion Cottilard, Stacy Ferguson, Sophia Loren und Kate Hudson sind mindestens ebenso gute Sänger wie Schauspieler.

Fazit:

Unter der Voraussetzung man mag diese Art Film, und kann mit den stetigen Wechsel von Wahrheit und Phantasie, und mit Stilbrüchen en masse gut umgehen, dann wird wegen der bunten Bildgewalt, der sich ständig bewegenden Kamera, dem Oscar verdächtigen Schnitt, dem tollen Ensemble, dem grandiosen Set, und der ergreifenden Filmmusik, ein unvergesslicher Kinoabend geboten. Katapultiert in ein Italien der 60er Jahre, eintauchen in eine faszinierende Welt des Filmbusiness, und für knapp zwei Stunden die eigene Realität vergessen. So … BE ITALIAN !!! …

Kurz Kritik
(4.0/5)
(4.5/5)
(4.0/5)
(4.0/5)
(5.0/5)
(4.5/5)
Dieses Film Review wurde von Richard Lammel erstellt.


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