Nun schon zum dritten Male bringen die chaotischen, prähistorischen Tierchen die Eiszeit zum Glühen. Neben Manny, Sid und Diego sind auch wieder Elly und ihre beiden merkwürdigen Brüder mit von der Partie. Doch die Räder der urzeitlichen Geldmaschinerie drehen sich deutlich langsamer als sonst.
Auf das neueste Abenteuer von Sid & Co dürfen sich gerade die 3D-Freunde freuen. Nachdem Dreamworks, Pixar und Disney schon sich in dieser neuen Technologie austobten, springt nun auch Blue Sky auf den Zug. Dem Trend nacheifernd darf man das Team um das regiegespann von Mike Thurmeier und Carlos Saldanha schon einige lobende Worte zu ihrer Auffassung aussprechen. Es ist natürlich von Anfang an klar, dass sie in der dritten Dimension keine revolutionäre Subebene aufstoßen würden. Blue Sky ist einfach nicht für ihre progressiven Sprünge in der visuellen Gestaltung ihrer Filme bekannt. Dennoch können sie sich gut auf dem neuen Gebiet ausleben und überholen in mancherlei Hinsicht sogar Disney und dessen mäßigen Versuch die neue Wahrnehmungsebene zu erschließen. In Bolt konnten sich gerade die Actionszenen durch die rasante und lebendige Aufnahmetechnik, im wahrsten Sinne des Wortes, „sehen“ lassen. Sehr spektakulär flitzte der Actionhund durch die urbane Landschaft und riss dem Zuschauer in diesem Tempo beinahe die 3D-Brille von der Nase. Doch danach herrschte elendige Stille. Die unschuldige Geschichte stellte sich vollkommen konträr zu jenem atemberaubenden Beginn. Und hier setzt Ice Age 3: Die Dinosaurier sind los an. Denn die Ice Age-Franchise beruht, wie jedes andere Blue Sky-Prdoukt, stets auf einer harmonischen, wenn auch verrückten Mischung aus slapstickartiger, aber doch schneller Action und einer Prise Humor, die manchmal einen gar bitterbösen Nachgeschmack hinterließ. Diesem Konzept bleibt Ice Age 3 treu. Somit arrangieren sich die abenteuerlichen, fiktiven Achterbahnfahrten mit der lobenswert eingesetzten neuen Dimension, um einen wilden Ritt durch die steinzeitliche Prärie zu erzeugen. In diesen Szenen erreicht der Animationsspaß einen bissigen Schwung voller Elan, der dem Werk in den meisten Fällen verwährt bleibt. Hier muss besonders das (Semi)Finale betont und auch gelobt werden, in der man regelrecht den scharfen, eiskalten Wind an sich vorbeiziehend spürt. Somit baut Ice Age: Dawn of the Dinosaurs einen abenteuerlichen, dreidimensionalen Parcour auf, der einem sofort in die prähistorische Epoche in humorvoller Weise katapultiert.
So doch genug der lobenden Worte. Wenn man an der funkelnden Oberfläche dieser visuell aufpolierten Franchise ein wenig kratzt, treten sofort einige hässliche Schönheitsfehler zu Tage, die den neuesten Animationsspaß von Blue Sky auf starke Weise trüben. Die Ice Age-Reihe ist nun nichts weiter als ein ausgemagertes Fossil, welches sich mit den Federn seiner Vorgängern schmückt. So verrät etwa schon der Ansatz einer jener bekannten Gesten und Äußerungen von Sid dem Zuschauer das Resultat seiner chaotischen Witzeleien. Auch das berühmte Exponat Scratch wird zu einer öden Aneinanderreihung von schon längst überholten Versuchen verdammt, einen gewissen Humor ins Spiel zu bringen. Nur manchmal gelingt es der Truppe jener Tiere aus vergessenen Tagen Einfälle zu erhaschen, die eben nicht ihrem Alter entsprechen, sondern gewissen Esprit unter der Zuschauerschaft versprühen. Dieser wirren, nur selten witzigen Aneinanderreihung von „humorvollen“ Streichen wird eine noch konfusere Dramaturgie eingeflößt, die dem Werk den Gnadenstoß verpasst. Der größte Teil der Mainstreamzuschauer wird diesem Dekonstruktion eines geglückten Handlungsplot nur wenig Interesse widmen. Dennoch wird auch der letzte von diesen gewisse Verbrauchsspuren bemerken, wenn er auch noch den hundertsten, ewig gleichen Scratch-Sketch an dem tausendsten Sid-Gag nach dem üblichen Schema F sieht. Wenige Witze zünden wie ein prähistorischer Vulkan, einige können ein gewisses Grinsen auf den Mündern einmeiseln, doch viele provozieren nur ein instinktives Kopfschütteln.
Fazit:
Und auch noch die letzten Milchtropfen werden aus der urzeitlichen Franchise gezuzelt. Konnte schon Teil 2 bei weitem nicht mehr jene Lachorgien des ersten coolen Abenteuers provozieren, kann nun das bisher letzte Exemplar der Ice-Age-Reihe mit Ach und Krach noch das Niveau des zweiten Parts erreichen. Somit ist das neueste Produkt von Blue Sky ein mäßiger Spaß, der sich in erster Linie durch seine geschniegelten 3D-Optik profiliert. Für Fans interessant, doch der Rest aufgepasst. |