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Constantine
Constantine
USA  2005 
Action | Horror
Warner Bros. Pictures | Village Roadshow Pictures | Weed Road Pictures | Donners' Company | DC Comics | Lonely Film Productions GmbH & Co. KG. | Branded Entertainment/Batfilm Productions | 3 Art Entertainment | Di Bonaventura Pictures

Francis Lawrence
Jamie Delano; Garth Ennis; Kevin Brodbin
Inhaltsangabe
John Constantine verfügt über eine besondere Gabe. Er sieht das wahre Gesicht der sogenannten "half breeds", der gefallenen Engel und Dämonen, der von Himmel und Hölle Verstoßenen, die sich als Menschen getarnt in unserer Welt aufhalten. Seine Gabe wird jedoch zum Fluch, bereits mit 15 Jahren begeht er einen Selbstmordversuch. Wie es sich für Selbstmörder geziemt fährt Constantine zur Hölle. Er wird jedoch wieder in die Welt zurückgeschickt und fristet sein Dasein als Exorzist und Dämonenkiller. Er erhofft sich davon irgendwann einmal genug Seelen vor den Kräften des bösen gerettet zu haben, um seine Sünden damit bezahlen, und einen Platz im Himmel ergattern zu können.

Die Übergriffe dämonischer Schattenwesen häufen sich, es braut sich offenbar etwas zusammen. Die Polizistin Angela Dodson (Rachel Weisz) konfrontiert ihn mit dem scheinbaren Selbstmord ihrer Zwillingsschwester Isabel und kann ihn schließlich dazu überreden Ermittlungen anzustellen. Je tiefer sich die beiden in den Fall verstricken, desto deutlicher wird der Zusammenhang mit den anderen übernatürlichen Ereignissen. Das Gleichgewicht der Mächte in unserer Welt ist knapp daran in die Richtung des Bösen zu kippen...
Film Kritik
Everything is useless -----
CONSTANTINE ist ein emotionell sehr unterkühlter Film, der zwei Stunden lang die Gefühlswelten der Zuseher zu winterlichen Frost erstarren läßt. Die interessante Ambivalenz des Films liegt darin, dass seine gefühlskalte Gleichgültigkeit sowohl seine größte Stärke, als auch seine größte Schwäche darstellt. John Constantine, die Hauptfigur des Films, ist so dermaßen desillusioniert, dass er glaubhaft den Eindruck vermittelt die Hoffnungslosigkeit bereits im Kindesalter hinter sich gelassen zu haben. Keanu Reeves entzieht seiner Darstellung konsequent jede Gefühlsregung, seine Mimik erstarrt zur Maske aus Distanz und Gleichgültigkeit, die er seiner Umwelt entgegenhält. Sein düsterer, abgründiger Humor ist eine giftige Mixtur aus schneidenden Sarkasmus und verbitterter Trotzigkeit, die nahezu jede Szene des Films wie ein übel riechendes Leichentuch einhüllt. CONSTANTINE ist definitiv kein Film in dem man sich als Zuseher wohlfühlen kann. Vielmehr baut die Atmosphäre aus schleichender Apathie eine Distanz zum Geschehen auf, die letztendlich den Eindruck entstehen läßt, dass der Film am Zuseher vorbei, in weiter Ferne abläuft. Obwohl diese Grundstimmung für die Hauptfigur des Films hervorragend funktioniert, schließt sie den Zuseher von der Teilnahme aus. John Constantine würde diese verschrobene Ambivalenz bestimmt amüsieren...

Nothing ever matters -----
CONSTANTINE basiert auf der Comicserie "Hellblazer" und ist eine Mischung aus religiös angehauchten Horror, Fantasy Comic und Film Noir. Handwerklich wartet der Film mit einigen interessanten Kameraperspektiven, überwiegend guten Darstellungen (allen voran das köstlich überzogene Spiel von Peter Stormare als Luzifer) und mit viel Liebe zu kleinen Details ausgestatteten Sets auf. Für die Inszenierung der Hölle wird tief in die CGI-Trickkiste gegriffen. Die visuellen Übergänge zwischen der realen Welt und der Hölle sind überwiegend gut gelungen. Die Bilder der Hölle sind eine aufregende Mischung aus unzähligen CGI-Effekten, die sich bewußt selber verzerren um die Wahrnehmung verschwimmen zu lassen. Manchmal scheinen sich die Bilder auf der Leinwand buchstäblich vor den Augen des Zusehers aufzulösen wie das Warner Brothers Logo am Anfang des Films. Weitaus weniger rühmlich ist die Umsetzung eines Dämons, der sich aus allerlei Ungeziefer, Schlangen, usw. zusammensetzt. Der wäre in X-2 weitaus besser aufgehoben gewesen. Vielleicht liegt es aber lediglich daran, dass primär in solchen Szenen das Comicmovie in den Vordergrund tritt und sich die (wohl dosierten) Action-Szenen nicht wirklich gut in die melancholische Phlegmatik des Films einfügen.

Welcome to the fall -----
CONSTANTINE ist ein durch und durch zwiespältiger Film: Interessant, aber nicht spannend. Humorvoll, aber nicht witzig. Unterkühlt, aber nicht cool. Auf jeden Fall ist er ein interessantes Regiedebut von Francis Lawrence. Die Inszenierung ist die meiste Zeit über in Ordnung, die Umsetzung handwerklich durchaus gelungen. Ein paar Schwachpunkte finden sich zweifellos in der Story und bei den Effekten, insgesamt jedoch überwiegen die positiven Eindrücke. An dieser Stelle sei auch noch die hervorragende Tonspur des Films erwähnt, die maßgeblich zur Atmosphäre beiträgt und viele Schockmomente erst so richtig funktionieren läßt. In einer Zeit, in der die Filmstudios Comicverfilmungen am Fließband produzieren, hebt sich CONSTANTINE auf wohltuende Art und Weise vom typischen Superhelden Einheitsbrei ab. Er präsentiert einen kettenrauchenden und desillusionierten Antihelden als Hauptfigur, die erfrischend wenig mit liebeskranken Spinnenmännern, jugendfreien Lack- und Lederkätzchen und drolligen Höllenjungen gemein hat. Es scheint, als ob selbst Comicmovies irgendwann mal erwachsen werden dürfen...
Kurz Kritik
(3.0/5)
(3.5/5)
(3.5/5)
(2.5/5)
(1.5/5)
(3.5/5)
(4.0/5)
(3.5/5)
Dieses Film Review wurde von Alex Bielesch erstellt.


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