Die Geschichte um die volkstümliche Gestalt des Brandner Kaspars wurde schon auf und ab immer wieder auf ein Neues erzählt. Den Bayern gefällt das aberwitzige, skurrile Volksstück „Der Brandner Kaspar und das ewig’ Leben“ um den Trick des Protagonisten gegen den Boanlramer, den bayrischen Tod, viel zu gern um den Helden fallen zu lassen. Der Münchner Regisseur Joseph Vilsmaier kramt erneut die liebliche Geschichte aus der Mythenwelt Bayerns, um eine bösartige Komödie zu kreieren.
Eines muss man dem Plot eindeutig lassen: Dank seiner abstrusen Idee lassen sich einige wunderbare Witze einflechten – und dies geschah gottseidank auch bei der Neuverfilmung Die Geschichte vom Brandner Kaspar. Viele der humoristischen Einlagen sind sympathisch und besitzen einen gewissen morbiden Charme. Besonders der bayrische Himmel und die Gegenüberstellung des Lebens nach dem Tod im Preußen können durch ihre Skurrilitäten einige Lacher aus dem Publikum herauskitzeln. Kleine Engel in Lederhosen, Bier und Weißwurst auf der Tagesordnung und stets wunderbare Volksmusik – einfach bayrisch, einfach herrlich. Leider setzten die Filmemacher zum Teil zu stark auf ihren überschätzten Wortwitz. Die Spaßmachereien der Stars entpuppen sich oft als müde Abklatsche von aus dem Fernsehen geklauten Sketchen. Der Aufbau der Handlung fungiert dann noch als zusätzliche Bremsung des Ganzen. Statt einer ausgewogenen, harmonischen Geschichtsstruktur wird der Zuschauer einfach in den Abgrund einer kantigen Erzählung gestürzt.
Leider filmt Regisseur Vilsmaier öde die Alpenlandschaft mit seinen dortigen Schauspielgrößen ab. Er verpasst dabei die Chance auch filmische Spielereien als Auflockerung der Stimmung zu verwenden. So müssen die Darsteller die Fehler der Regie und die noch größeren des Drehbuches ausbaden. Berühmtere und weniger bekannte Gesichter wurden gewählt um in die Fußstapfen von etwa Paul Hörbiger oder Carl Wery zu tretten, welche in der Verfilmung aus den 40ern in die Rollen schlüpften. In den beiden Hauptrollen findet man Franz-Xaver Kroetz als störrischer Kaspar und Michael ‚Bully’ Herbig als Boanlkramer. Kroetz, den man eher aus verschiedensten Fernsehsendungen der letzten Jahrzehnte kennt, macht seine Arbeit eigentlich recht gut. Er spielt seine Rolle ordentlich hinunter und verleiht seiner Figur einen gewissen Charme – mehr nicht, aber weniger auch nicht. Bully, der besonders mit seinem mäßigen Lissi und der wilde Kaiser eher unangenehm auffiel, zeigt sich ähnlich wie in seinen letzten beiden Auftritten, die er nicht als Regisseur geleitet hat (Hui Buh, Asterix bei den Olympischen Spielen), wieder von seiner besseren Seite. Als „düsterer“ Tod ist er lachhaft, aber als tollpatschiger Boanlkramer darf man schon ab und zu über ihn lachen.
Fazit:
Abgehackte Erzählfluss, müde Witze, eine Hand voll Skurrilitäten. Die Geschichte vom Brandner Kaspar hätte eine wunderbar schwarze Komödie über den Tod auf bayrisch sein können. Herausgekommen ist aber ein mittelmäßiges Kasperltheater. |