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Evan Allmächtig
Evan Almighty
USA  2007 
Komödie | Fantasy
Universal Pictures | Original Film | Shady Acres Entertainment | Spyglass Entertainment | Barber/Birnbaum | Columbia Pictures | Relativity Media

http://www.evanalmighty.com/
Tom Shadyac
Steve Oedekerk
Inhaltsangabe
Evan Baxter (Steve Carell) hängt seinen Job als Nachrichtensprecher an den Nagel, um sich voll und ganz der Politik zu widmen. Er wird in den US-Kongress gewählt und zieht mit seiner reizenden Frau Joan (Lauren Graham) und seinen drei Söhnen in ein neues Haus. Eigentlich könnte es nur noch steil bergauf gehen, doch eines Morgens hat Evan eine merkwürdige Vision: Gott (Morgan Freeman) erscheint ihm höchstpersönlich und vertraut ihm einen wichtigen Auftrag an: Evan soll möglichst schnell eine Arche bauen, um dort alle Tiere zu versammeln, die so der großen Flut entgehen sollte. Sogar einen Zeitpunkt gibt Gott an, am 22. September soll es so weit sein. Evan tut dies zunächst als schwachsinnig ab, doch als ihm Tiere auf Schritt und Tritt folgen, ihm ein Bar wächst, der sich trotz heftigster Bemühungen als rasurresistent erweist und Gott ihm sogar noch einen eigenen Mantel ins Bad hängt, wird ihm klar, dass doch irgendwas dran sein muss. Doch nicht nur für seinen beruflichen Erfolg stellen sich diese Wandlungen als wenig vorteilhaft heraus – vor allem Kongressabgeordneter Long (John Goodman) beobachtet den Frischling mit Argwohn – auch für seine Familie werden sie zur Zerreißprobe. Evan wird zwar zeitgerecht mit der Arche fertig, doch stellt sich nun die Frage, ob die Flut auch wirklich kommt. Denn die Abrisskräne, welche Long angeordnet hat, stehen ebenfalls schon bereit…
Film Kritik
Bet-faul ist es geworden, das Publikum, die schlechten Sitten und der moralische Verfall regieren die Kinofilme der heutigen Zeit. Da ist es nur recht und billig (wobei die bis dato teuerste Komödie der Filmgeschichte sicher alles andere als „billig“ war), die Kinosäle mit einem Film wie Evan Allmächtig zu füllen. Das füllt immerhin auch die Kassen. Und so haben alle was davon: Die Studios „sackeln“ das gemeine Volk zwar aus, müssen aber dabei nicht mal ein schlechtes Gewissen haben, denn es geschieht im Namen der reinen Moral, die in brave Familienunterhaltung verpackt wird. Die ist so brav, dass die Komödie nur an ganz wenigen Stellen wirklich lustig ist. Die meisten Gags zünden nicht, selbst die Grimassen, die Steve Carell ansatzweise schneidet (ganz zu schweigen von den ganzen nervigen kurzen Tanzeinlagen), gehen nach kurzer Zeit auf den Wecker oder fallen im weniger schlimmen Fall nicht mehr auf.
Was stattdessen auffällt ist eine gewisse Debilität, die die Zuschauer wohl am meisten spalten wird: Wenn Evan beispielsweise ernsthaft auf einer genesis614.com Webseite surft (in der Realität führt die Eingabe dieser Adresse zu einer Webseite eines ganz bestimmten Films, welcher das ist, muss ich wohl nicht extra sagen), ist man als einigermaßen intelligenter Zuschauer doch gefordert. Genau so auffallend sind einige Anschluss- und Continuityfehler im Film (mal ist die Autoscheibe dreckig, in der nächsten Szene nicht mehr, dann doch wieder).
Im Tross der gerade so populären Ökofilme, die uns vor Augen führen sollten, in was für einer schlechten Welt wir doch leben und dass es an der Zeit ist, die Umwelt endlich zu schützen, anstatt zu verschmutzen, befindet sich auch Evan Allmächtig - er macht sich aber nicht mal große Mühe, diese Botschaft unterschwellig zu vermitteln (und uns somit Dinge zu sagen, die wir ohnehin schon wissen), sondern setzt auf einfache Emotionen und Aussagen.
Und – welch Wunder – es funktioniert sogar. Sind die ersten beiden Drittel zwar etwas lahm, so können die letzten 20 Minuten des Films voll überzeugen: Regisseur Shadyac setzt hier auf emotionaler Ebene auf die Familie, wohl einer der wichtigsten traditionellen Werte in unserer Gesellschaft. Und stürzt erst einmal die Flut auf die Erde herab, werden auch die letzten ungläubigen bekehrt und begeben sich schleunigst auf die rettende Arche, die dann in einem spektakulärem Effektfeuerwerk gen Hauptstadt schwimmt. „We’re gonna need a bigger boat!“ erkennt Evan an dieser Stelle ganz richtig (und räumt den Preis für die lahmste Jaws Anspielung aller Zeiten damit ab. Wozu es auf der Arche allerdings Giraffen, Elefanten und sonstiges exotisches Vieh braucht, wird leider auch nicht wirklich klar - Hauptsache die SFX- Macher haben an ihren PCs viel zu tun. Und warum vorher wirklich JEDER nur blöd zusieht und doof Sprüche klopft, während sich Familie Baxter beim Archebau zugegebenermaßen auf spielerische Art und Weise abrackert, anstatt mitzuhelfen, will mir auch nicht wirklich klar werden, obwohl doch jeder sehen müsste, dass Evan zumindest eine magische Anziehung auf Tiere ausübt. Gerade fürs sonst so bibelfixierte Amerika ein Armutszeugnis…
FAZIT: Evan Allmächtig ist eine nett und sympathisch gespieltes, aber ansonsten doch furchtbar altbackenes und populistisches Ökofilmchen, das kaum überrascht und das eine Katharsis beim Publikum erreichen möchte. Es obliegt dem Leser/Zuschauer nun abzuwägen, ob es dafür nicht „besser“ gewesen wäre, man einen Teil des Budgets (175 Millionen Dollar) nicht doch lieber selbst in karitative oder gemeinnützige Zwecke hätte stecken können/sollen.
Kurz Kritik
(2.5/5)
(3.0/5)
(2.0/5)
(1.0/5)
(2.0/5)
(3.0/5)
(3.0/5)
(2.5/5)
Dieses Film Review wurde von Florian Widegger erstellt.


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