| Küss den Frosch |
|---|
| Inhaltsangabe |
|---|
| Es ist nichts mehr als ein Traum. Ein Luftschloss, welches ihr Vater immer wieder ins Nichts zeichnete. Und doch ist dies das einzige, welches die junge Tiana bei Sinnen hält: Es ist ihr größter Wunsch, ein eigenes Lokal zu führen. Jeder Groschen wird gespart, um aus den ärmlichen Verhältnissen auszubrechen. Als der charmante und nicht mehr ganz so menschliche Prinz Naveen sich einen unschuldigen, hoffentlich magischen Kuss von der schönen Maid erkaufen möchte, ist dies nicht nur ein unmoralisches Angebot. Es ist auch die einzige Möglichkeit, welche ihr zu bleiben scheint. Der Pakt mit dem dämonisch wirkenden Frosch wird eingegangen. Ein grelles Licht. Eine übernatürliche Verwandlung. Doch leider wurde nicht der Prinz erneut in menschliche Gestalt versetzt, sondern das Mädchen wird zu einer Leidgenossin. Auch ihr Körper strahlt nun jenes amphibisches Grün. Und dies erst der Anfang eines Abenteuers, in dem Voodoomeister mit den Seelen spielen, in dem verwandelte Untertanen falsches Spiel mit den Blautblutigen treiben und ein Trompete spielender Alligator den Takt des Blues in den Sümpfen des Mississippis vorgibt … |
| Film Kritik |
|---|
| In den 1990ern und frühen 2000ern ließ die berüchtigten Disney Studios in Bezug auf ihre Zeichentrickproduktionen doch stärker nach, als einem lieb ist. Nach ihrem berüchtigten The Lion King, wollte das goldene Herz der Firma von Walt Disney nicht mehr richtig zum Schlagen beginnen. Gegensteuernd wurden 2007 die Walt Disney Animation Studios gegründet. Doch ob der Neuanfang die Qualität wieder herstellen kann, wird sich erst zeigen müssen. Der erste "neue" Zeichentrick - Ein Wink in die Vergangenheit: The Princess and the Frog.
Kann es überhaupt ein filmisches Erbe geben, welches dem eines Walt Disneys gleich kommt. Dieses Genie der tanzenden Bilder ist der Begründer des modernen westlichen Kinderkinos. Selbst japanischen Filmexporten a la Miyazaki oder Osama Tezuka wird jener Name als Titel, als Krone verliehen. Doch um die einst derartig populäre Produktionsstätte ist es in den letzten Jahren doch ein wenig still geworden. Die 1990er markieren mit The Lion King ein krönendes Niveau, über welches sich die Nachfolger nicht mehr getraut haben. Auch wenn derartige Ausschläge nach oben wie Mulan oder Hercules gute Unterhaltung boten, wollten sie einfach nicht den Charme eines Snow White and the Seven Dwarfs auf die Leinwand zaubern. Das Rauschen jener musikalischen Stimmen ist pure Nostalgie. Die blassen Farben versprühen reinste Magie. Einzig der filmische Urzauberer Melies konnte die Phantasie eines Walt Disneys übertrumpfen. Und doch versucht das neu gegründete Studio mit ihrer zweiten Spielfilmproduktion gleich ein Ass aus dem Ärmel zu ziehen. Die Kombination der Vergangenheit und der Zukunft soll die Lösung für die Misere der letzten Jahren liefern. Die Geschichte aus der tiefsten Klassik - und dennoch nimmt der Vodoo Einzug in die Fabel. Das Sujet typisch - und dennoch eine junge starke Frau mittendrin. Die Grimm'sche Erzählung von dem Frosch, der einst ein Prinz war, ist der grundsätzliche Plot für den neusten Streich. Man möchte beinahe Brecht'sche Züge in der „Verrenkung“ der Story sehen. Doch da wäre dem Schreibstab um das eingespielte Regieduo Ron Clements und Jon Musker wohl doch zuviel zugesprochen. Denn gibt sich The Princess and the Frog in seiner Äußerlichkeit allzu modern schlägt innerlich das verdorbene Herz des Kitsches nur umso stärker. Die Erwartung etwas neues zu entdecken wird in kürzester Zeit zunichte gemacht. Der Vorgeschmack, den das unkonventionelle Enchanted seinem Publikum letztes Kinojahr lieferte, ist nur eine Fälschung, um die Täuschung des progressiven Denkens zu überdecken. Erneut versteckt sich Disney in einem wertkonservativen Moralkomplex, welcher die Liebe und besonders die Ehe zu den primären Prämissen des „wahren Lebens“ deklariert. Gerade die Konklusio bezüglich Sexualität bietet einen beinahe schmerzlichen Nachgeschmack des Puritanismus. Die gesellschaftliche Zeit ist vollkommen an jenen Konzern vorbeigegangen. Doch dies war ein vorhersehbarer Faktor. Demgegenüber stehen aber unerwartete qualitative Abstriche, welche die Umsetzung des interessanten Plots einforderte. Die beinahe schon ausgelutschte Grundgeschichte wird zwar in mancher Hinsicht mit einem bombastischen Farbfeuerwerk aufgefrischt, doch viele Szenen fallen in ein bodenloses Nichts. Das Verschieben des Handlungsorts in den tiefsten Süden Mississippis ist ein willkommenes Update. Als Heimat des Jazz und Blues wird die Geschichte mit aufregenden Rhythmen und heißen Klängen aufgeladen, die in diesem Film - konträr zu vielen anderen Disney-Klassikern - eine sinnvolle Erweiterung darstellt. Scheinbar haben dies auch Clements und Musker gemerkt. Hat das Duo etwa in ihrem gemeinsamen Hercules ihre lässigen Lieder nur als Nuance der Erzählung genützt, dehnt sich das Musikbeiwerk in Küss den Frosch zu einem monströsen Ungeheuer aus. Unnütze Lieder überspielen die Belanglosigkeit einiger Sequenzen. Zwar ist der schwungvolle, leidenschaftliche Blues nicht nur eine interessante Innovation, die den Zuschauer mitreißen vermag, sondern auch eine überragende Lebensenergie des Werks. Doch jener Musikstil, der in jegliche Einstellung gequetscht wird verliert seine Essenz, seine Seele. Der seelenlose Blues ist ein böser Geist, der die Kraft des Films stiehlt. Das traumhaft tragische The Little Match Girl hat es vorgemacht, das groteske Märchen Glago's Guest hat es ihm gleich getan. Auch moderne Filme aus der Stätte der berühmtesten Maus der Welt können sich mit den Kultklassiker messen - doch bisher nur auf dem kleinen Format. Und hier findet sich erneut eine ähnlich Herangehensweise auch für den Oscar nominierten Kurzfilm The Little Matchgirl: Auch hier wandten sich das Kreativteam einem bekannten Stoff zu. Die große Frage, die bleibt: Können die kreativen Köpfen jene Siege des kleinen Formats auch in die Länge ziehen? Mit The Princess and The Frog, der erste Film der Rückbesinnung - der Nächste folgt mit Rapunzel 2010 -, ist der Versuch gestartet worden. Doch, muss man sagen, die Sümpfe der Südstaaten sind wirr. Dabei hat Küss den Frosch zu Beginn noch richtig gute Karten. Der Pakt mit dem Voodoo, der die altertümlichen Zauberlehrlinge endlich in die Rentenheime schicken sollte, war ein großes Risiko - aber auch ein großes Glück. Das neuste Disneywerk wirkt besonders in seiner musikalischen Untermalung der 1930er überaus schwungvoll und sinnlich. Die heißen Beats, die den Zuschauer in ein fremdes Land versetzen, sind magisch in ihrer Anziehungskraft. Einer hypnotischen Schlange gleich verführt die Musik sein Publikum. Ohne es zu merken beginnt der Zuseher und -hörer den Rhythmus mit Füßen und Köpfen den gelungenen Takten in das Reich der Sinne zu folgen. Und hier liegt sowohl das Verderben, wie das wiederbelebende Glück des neuesten Disneystreichs. Der Takt der Lieder, welcher in vielen Belangen die eigentliche Geschichte überschatten kann, ist besinnlicher als viele Disneykompositionen der letzten Jahre, die ihre Essenz allesamt zu redundantem Kitschwerk verdammten. Doch, wie schon erwähnt, wird jeglicher Moment überstrapaziert, um der geschichtlichen Sackgasse zu entfliehen. The Princess and the Frog hätte dank vieler Faktoren – ein neuer Zugang zu der klassischen Geschichte, ein beinahe perfekt inszenierter Schurke, eine farbenprächtige Explosion – die Möglichkeit, ein großartiges Werk zu werden. Küss den Frosch hatte aber zugleich ebenso viele – die stets gleiche Disneymoral, sumpfartige Plotholes, der in die Peripherie verdammte Übeltäter -, um eines der schlimmsten Machwerke des Konzerns zu werden. Und doch läuft alles auf einen Punkt heraus: Die lieblichen Klänge. Wer sich mit dem superben Sound anfreunden kann, wird auf ein überraschend erfrischendes Animationsabenteuer treffen. Wer an der seelenlosen Ausbeutung des Blues verzweifelt, sollte lieber die Augen und Ohren fest verschließen. Fazit The Sound of Music. Seit Steamboat Willie war es ein weiter Weg, und dennoch bleibt der neueste Streich der Disney Studios klassisch – im modernen Sinne. The Princess and the Frog kombiniert heiße Blues-Beats und einen neuen Ansatz mit der angestaubten Geschichte – manchmal erfrischend subtil, manchmal einfach nur strohdumm. Und so gelingt mit Küss den Frosch ein gutes Animationsabenteuer, welches gerade mittels seines Musikeinsatzes seine Feinde, wie Freunde finden wird. |
| Kurz Kritik | |
|---|---|
| Story: | ![]() ![]() ![]() ![]() (3.0/5) |
| Musik: | ![]() ![]() ![]() ![]() (4.0/5) |
| Unterhaltung: | ![]() ![]() ![]() ![]() (3.5/5) |
| Anspruch: | ![]() ![]() ![]() ![]() (3.0/5) |
| Spannung: | ![]() ![]() ![]() ![]() (3.5/5) |
| Animation: | ![]() ![]() ![]() ![]() (4.5/5) |
| Darsteller: | ![]() ![]() ![]() ![]() (3.5/5) |
| Gesamt: | ![]() ![]() ![]() ![]() (3.5/5) |
| Dieses Film Review wurde von Sebastian Klausner erstellt. |
|---|
DVD-Forum.at - Forum | Werben auf DVD-Forum.at | Doblmann.de | DVD-Easy | DVD-Palace | DVDiggle | PAL NTSC FILM Umrechner








