Hitosi Matumoto präsentiert mit Dai-Nipponjin – Der große Japaner eine Persiflage auf die Superheldenwelle in quasidokumentarischen Stil. Doch während die beiden amerikanischen Versuche der Satire von diesem Genre, Hancock und Superhero Movie, stark an den Hollywoodschen Witz erinnern, zeigt sich Der große Japaner von einer wesentlich lakonischeren Seite. Doch wer verbirgt sich hinter dem irreführenden Namen Hitosi Matumoto ? Niemand Geringerer als Hitoshi Matsumoto, der große Mediensatiriker Japans.
Regisseur, Drehbuchautor und Hauptdarsteller Matsumoto schuf mit Der große Japaner einen äußerst sympathischen Film, der durch zwei Eigenschaften besonders hervorsticht. Einerseits durch Matsumotos unglaublichen Geschick für Skurrilitäten in der Welt der Helden und Monstern, andererseits durch die klugen Anspielungen auf die japanische Kultur und deren eigenem Medienuniversum. Leider liegt im zweiten Punkt auch der große Nachteil des ambitionierten Projektes. Es ist kein Wunder, dass der Film in seiner Heimat ein großer Erfolgt war, jedoch versteht der übliche Zuschauer der westlichen Welt nicht all jene Nuancen der Anspielung, die den Charme vieler Szenen ausmachen. Nur die wenigen humorvollen Einfälle, welche sich mediensatirisch zeigen, versteht selbst der Mitteleuropäer. So kann auch dieser herzlich lachen, wenn der Superheld seine Haut als Werbefläche verkaufen muss und seine Managerin ihn lieber verlieren sieht, da somit die Quoten ins Unermessliche steigen.
Die Highlights des Skurrilitäten-Kabinetts sind eindeutig die originellen Kämpfe der Giganten. Die einzelnen Gestaltungen der Ungeheuer besitzen einen solch eigenartigen Charme, dass sich der Zuschauer in einem einzigen Augenblick in diese Gebilde verliebt. Das Publikum wird sicherlich die eine oder andere Träne für die schrägen Dialoge zwischen den Monstern lachen. Doch eindeutig der Höhepunkt der Kreativität ist erst dann erreicht, wenn Matsumoto als großer Japaner in einem schlecht gemachten Kostüm in der Modellstadt von Tokio herumtollt. Das Herz eines jeden Godzilla-Fan der alten Schule wird bei dieser Szene nach mehr lechzend schmelzen – doch leider wird dem Zuschauer dieser Wunsch verwehrt. Der Film reißt den Beobachter immer wieder aus dem schönen Fluss der skurrilen Bilder heraus, um sein unorthodoxen Erzählstil weiter zu führen. Diese Abwechselung zwischen den asiatischen Anspielungen und Skurrilitäten wird dem japanischem Publikum gefallen, jedoch langweilt sich der Europäer recht schnell.
Fazit:
In seiner Heimat ein Hit – Bei uns nur in einem Kino anzutreffen. Zwar entgehen dem Mitteleuropäer viele der gewieften Witze, aber besonders jene Liebhaber der alten Godzillafilme sollten sich diese Hommage-Persiflage an jene Werke nicht entgehen lassen. Matsumotos Regiedebüt Dai-Nipponjin – Der große Japaner ist eine skurrile, liebevolle Komödie, die durchaus ihren ganz eigenen Charme versprüht. |